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Computer misst Schmerz objektiv

16.09.2011
Genauigkeit von 81 Prozent bei Hitzeschmerz

Damit ein Arzt weiß, ob und wie stark ein Patient Schmerzen verspürt, muss er ihn nach seiner eigenen Bewertung fragen. Ein Schritt zur objektiven Messung ohne Angaben des Patienten ist Medizinern der Stanford University gelungen. Wie sie in der Zeitschrift "PLoS ONE" berichten, stellt ihr Computerprogramm Schmerzen anhand von Gehirnscans fest und schafft zumindest bei Hitzeschmerz bereits eine Genauigkeit von über 80 Prozent.

Unterschied Schmerz und Erregung
Die Forscher setzten freiwillige Versuchspersonen einem mittleren Hitzeschmerz sowie einem nicht schmerzenden Wärmereiz aus. Gleichzeitig beobachteten sie die Hirnaktivität mittels funktioneller Magnetresonanztomographie und trainierten einen Computer dadurch, zwischen Reiz und Schmerz zu unterscheiden. Ein Test an weiteren Probanden zeigte, dass der Computer bereits zu 81 Prozent richtig bestimmen konnte, wie stark sie jeweils Schmerzen empfanden.

Ob die Methode auch für chronischen Schmerz und andere Schmerzarten richtige Aussagen liefert, muss noch erhoben werden. Ungeklärt ist auch noch, ob Schmerz oder emotional belastende Zustände wie Angst oder Depression unterschiedliche Ergebnisse liefert. "Schon lange sucht man nach einem Schmerzdetektor. Wir hoffen, diese Technik für eine bessere Feststellung und Behandlung von Schmerz verwenden zu können", erklärt der Forschungsleiter Sean Mackey.

Vorteil für Begutachtung
Wilfried Ilias, Past President der Österreichen Schmerzgesellschaft http://www.oesg.at , begrüßt dieses Ergebnis. "Die Methode kann sich künftig als sehr brauchbar erweisen, etwa in der Begutachtung von Schmerz oder für die Feststellung, wie die Schmerzintensität durch seelischen Schmerz überlagert ist und das Empfinden steuert", so der Wiener Anästhesist gegenüber pressetext. Voraussetzung für die Anwendbarkeit sei allerdings, dass die Treffsicherheit noch gegen 100 Prozent erhöht wird. Wesentliche Fortschritte seien jedoch in naher Zukunft zu erwarten.

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://med.stanford.edu

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