Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Diagnoseverfahren FET-PET: Erste Zulassung in der Schweiz

20.01.2015

Die im Forschungszentrum Jülich entwickelte Aminosäure 18F-Fluorethyltyrosin (FET) ist vom Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic als Radiopharmakon für die Diagnostik von Hirnerkrankungen beim Menschen erstmals zugelassen worden.

FET wird bei der Positronenemissionstomografie (PET) eingesetzt. Die FET-PET bietet im Vergleich zur üblichen radiologischen Diagnostik wichtige Zusatzinformationen zur Tumorausdehnung und zum Tumorstoffwechsel von Hirntumoren. Das ist besonders bei der Therapiekontrolle im Verlauf der Strahlen- und Chemotherapie der Tumore sehr hilfreich.


Der Hirntumor ist in der T1-gewichteten MRT nach Kontrastmittelgabe (links) nur sehr schwer abzugrenzen. In der FET-PET stellt sich der Tumor als stoffwechselaktives Areal dar (rot-gelbe Anfärbung).

Copyright: Forschungszentrum Jülich

Die erstmalige Zulassung von FET in einem westeuropäischen Land ist das Ergebnis der erfolgreichen translationalen Jülicher PET-Forschung, die von der Entwicklung über die systematische Evaluierung bis hin zur praktischen Anwendung eines neuen Diagnoseverfahrens in Kooperation mit den benachbarten Universitätskliniken reicht.

Die radioaktive Aminosäure FET wurde 1994 in Jülich am Institut für Nuklearchemie als Radiopharmakon erstmals synthetisiert und unter Prof. Heinz Coenen weiter optimiert, sodass die Aminosäure in großen Mengen produziert werden kann. Zudem hat sie mit zwei Stunden eine längere Halbwertszeit als die bisher verwendeten, mit Kohlenstoff-11 markierten Aminosäuren. Dies ermöglicht einen Transport über größere Strecken vom Herstellungsort zur jeweiligen Klinik oder Arztpraxis.

Die FET-PET wurde in den vergangenen 15 Jahren von einem interdisziplinären Team unter Leitung von Prof. Karl-Josef Langen vom Jülicher Institut für Neurowissenschaften und Medizin und der Uniklinik Aachen einer präklinischen und klinischen Prüfung unterzogen.

In Zusammenarbeit mit den Universitätskliniken in Aachen, Düsseldorf und Köln konnten mehr als 3.000 Patienten mit Hirntumoren untersucht werden. Kürzlich konnte auch ein hoher Nutzen der FET-PET bei der Untersuchung von Hirntumoren bei Kindern und bei Patienten mit Hirnmetastasen nachgewiesen werden.

Derzeit sind die Neurowissenschaftler an mehreren nationalen Multicenterstudien zur weiteren Bewertung des Verfahrens beteiligt, um auch in Deutschland eine Zulassung von FET zu erreichen. Mit großem Engagement wird auch die Kombination der FET-PET mit modernen Verfahren der Magnetresonanztomografie (MRT), der sogenannten Hybrid-PET-MRT, sowie Hochfeld-Hybrid-PET-MRT für die Anwendung vorangetrieben.


Ansprechpartner:

Prof. K.-J. Langen
Institut für Neurowissenschaften und Medizin - Physik der medizinischen Bildgebung (INM-4)
Klinik für Nuklearmedizin
Universitätsklinikum der RWTH Aachen
E-Mail: k.j.langen@fz-juelich.de
Telefon: 02461 61-5900

Pressekontakt:

Annette Stettien
E-Mail: a.stettien@fz-juelich.de
Telefon: 02461 61-2388

Weitere Informationen:

Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Bereich Kognitive Neurowissenschaften (INM-3)

Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Bereich Physik der Medizinischen Bildgebung (INM-4)

Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Bereich Nuklearchemie (INM-5)

Annette Stettien | Forschungszentrum Jülich

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Neue Hoffnung für Leberkrebspatienten
24.03.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten
23.03.2017 | Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Clevere Folien voller Quantenpunkte

27.03.2017 | Materialwissenschaften

In einem Quantenrennen ist jeder Gewinner und Verlierer zugleich

27.03.2017 | Physik Astronomie

Klimakiller Kuh: Methan-Ausstoß von Vieh könnte bis 2050 um über 70 Prozent steigen

27.03.2017 | Biowissenschaften Chemie