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Mit dem Brutkasten in das MRT

18.12.2012
Kinderradiologie des UKJ verfügt über neues Inkubatorsystem für Frühgeborene

Die medizinische Versorgung von Früh- und Neugeborenen am Universitätsklinikum Jena (UKJ) wurde jetzt deutlich ausgebaut: Am Thüringer Universitätsklinikum können nun auch Früh- und Neugeborene mit der Magnetresonanztomographie (MRT) untersucht werden, für die zuvor eine MRT-Untersuchung zu belastend gewesen wäre.


Mit dem neuen Inkubatorsystem, dem dritten dieser Art in Deutschland überhaupt, kann das Team der UKJ-Kinderradiologie um Prof. Dr. Hans-Joachim Mentzel (r.) nun auch Frühgeborene im MRT untersuchen.

Foto: UKJ/Szabo

Möglich wird dies durch ein neues MR-taugliches Inkubatorsystem, mit dem die Frühgeborenen direkt im MRT-Gerät untersucht werden können. Während der Untersuchung bleiben die Kinder dabei in dem speziellen Brutkasten. Es ist das erste System dieser Art in Thüringen, bundesweit gibt es nur zwei weitere Kliniken (Tübingen und Essen), die über ein solches System verfügen.

UKJ ist erste Klinik in Thüringen mit neuem System

„Bislang konnten die Frühgeborenen nicht im MRT untersucht werden, da sie den Schutz im Inkubator unbedingt benötigen und diesen aufgrund ihrer körperlichen Unreife nicht verlassen konnten. Eine Untersuchung im MRT ohne die schützende Umgebung des Inkubators hätte ist für diese Kinder eine zu große Belastung dargestellt.

Jetzt können wir die Kinder mit dem neuen Inkubatorsystem direkt im MRT unserer Kinderradiologie untersuchen, da das System den Schutz der Kinder garantiert und so konstruiert ist, dass es mit dem MRT kompatibel ist. Die Inkubatoren, die auf den Stationen genutzt werden, sind für eine solche Untersuchung im MRT nicht ausgestattet“, erklärt der Leiter der Sektion Kinderradiologie Prof. Dr. Hans-Joachim Mentzel am Universitätsklinikum Jena.

Untersuchungsspektrum enorm erweitert

Für die MRT-Untersuchung werden die Frühgeborenen direkt auf der Frühgeborenen-Intensivstation des UKJ von den Inkubatoren auf der Station in den „MRT-Inkubator“ verlegt und in diesem dann im MRT untersucht. „Sie verbleiben somit geschützt im Inkubator, die nötige Temperatur und das spezielle Klima des Brutkastens und eine ideale Überwachung sind auch während der Untersuchung im MRT permanent gesichert“, erklärt Prof. Mentzel. Das Untersuchungsspektrum kann mit Hilfe des MR-Inkubators enorm erweitert werden.

„Gerade bei speziellen Hirnerkrankungen werden nun die bisherigen Möglichkeiten des Ultraschalls verbessert. So können z.B. auch kleinste Gehirnveränderungen sicher erkannt und deren Ursachen diagnostiziert werden.“ Auch für Erkrankungen des Brust- und Bauchraums der sehr kleinen Frühgeborenen versprechen sich die Jenaer Kinderradiologen eine deutliche Erweiterung des diagnostischen Spektrums.

Prof. Dr. James Beck, Direktor der Kinderklinik am UKJ, ist glücklich über diese Ausstattung der Jenaer Kinderradiologie: „Die MRT-Untersuchungen ergänzen das bisherige Untersuchungsspektrum enorm. Davon profitieren unsere kleinsten Patienten sehr. Und natürlich können wir auch den Eltern in dieser Ausnahmesituation noch präzisere Auskunft geben.“ Möglich sind MRT-Untersuchungen nun bei Kindern ca. ab der 24. Schwangerschaftswoche bis zu einem Gewicht von fünf Kilogramm.

Generell gelten Kinder, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden, als Frühgeborene. In Deutschland kommen jährlich rund 50.000 Kinder vor dem errechneten Entbindungstermin zur Welt. Prof. Mentzel erklärt: „Es ist auch denkbar, dass Frühgeborene aus anderen Kliniken hier in unserer Kinderradiologie untersucht werden.“
Kontakt:
Prof. Dr. Hans-Joachim Mentzel
Sektion Kinderradiologie, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie I, Zentrum für Radiologie, Universitätsklinikum Jena
Telefon: 03641/938337
E-Mail: hans-joachim.mentzel@med.uni-jena.de

Stefan Dreising | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

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