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Bessere Bilder, genauere Diagnosen

06.10.2016

Eine neue Dimension der CT-Bildgebung am Klinikum rechts der Isar

Das Klinikum rechts der Isar der TUM setzt ein neues Computertomografiesystem (CT) ein. Im Vergleich zur bisherigen Bildgebung kann das Gerät in einer Untersuchung mehrere unterschiedliche Farben von Röntgenstrahlen unterscheiden. Dadurch lassen sich Gewebeeigenschaften genauer und spezifischer darstellen.


Prof. Markus Schwaiger, Ärztlicher Direktor des Klinikums rechts der Isar, Prof. Peter Henningsen, Dekan der Fakultät für Medizin, Prof. Franz Pfeiffer, Lehrstuhl für Biomedizinische Physik der TUM, und Prof. Ernst Rummeny, Direktor des Instituts für Radiologie, (vlnr) nehmen das neue CT offiziell in Betrieb. (Foto: M. Stobrawe, MRI)

Für Patienten bedeutet dies, dass sie weniger Untersuchungen und geringere Mengen an Kontrastmittel benötigen. Seit Ende August wurden am Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie bereits knapp 1.000 Patienten mit dem neuen CT-Gerät untersucht.

Die Computertomographie (CT) ist eine der wichtigsten Bildgebungsmöglichkeiten zur Untersuchung von Patienten. Am Klinikum rechts Isar werden täglich über hundert solcher Untersuchungen durchgeführt. Mit der neuen Spektraltechnologie, die erstmals auch farbige Röntgenbilder ermöglicht, konnte diese Untersuchungsmethode deutlich verbessert werden.

Das System IQon Spectral CT von Philips wurde Ende August – als erstes im süddeutschen Raum und eines der ersten weltweit – am Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie (Prof. Ernst J. Rummeny) in Betrieb genommen. Es liefert neben den Bildern zur Anatomie gleichzeitig Informationen über die Gewebeeigenschaften.

Mit dem neuen System können Patienten mit sämtlichen Erkrankungen untersucht werden, bei denen auch normalerweise ein CT gemacht wird, seien es Tumorerkrankungen, Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems oder orthopädischen Fragestellungen. Die neue Technologie ermöglicht eine sehr viel spezifischere Darstellung von verschiedenen Gewebearten und Kontrastmitteln als die bisherige CT-Bildgebung.

So lassen sich bisher nur vermutete Tumore nun genauer zuordnen, Nierenzysten können klar von Nierentumoren abgegrenzt werden, was mit konventionellen CT-Aufnahmen nicht möglich war. Bei kardiovaskulären Untersuchungen können die Ärzte besser unterscheiden, ob eine Gefäßverkalkung oder das als Kontrastmittel verwendete Jod sichtbar wird.

Auch die klinischen Arbeitsabläufe werden erleichtert: Ärzte können nach der spektralen CT-Untersuchung ‒ wie bei konventionellen Aufnahmen – die Bilder in Graustufen auswerten. Die spektralen Bilddaten, die während der Untersuchung mit aufgezeichnet wurden, lassen sich bei Bedarf ergänzend abrufen. Sie stehen also für jeden Patienten zur Verfügung, um Fragen zu klären, die anhand der „normalen“ Bilder noch offen sind. In den nächsten Monaten sollen am Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der Biomedizinischen Physik der TUM am Standort Garching und mit Forschern der Firma Philips neue Applikationen sowie weitere klinische Vorteile evaluiert werden.

Neben dem CT-Gerät zur Verbesserung der klinischen Anwendung wurde ein weiteres System für die vorklinische Forschung installiert. An diesem sollen in Zukunft weitergehende Technologien zur Verbesserung des Röntgenkontrastes in den CT-Bildern entwickelt und erforscht werden. Auch daran wird ein interdisziplinäres Forscherteam aus Mitarbeitern der diagnostischen und interventionellen Radiologie am Klinikum rechts der Isar (PD Dr. Noël), der Biomedizinischen Physik an der TUM (Prof. Dr. Pfeiffer), und dem Unternehmen Philips arbeiten.

Tanja Schmidhofer | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.mri.tum.de

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