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Entwicklung eines neuen therapeutischen Verfahrens zur Behandlung des akuten Schlaganfalls

18.07.2013
Etwa ein Drittel der schätzungsweise 262 000 jährlichen Schlaganfallopfer in Deutschland versterben innerhalb eines Jahres – weitere 40 Prozent müssen mit dauerhaften Behinderungen rechnen.

In den meisten Fällen (85 Prozent) wird der Schlaganfall durch den Verschluss eines Blutgefäßes im Gehirn verursacht. Dadurch kommt es in dem betroffenen Gebiet zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Blut und Sauerstoff, wodurch Nervengewebe unwiederbringlich abstirbt. Trotz intensiver Forschungsbemühungen existieren bis heute nur unzureichende Möglichkeiten zur Therapie.

Das mit Unterstützung des Fraunhofer IZI gegründete Medizintechnikunternehmen MD-5 GmbH hat sich das Ziel gesetzt, diese Situation durch eine innovative Behandlungsmethode zu verbessern.

Das Therapiekonzept der MD-5 GmbH basiert auf einem Verfahren, bei dem der Blutfluss im Gehirn mittels Magnetfeldern gezielt beeinflusst werden kann. Mit der sogenannten intelligenten transkraniellen Magnetstimulation (iTMS) kann in definierten Bereichen des Gehirns die Durchblutung erhöht und damit der Schaden des Schlaganfalls begrenzt werden.

»Bis die Technologie in Form eines Medizingeräts in den klinischen Alltag Einzug finden kann, sind noch einige Untersuchungen und Optimierungen notwendig. Gemeinsam mit dem Fraunhofer IZI und dem Universitätsklinikum Leipzig möchten wir die Entwicklung eines praxistauglichen Prototyps vorantreiben und dessen Markteinführung vorbereiten«, beschreibt Dr. Mark K. Borsody, Gründer und Vorstand Klinische Entwicklung der MD-5 GmbH, die Zusammenarbeit des Verbundprojekts.

»Das Fraunhofer IZI bringt seine umfangreiche Expertise im Bereich der Schlaganfallforschung sowie der präklinischen Entwicklung ein. Anhand von aussagekräftigen Modellsystemen sollen sowohl die Sicherheit als auch die Wirksamkeit des Verfahrens überprüft werden. Auf Basis dieser Untersuchungen kann das Verfahren dann durch die Kollegen von MD-5 entsprechend optimiert werden«, beschreibt Dr. Antje Dreyer, Leiterin der Arbeitsgruppe Kliniknahe Therapiestudien am Fraunhofer IZI, die Rolle des Fraunhofer-Instituts im Rahmen des Projekts.

Die MD-5 GmbH wurde im Oktober 2012 als Tochtergesellschaft des US-amerikanischen Unternehmens Lake Bioscience LLC in Leipzig gegründet.

»Wir freuen uns, dass sich mit Lake Bioscience LLC ein weiterer internationaler Partner dazu entschlossen hat, mit einer europäischen Tochtergesellschaft in den Biotechnologiestandort Leipzig / Sachsen zu investieren«, unterstreicht Dr. Thomas Tradler, Leiter Business Development am Fraunhofer IZI.

Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von 1,4 Mio Euro wird über die Sächsische Aufbaubank mit insgesamt 1,1 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Freistaats Sachsen gefördert.

Das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI erforscht und entwickelt spezielle Problemlösungen an den Schnittstellen von Medizin, Biowissenschaften und Ingenieurswissenschaften. Das Institut betreibt in diesem Rahmen Auftragsforschung für biotechnologische, pharmazeutische und medizintechnische Unternehmen, Kliniken, Diagnostische Labore sowie Forschungseinrichtungen. Innerhalb der Geschäftsfelder Wirkstoffe, Zelltherapie, Diagnostik und Biobanken entwickelt, optimiert und validiert das Institut Verfahren, Materialien und Produkte. Die Kernkompetenzen des Instituts liegen im Bereich der Regenerativen Medizin, insbesondere in den Indikationsbereichen Onkologie, Ischämie, autoimmune und entzündliche Erkrankungen sowie Infektionskrankheiten. Das Institut ist kliniknah orientiert und übernimmt Qualitätsprüfungen sowie die GMP-konforme Herstellung von klinischen Prüfmustern. Darüber hinaus unterstützt das Institut Partner bei der Erlangung von Herstellungsgenehmigungen und Zulassungen.

| Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.izi.fraunhofer.de

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