Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bilder des Gehirns ohne schädliche Röntgenstrahlen

15.01.2009
Neuroradiologisches Institut hat den weltweit modernsten Magnetresonanztomographen zur Untersuchung neurologischer und neurochirurgischer Erkrankungen.

Am Zentrum der Radiologie des Klinikums der J.W. Goethe-Universität wurde zum Jahreswechsel einer der weltweit modernsten Magnetresonanztomographen in Betrieb genommen.

Das neue Gerät steht im von Prof. Dr. Friedhelm Zanella geleiteten Institut für Neuroradiologie und kombiniert erstmals ein Magnetfeld der Stärke 3 Tesla mit einer besonders großen Magnetöffnung von 70 Zentimetern - beides eine deutliche Verbesserung für den Patienten, denn Untersuchungszeiten werden verkürzt, die Bildqualität verbessert und der Komfort des Gerätes erhöht.

Funktionsweise und Vorteile der Magnetresonanztomographie (MRT)

Der große Vorteil der MRT ist es, dass sie Bilder aus dem Körperinneren erzeugen kann, ohne den Patienten dabei schädlicher Strahlung auszusetzen.

Der menschliche Körper enthält viele Wasserstoff-Atomkerne (Protonen), die sich in einer Art Kreiselbewegung um die eigene Achse drehen. Die Bewegung der Protonen wird im MRT-Gerät entlang des Magnetfeldes ausgerichtet.

Durch kurzzeitig über eine Art Sender eingestrahlte Hochfrequenzwellen werden die Protonen aus der Richtung des Magnetfeldes abgelenkt. Nach Abschalten des Hochfrequenzimpulses schwingen sie wieder in die Ausgangslage zurück und setzen dabei Hochfrequenzsignale frei, die mit als Antenne wirksamen um den Körper herum angeordneten Spulen empfangen werden. Die in den Spulen gemessenen Signale werden in einem Computer einem bestimmten Ort im Messfeld zugeordnet, der daraus ein Bild der inneren Organe erzeugt.

Das Gehirn und die angrenzenden Regionen des Kopfes und Gesichts, die Wirbelsäule und das Rückenmark lassen sich besonders gut im MRT untersuchen. Im Laufe der MRT-Geschichte wurden die Magnetfeldstärken der Geräte immer größer. Mit dem neuen 3-Tesla-Tomographen besitzt das Frankfurter Universitätsklinikum ein MRT-System, dessen Magnetfeld doppelt so hoch ist wie bei herkömmlichen Geräten. Die Darstellung feiner Strukturen des Gehirns und der hirnversorgenden Gefäße wird damit so genau, dass kleinste Krankheitsprozesse unter 2 mm Durchmesser noch erfasst werden können. Die hohe Feldstärke trägt dazu bei, dass die Untersuchungszeiten bei gleichzeitig verbesserter Bildqualität verkürzt werden können.

Waren bei bisherigen Kernspintomographen Durchmesser von 60 Zentimetern üblich, besitzt das neue Gerät eine 70-Zentimeter-Öffnung, was den Komfort für die Patienten deutlich erhöht.

Medizinische Innovation für Hessen und Rhein-Main

Der von der Firma Siemens produzierte Magnetresonanztomograph, der nun am Institut für Neuroradiologie zum Einsatz kommt, dient in erster Linie der Versorgung stationärer Patienten mit neurologischen und neurochirurgischen Erkrankungen. Durch die große Öffnung ist er besonders zur Untersuchung schwerkranker, behinderter und ängstlicher, klaustrophobischer Menschen geeignet.

Mit dem Erwerb und der Nutzung des neuen Gerätes übernimmt das Frankfurter Universitätsklinikum eine Vorreiterrolle in Hessen und im Rhein-Main-Gebiet, da es sich dabei um die erste für die Routinediagnostik von Erkrankungen des Nervensystems genutzte Installation handelt. Das Institut nutzt den Magnetresonanztomographen jedoch nicht nur zu rein diagnostischen Zwecken, sondern auch zur Planung neurochirurgischer Operationen, die heute spezielle Abbildungen des Gehirns bzw. der Hirnfunktion, des Rückenmarkkanals, der Nervenfaserstränge sowie der biochemischen Vorgänge in Hirnzellen verlangt. Außerdem erhofft sich Prof. Zanella durch die bildgebende Diagnostik mehr über degenerative Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer zu erfahren.

Um die Sicherheit für Patient und Maschine zu gewährleisten, kümmert sich die HOST GmbH als Gemeinschaftsunternehmen des Universitätsklinikums Frankfurt und der HOCHTIEF Facility Management GmbH um die Installation, Instandhaltung und den Betrieb sämtlicher medizintechnischer Geräte am Klinikum. Der 3 Tesla-MRT wurde von HOST in nur elf Wochen während des laufenden Krankenhausbetriebs neu installiert und am 17. November 2008 in Betrieb genommen.

Den Neuerwerb möchte das Frankfurter Universitätsklinikum mit der Einweihung des Gerätes feiern. Hierzu sind auch Sie als Medienvertreter herzlich eingeladen. Die Veranstaltung findet statt am:
Zeit: Donnerstag, 22. Januar 2009, 15:00 - 17:30 Uhr
Ort: Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt, Institut für
Neuroradiologie (Haus 95), Schleusenweg 2-16, 60528 Frankfurt am Main
Für weitere Informationen:
Prof. Dr. Friedhelm Zanella
Direktor des Instituts für Neuroradiologie
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon: (069) 6301 - 5463
Fax: (069) 6301 - 5989
E-Mail: zanella@em.uni-frankfurt.de
Prof. Dr. Joachim Berkefeld
Leitender Oberarzt des Instituts für Neuroradiologie
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon: (069) 6301 - 5463
Fax: (069) 6301 - 5989
E-Mail: berkefeld@em.uni-frankfurt.de
Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon: (0 69) 63 01 - 77 64
Fax: (0 69) 63 01 - 8 32 22
E-Mail: ricarda.wessinghage@kgu.de

Ricarda Wessinghage | idw
Weitere Informationen:
http://www.kgu.de
http://www.kgu.de/neurad

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Mikroskop im Kugelschreiberformat: Auf dem Weg zur endoskopischen Krebsdiagnose
28.04.2017 | Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V.

nachricht Highspeed-Laser erkennt Krebs in zwei Minuten
25.04.2017 | University of Hong Kong

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie