Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Brustkrebs: Wann hilft die Magnetresonanztomografie (MRT)?

19.04.2011
Über 400 Fachleute für Brustkrebs diskutieren in Frankfurt am Main Diagnosestandards – Radiologen und Gynäkologen wollen Einigung über den Einsatz der Magnetresonanztomografie (MRT) erzielen – Einladung zum Pressegespräch im Klinikum Frankfurt Höchst am Montag, 02. Mai 2011 um 11.00 Uhr.

Nachdem die Mammaspezialisten auf dem vergangenen Konsensustreffen 2009 schwerpunktmäßig die Diagnose von Knotenbildungen in der Brust mit Mammographie und Ultraschall diskutierten, widmen sich die Teilnehmer in diesem Jahr ganz der weiterführenden Diagnostik. Hierbei wird es vor allem um den richtigen Diagnoseweg für die sogenannte Hochrisiko-Gruppe gehen – gesunden Frauen also, die aufgrund von Gendefekten und familiärer Vorbelastung ein deutlich erhöhtes Risiko tragen, an Brustkrebs zu erkranken.

Im Zentrum der wissenschaftlichen Debatte steht dabei die Magnetresonanztomografie (MRT), die sich zu einem wichtigen bildgebenden Verfahren der Brustkrebsdiagnostik entwickelt hat. „Die MRT hat den Vorteil, dass sie das Brustgewebe sehr detailreich und genau darstellt – es ist das Verfahren mit der höchsten Empfindlichkeit“, erklärt Tagungsleiter Professor Dr. med. Markus Müller-Schimpfle, Chefarzt des Instituts für Radiologie am Klinikum Frankfurt Höchst, Seniorpartner einer großen Radiologie-Praxis mit Sitz in der Mainzer Landstrasse und Mitglied des Vorstandes der Gesellschaft für Senologie (DGS). Zudem komme die MRT ohne den Einsatz von Röntgenstrahlung aus, da die Bilddaten in einem Magnetfeld erzeugt werden. „Wir werden auf unserem Konsensustreffen diskutieren, welchen Patientinnen die MRT am meisten nützt und wie wir ihre Potenziale noch verbessern können“, so Prof. Müller-Schimpfle.

Eine vielbeachtete sog. Metaanalyse aus Australien zeige, dass bei bereits erkrankten Frauen in der Phase vor der Operation die MRT gegenüber der herkömmlichen Mammografie keine signifikanten Verbesserung bezüglich des Operationserfolges, der sogenannten Rate an Nachresektionen, also erneuten Eingriffen, bringe. „Die MRT ist zwar die empfindlichste Methode, aber es gibt keine harten Fakten, die belegen, dass erkrankte Frauen durch die regelhafte Anwendung vor der Operation von dem Verfahren profitieren“, fasst Prof. Müller-Schimpfle die Ergebnisse der australischen Arbeit zusammen. Über die Gründe kann er bislang nur mutmaßen: „Es ist denkbar, dass durch die modernen onkologischen Therapien – angefangen bei der brusterhaltenden Operation über die Bestrahlung bis hin zur Chemotherapie – die Diagnose kleinster Zusatzbefunde wie sie die MRT erkennt, zurücktritt.“

Eine weitere Analyse (Niederlande, 2010) belegt durchaus den erheblichen diagnostischen Vorteil gegenüber dem herkömmlichen Verfahren der Röntgen-Mammografie mit nahezu doppelt so hoher Empfindlichkeit; allerdings: „10 bis 15 Prozent der Tumoren bei diesen Frauen werden nur in der Mammografie entdeckt, die Hochrisiko-Gruppe sollte daher auf jeden Fall die zusätzliche Absicherung durch das Röntgenverfahren erwägen, in jüngeren Jahren natürlich zurückhaltender als bei der reiferen Frau“, meint Prof. Müller-Schimpfle.

Unstrittig ist hingegen die MRT bei der Nachsorge, der Phase nach erfolgter Operation. „Die MRT ist die beste Methode, wenn man zwischen Operationsnarben und möglichen, nachwachsenden Tumorherden unterscheiden will“, erklärt der Frankfurter Radiologe und unterstreicht damit die Bedeutung der MRT gerade bei der heute vorherrschenden brusterhaltenden Operation. „Die Frage ist hier: sollten wir bei der erkrankten Frau mit dichter, unübersichtlicher Brust die MRT nicht grundsätzlich in die Nachsorge mit aufnehmen ?“

Einladung zum Pressegespräch
Zu einem Pressegespräch im Vorfeld der Tagung laden die Deutsche Röntgengesellschaft und das Klinikum Frankfurt am Main Höchst herzlich ein. Am Montag, dem 02. Mai 2011, stehen von 11.00 Uhr bis 12.00 Uhr interessierten Vertreterinnen und Vertreter der Presse mit Prof. Markus Müller-Schimpfle und Prof. Volker Möbus (beide Brustzentrum Klinikum Frankfurt am Main Höchst) zwei ausgewiesene Experten der Brustdiagnostik zur Verfügung. Das Pressegespräch findet im Klinikum Frankfurt Höchst, Gotenstraße 6-8, Konferenzraum, Raum A-EG 084 statt.
Information und Anmeldung:
Petra Fleischer
Klinikum Frankfurt Höchst
Unternehmenskommunikation/Sprecherin
Tel. 069/3106-3818
E-Mail: petra.fleischer@KlinikumFrankfurt.de

Florian Schneider | idw
Weitere Informationen:
http://www.drg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Wachkoma: System soll Patienten helfen, sich zu verständigen
24.05.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Premiere einer verblüffenden Technik
23.05.2017 | Deutsches Herzzentrum Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten