Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Computertomografie ohne Sedierung, ohne Atemanhalten, bei sehr geringer Strahlenexposition

01.06.2011
Somatom Definition Flash von Siemens für die Pädiatrie

Auf dem Kongress der internationalen Gesellschaft für Kinderradiologie (International Society of Pediatric Radiology, IPR), der vom 28. bis 31. Mai 2011 in London stattgefunden hat, zeigte Siemens Healthcare erstmals, wie die Pädiatrie von den technischen Weiterentwicklungen in der Computertomografie (CT) profitieren kann. Unter anderem stellte Siemens seine neuen CT-Applikationen zur Dosis-Reduktion vor. Darüber hinaus wurden wissenschaftliche Studien präsentiert, die verdeutlichen, warum sich der Somatom Definition Flash besonders gut für die Pädiatrie eignet.

Der Dual-Source-Computertomograf mit jeweils zwei Röntgenröhren und Detektoren scannt nach wie vor weltweit am schnellsten und minimiert die Strahlenexposition für den Patienten. Mit diesem Gerät scannten Ärzte in verschiedenen Studien Kleinkinder ohne Sedierung in weniger als einer Sekunde mit einer Röntgendosis von weit unter einem mSv (Millisievert). Die daraus resultierenden Bilder haben eine hohe Qualität ohne Bewegungsunschärfen. Mit den üblichen CT-Technologien, die nur ein Röhren-Detektor-System haben, dauert dieser Vorgang mehrere Sekunden und erfordert eine deutlich höhere Dosis. Ausserdem müssen Kinder den Atem anhalten und Babys sediert werden, um Bewegungsartefakte auf den Bildern zu vermeiden, welche die Diagnose verfälschen können.

Für viele Indikationen, bei denen die Darstellung des Herzens oder des Brustraumes erforderlich sind, ist die Computertomografie das Mittel der Wahl. In der Pädiatrie wird diese bildgebende Methode bisher jedoch selten eingesetzt, da man Kinder möglichst wenig Röntgenstrahlung aussetzen möchte. Ausserdem müssen Kleinkinder für eine CT-Untersuchung in der Regel sediert werden, um störende Bewegungsartefakte in der Aufnahme zu vermeiden. Eine Sedierung birgt ein gewisses Risiko und kann in manchen Fällen schwere Nebenwirkungen verursachen. Hinzu kommt, dass sie Anästhesie-Service und Nachsorge erfordert und damit zeitaufwendig und personalintensiv ist. In den USA können sich beispielsweise die Kosten für Anästhesie-Service auf bis zu 1200 US-Dollar pro Stunde belaufen. Babys werden aufgrund der Risiken und möglichen Nebenwirkungen oft sehr niedrig sediert. Daher wachen rund 15 Prozent der Kinder während des Scans wieder auf und bewegen sich. Dies hat zur Folge, dass nachsediert und der Scan unter Umständen sogar wiederholt werden muss.

Als Siemens 2009 den CT-Scanner Somatom Definition Flash auf den Markt brachte, erkannten viele CT-Anwender sofort sein Potenzial für die Kinderradiologie: Die neue Generation der Dual-Source-Computertomografen verringert die notwendige Strahlendosis um das bis zu 20-fache. Die hohe Scan-Geschwindigkeit des Flash-Scan-Modus ermöglicht es, alle Patienten ohne Atemanhalten zu untersuchen und bei den jüngsten Patienten sogar ohne Sedierung auszukommen.

Die Studien aus der Kinderradiologie
In einer Untersuchung an der Universität Erlangen erwies sich, dass bei Kindern im Alter zwischen 14 und 17 Monaten Thorax-Untersuchungen ohne Sedierung mit einer durchschnittlichen Scan-Zeit von 0,49 Sekunden bei 1,9 mSv effektiver Dosis gemacht werden konnten, wobei die Bildqualität in allen Fällen diagnostisch war.

Forscher am Krankenhaus des Kunming Medical College in China konnten Kinder mit angeborenen Herzfehlern untersuchen, ohne dass diese den Atem anhalten mussten. Dabei betrug die Scan-Zeit 0,5 Sekunden bei einer effektiven Dosis von 0,29 mSv . Ärzte des Centre Chirurgical Marie Lannelongue in Frankreich, die ebenfalls Kinder mit angeborenen Herzfehlern untersuchten, benötigten dafür sogar nur 0,26 mSv .

CT-Applikationen zur Dosis-Reduktion von Siemens
Die zu wählende Röhrenspannung in der CT, die sogenannte kV (Kilovolt)-Stufe, hängt grundsätzlich zum einen von Grösse und Gewichtsverteilung des Patienten, zum anderen von der Untersuchungsart ab. Wählt man dafür die jeweils passende kV-Stufe, lassen sich sowohl die Bildqualität optimieren als auch die Dosis signifikant minimieren. Ändert man die Röhrenspannung, sind allerdings auch alle anderen Scan-Parameter entsprechend anzupassen. Da die Abhängigkeiten aber nicht linear sind und ihre Abstimmung sehr aufwändig ist, müssen die Werte heute manuell mit komplizierten Formeln berechnet oder geschätzt werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Anwender aus diesem Grund die kV-Werte in der Regel nicht verändern und damit nicht das gesamte Potenzial zur Dosisreduzierung ausschöpfen. Siemens bietet dazu erstmals eine Lösung an: Zum gewählten Röhrenstrom in Milli-Ampere (mA) schlägt Care kV nun, abhängig von der Patientenanatomie und der Untersuchungsart, automatisch die richtige Röhrenspannung vor. Alle anderen Parameter werden an die gewählte kV-Stufe automatisch angepasst. Damit wird das Verhältnis zwischen Kontrast und Rauschen im Bild optimiert. Zudem lässt sich die Dosis um bis zu 60 Prozent reduzieren. Diese Applikation wird derzeit von verschiedenen Kinderradiologen erprobt.

Während die heute üblicherweise genutzten Spannungswerte zwischen 80 und 140 kV liegen, lassen sich mit der Care-Child-Funktion CT-Untersuchungen mit nur 70 kV durchführen und damit besonders bei Kindern und Babys deutlich Dosis sparen. Möglich wird diese Leistung, weil Siemens seine Straton-Röhre weiterentwickelt hat, so dass sie diese niedrige Spannung erzeugen kann. Damit präsentiert Siemens erneut eine technische Innovation, mit der die Röntgendosis weiter reduziert werden kann.

Eine weitere Massnahme zur Dosisreduktion ist Safire (Sinogram Affirmed Iterative Reconstruction), eine neue Methode zur iterativen Rekonstruktion von CT-Bildern, die auf CT-Rohdaten basiert. Ende 2009 präsentierte Siemens mit IRIS (Iterative Reconstruction in Image Space) seine erste Innovation für die iterative Rekonstruktion. Mit Safire hat Siemens die Algorithmen weiterentwickelt und stellt ausserdem neue Hardware zur Verfügung, die es ermöglicht, die Zeit zur Berechnung der Schnittbilder im Vergleich zu IRIS erheblich zu verkürzen.

Auf dem IPR 2011 werden Radiologen und Kinderkardiologen erläutern, wie sich – im Vergleich zur Bildrekonstruktion mit nicht-iterativen Verfahren – die Strahlendosis bei Kindern mit Hilfe von Safire um bis zu 60 Prozent reduzieren lässt.

Hintergrund zum Somatom Definition Flash
Der Somatom Definition Flash ist ein Dual-Source-CT, bei dem zwei Röntgenröhren gleichzeitig um den Körper rotieren. Die bislang höchste Scan-Geschwindigkeit in der CT von bis zu 45 Zentimetern pro Sekunde und eine zeitliche Auflösung von 75 Millisekunden erlauben beispielsweise komplette Thorax-Aufnahmen in nur 0,6 Sekunden. Damit brauchen Patienten während der Untersuchung nicht mehr wie bisher den Atem anzuhalten. Gleichzeitig arbeitet der Somatom Definition Flash mit einer extrem verminderten Strahlendosis. Zum Beispiel kann ein Herz-Scan routinemässig bei Patienten mit bis zu 90 Kilogramm schon mit weniger als einem Milli-Sievert (mSv) durchgeführt werden, während die durchschnittliche effektive Dosis dafür üblicherweise zwischen 8 und 20 mSv beträgt.
Leseranfragen sind zu richten an:
Siemens Schweiz AG
Healthcare Sector
Freilagerstrasse 40
8047 Zürich
Tel. +41 (0)585 581 599

| Siemens Schweiz AG
Weitere Informationen:
http://www.siemens.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Extrem schnelle Erfassung und Visualisierung von Tumorgrenzen während der Operation
15.01.2018 | Universität zu Lübeck

nachricht Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen
12.01.2018 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie

Elektrische Felder steuern Nano-Maschinen 100.000-mal schneller als herkömmliche Methoden

19.01.2018 | Energie und Elektrotechnik