Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erhöhtes Thromboserisiko frühzeitig erkennen: Neuer Antithrombin-Test von Siemens Healthcare für Europa

29.01.2009
Mit Innovance Antithrombin hat Siemens Healthcare einen neuen Test zur Bestimmung von angeborenem und erworbenem Antithrombin-Mangel entwickelt.

Ein zu geringer Anteil des Proteins im Blut kann zu einer erhöhten Thromboseneigung führen. Der Grund: Antithrombin sorgt für ein Gerinnungsgleichgewicht im Blut, indem es die Aktivität von Thrombin und Gerinnungsfaktor Xa vermindert, die für die Blutgerinnung verantwortlich sind. Innovance Antithrombin detektiert zu niedrige Antithrombin-Aktivität und ermöglicht damit, Patienten, die ein erhöhtes Thromboserisiko besitzen, frühzeitig zu erkennen.

Innovance Antithrombin von Siemens Healthcare ist ein neuer chromogener Test zur automatischen Quantifizierung von funktionell aktivem Antithrombin in humanem Citratplasma. Im Gegensatz zu Antithrombin-Aktivitätstests, die auf der Inhibition des Gerinnungsfaktors Thrombin basieren, bestimmt Innovance Antithrombin die Aktivität des Antithrombin-Proteins über die Hemmung des Gerinnungsfaktors Xa. Dadurch lässt sich verhindern, dass das Testergebnis verfälscht wird, wenn ein Patient bestimmte Medikamente zur Prävention oder Therapie von Thrombosen erhalten hat, zum Beispiel Hirudin oder andere Thrombin-Inhibitoren. Innovance Antithrombin kann auf den automatischen Gerinnungsmessgeräten von Siemens – wie BCS und BCS XP sowie Sysmex CA-500, Sysmex CA-1500 und Sysmex CA-7000 – verwendet werden.

Der neue Test von Siemens ist für die Diagnose angeborener oder erworbener Antithrombin- Mängel geeignet, von denen bekannt ist, dass sie mit einem erhöhten Thromboserisiko verbunden sind. Bei Antithrombin-Mängeln ist die Aktivität des Antithrombin-Proteins vermindert.

Man unterscheidet zwei Typen von angeborenen Antithrombin-Mängeln: Bei Mangel Typ I ist die Gesamtmenge an vorhandenem Antithrombin-Protein erniedrigt, während bei Mangel Typ II zwar eine normale Proteinkonzentration vorliegt, dieses Protein aber hinsichtlich seiner Hemmfunktion defekt ist. Um einen erworbenen Antithrombin-Mangel handelt es sich, wenn weniger Antithrombin-Protein produziert oder mehr als üblich verbraucht wird. Das kann zum Beispiel eine Folge von Lebererkrankungen, DIC (disseminierte intravasale Gerinnung), Sepsis, akuter hämolytischer Transfusionsreaktion, nephrotischen Syndrom oder größeren operativen Eingriffen sein. Ausserdem ist der Test für die Überwachung der Substitutionstherapie mit Antithrombin- Konzentraten einsetzbar.

Die Testkit-Komponenten von Innovance Antithrombin sind gebrauchsfertig und deshalb besonders schnell und leicht anzuwenden. Der Test verwendet ein chromogenes Messprinzip. Citratplasma wird mit einem Überschuss an Gerinnungsfaktor Xa versetzt. In Anwesenheit von Heparin wird ein Teil des Gerinnungsfaktors Xa durch das in der Probe vorliegende Antithrombin gebunden und inaktiviert. Überschüssiger, ungehemmter Gerinnungsfaktor Xa spaltet anschließend ein chromogenes Substrat. Dabei wird ein Farbstoff freigesetzt, dessen Konzentration in einem Photometer detektiert wird. Je höher die Konzentration des entstandenen Farbstoffs ist, umso höher war die Menge an ungehemmten Gerinnungsfaktor Xa, umso geringer war die ursprünglich in der Plasmaprobe vorhandene Konzentration an funktionell aktivem Antithrombin.

Der Siemens Healthcare Sector ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Das Unternehmen versteht sich als medizinischer Lösungsanbieter mit Kernkompetenzen und Innovationsstärke in diagnostischen und therapeutischen Technologien sowie in der Wissensverarbeitung einschließlich Informationstechnologie und Systemintegration. Mit seinen Akquisitionen in der Labordiagnostik ist Siemens Healthcare das erste integrierte Gesundheitsunternehmen, das Bildgebung und Labordiagnostik, Therapielösungen und medizinische Informationstechnologie miteinander verbindet und um Beratungs- und Serviceleistungen ergänzt. Siemens Healthcare bietet Lösungen für die gesamte Versorgungskette unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Zusätzlich ist Siemens Healthcare der Weltmarktführer bei innovativen Hörgeräten. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 49.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist in über 130 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2008 (bis 30. September) erzielte Siemens Healthcare einen Umsatz von 11,17 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 11,78 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,23 Mrd. €.

Marion Bludszuweit | Siemens Healthcare
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/healthcare

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Virtual Reality in der Medizin: Neue Chancen für Diagnostik und Operationsplanung
07.12.2016 | Universität Basel

nachricht Patienten-Monitoring in der eigenen Wohnung − Sensorenanzug für Schlaganfallpatienten
06.12.2016 | University of Twente

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie