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Die Computertomographie wird strahlungsärmer und hilft sogar bei der Aufklärung von Straftaten oder Todesfällen

09.01.2012
Bildgebende Verfahren sind aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. Sowohl in der Diagnostik wie auch in der Therapie spielen Röntgen, Ultraschall, Computer (CT)- und Kernspintomographie (MRT) eine zentrale Rolle.

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Beim 7. Internationalen Mehrschicht CT-Symposium in Garmisch-Partenkirchen vom 12. bis 14. Januar 2012 werden neue Entwicklungen vorgestellt, die insbesondere die Reduktion der Strahlenbelastung betreffen. „Verbesserte Röhren- und Detektortechnologien und innovative Rekonstruktionsalgorithmen sorgen dafür, dass eine exzellente diagnostische Qualität mit drastisch reduzierter Strahlenexposition erreicht wird“, betont Prof. Dr. Maximilian Reiser, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München und Tagungspräsident.


Techniken wie die Iterative Rekonstruktion können die Dosis heute schon um circa ein Drittel reduzieren. Dabei wird sozusagen eine zweite CT-Aufnahme mit den Daten der eigentlichen Untersuchung simuliert. Auf diese Weise wird das „Rauschen“ verringert, die Genauigkeit der Bilder steigt. „Eine Strahlenreduktion von bis zu 60 Prozent ist hiermit möglich“, sagt Dr. Hatem Alkadhi, Forschungsleiter am Radiologischen Institut des Universitätsspitals Zürich. Gerade für Kinder und junge Menschen bietet sich dieses Verfahren an, um die Strahlenbelastung zu minimieren und zugleich bestmögliche Bilder zu erhalten.

CT gegen Drogenschmuggler
Beim Einsatz gegen Drogenschmuggler kann eine CT-Aufnahme ebenfalls erfolgreich sein. Gerade die so genannten Bodypacker, also Kuriere, die Drogenpäckchen im Körper transportieren, können damit entlarvt werden. Sofern eine Person von der Polizei dringend verdächtigt wird, beispielsweise im Darm Heroin, Kokain oder andere illegale Substanzen durch die Sicherheitskontrolle schmuggeln zu wollen, kann eine radiologische Untersuchung von den Behörden angeordnet werden. „Beim Normaldosis-CT liegt die Treffsicherheit in der Bodypacker-Detektion bei nahezu 100 Prozent“, erklärt Dr. Michael Scherr vom Institut für Klinische Radiologie am Klinikum der LMU. „Meist reicht aber ein Niedrig-Dosis-Verfahren aus. Entscheidend ist, dass man den gesamten Verdauungstrakt vom Zwerchfell bis zum Schließmuskel absucht.“

Aufklärung über die Todesursache mittels CT
Die virtuelle Autopsie ist eine weitere Spezialanwendung der CT. Die Radiologin Dr. Sonja Kirchhoff vom Institut für Klinische Radiologie am Klinikum der LMU präsentiert beim Symposium in Garmisch-Partenkirchen gleich eine ganze Auswahl von Fällen unklarer Todesursachen, Tötungsdelikten und Verkehrsunfällen. „Die Toten werden dabei aus der Rechtsmedizin im Leichensack angeliefert und so in das CT gelegt“, schildert Sonja Kirchhoff das Vorgehen. Besonders häufige Fragestellungen, die die Rechtsmediziner an die Radiologen stellen, betreffen knöcherne Verletzungen, Messerstichwunden und metallische Fremdkörper, vor allem durch Schussverletzungen. Kirchhoff: „Man kann sicher in Einzelfällen, in denen z.B. die Angehörigen einer Obduktion nicht zustimmen und es sich nicht um eine von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmte Leiche handelt, nur eine CT durchführen. Aber das Verfahren wird trotzdem die klinische Obduktion nicht ersetzen können, sondern stellt ein ergänzendes Verfahren in der gerichtsmedizinischen Praxis dar.“

Weitere Informationen im Internet unter www.ct2012.org/

Hinweis für Journalisten:
Sofern Sie Interesse an einer Teilnahme beim Symposium haben, wenden Sie sich bitte an Karoline Berg, EUROKONGRESS GmbH, Tel: +49 (0)89 2109860, Fax: +49 (0)89 21098698, E-Mail: kab@eurokongress.de

Kontakt:
Prof. Dr. Dr. h.c. Maximilian Reiser
Tagungspräsident
Direktor Institut für Klinische Radiologie
Klinikum der Universität München
Tel: +49 (0)89 7095-2751
E-Mail: maximilian.reiser@med.uni-muenchen.de

Foto: Prof. Dr. Maximilian Reiser; Quelle: Klinikum der Universität München/Steeger


Klinikum der Universität München
Im Klinikum der Universität München (LMU) sind im Jahr 2010 an den Standorten Großhadern und Innenstadt 465.000 Patienten ambulant, teilstationär und stationär behandelt worden. Die 45 Fachkliniken, Institute und Abteilungen sowie 35 interdisziplinäre Zentren verfügen über mehr als 2.200 Betten. Von insgesamt über 10.000 Beschäftigten sind rund 1.800 Mediziner. Das Klinikum der Universität München hat im Jahr 2010 rund 70 Millionen Euro an Drittmitteln verausgabt und ist seit 2006 Anstalt des öffentlichen Rechts.
Gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität ist das Klinikum der Universität München an sechs Sonderforschungsbereichen der DFG (SFB 455, 571, 594, 596, 684, 824), an drei Sonderforschungsbereichen-/Transregio (TR 05, TR 22, TR 36), einer Forschergruppe (FOR 535) sowie an drei Graduiertenkollegs (GK 1091 und 1202, SFB-TR 36) beteiligt. Hinzu kommen die drei Exzellenzcluster „Center for Integrated Protein Sciences“ (CIPSM), „Munich Center of Advanced Photonics“ (MAP) und „Nanosystems Initiative Munich“ (NIM) sowie die Graduiertenschule „Graduate School of Systemic Neurosciences“ (GSN-LMU).

Philipp Kreßirer | Quelle: Klinikum der Universität München
Weitere Informationen: www.uniklinikum-muenchen.de

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