Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Shock-Proof-Blutdruckmessgerät: falsche Werte ade

22.10.2007
Geräte zum Messen des Blutdrucks sind empfindlicher, als man denkt. Fallen sie herunter, schadet das der Mechanik - falsche Messwerte können angezeigt werden. Forscher haben jetzt ein filigranes Dämpfungssystem entwickelt - Erschütterungen sind so kein Problem mehr. Auf der Messe Medica in Düsseldorf (14. bis 17. November 2007) stellen die Wissenschaftler das Gerät vor (Halle 10, Stand F05 und G40).

Der Klinikalltag ist hart: Ärzte sind in Hektik, müssen schnell handeln und rennen nicht selten durch die Flure. Für die Geräte, die sie in ihrer Kitteltasche tragen, bedeutet das oft einen Härtetest. Besonders kritisch wird es, wenn etwa ein Blutdruckmessgerät auf den Boden fällt. Apparate, die Drücke messen, beherbergen in ihrem Inneren eine sehr filigrane Mechanik und reagieren deshalb empfindlich auf jede Art von Erschütterung.

Es kann schon genügen, wenn der Arzt das Blutdruckmessgerät in der Eile unsanft auf die Tischablage wirft. Die sensiblen Bauteile des Geräts werden in Mitleidenschaft gezogen und zeigen ab diesem Zeitpunkt falsche Messwerte an. Das kann sich unter Umständen verheerend auf die Behandlung eines Patienten auswirken - in manchen Fällen verändert sich etwa die Dosierung eines Medikaments, wenn der Blutdruck einen bestimmten Schwellenwert überschreitet.

Forschern der Fraunhofer-Technologie-Entwicklungsgruppe TEG in Stuttgart ist es in Zusammenarbeit mit der Firma Rudolf Riester nun gelungen, eine Polsterung zu entwickeln: Sie dämpft den möglichen Aufprall und schützt die mechanischen Bauteile vor Erschütterungen. "Mit einer High-Speed-Kamera haben wir gefilmt, was beim Aufprall eines Blutdruckmessgeräts passiert", erklärt Andreas Reindl, Projektleiter an der TEG. "Teile schlagen aneinander und werden kräftig geschüttelt." Die Aufnahmen mit 2000 Bildern pro Sekunde lieferten den eindeutigen Beweis: Unter Umständen kriegt sogar der Zeiger einen Schlag weg. Dank der Filme konnten die Ingenieure genau erkennen, an welchen Stellen eine Polsterung notwendig ist, und entwickelten ein wesentliches Dämpfungselement, das sie Dämpfungslippe nennen. Wichtigste Voraussetzung: die Dichtheit der Gesamtkonstruktion muss dabei gewährleistet sein, damit der Luftdruck nicht abfällt - sonst würde es ebenfalls zu falschen Messergebnissen kommen.

... mehr zu:
»TEG

Dank des "Shock-Proof"-Blutdruckmessgeräts gehören falsche Werte nun der Vergangenheit an. Zahlreiche Tests haben gezeigt, dass normale Geräte durch Erschütterungen starke Abweichungen anzeigen können: Eine Anzeige von 130 mmHg anstelle von 120 mmHg ist keine Seltenheit. Das Dämpfungssystem dagegen lässt kaum noch Abweichungen zu: maximal um 2 mmHg liegt die Nadel daneben. Das entspricht auf der Skala einem Abstand von lediglich einem halben Millimeter. Auf der Medica 2007 präsentieren die Forscher der TEG (Halle 10 / F05) und die Firma Rudolf Riester GmbH & Co. KG (Halle 10 / G40) ihre Neuentwicklung.

Andreas Reindl
Telefon: +49 711 970-3642
andreas.reindl@
teg.fraunhofer.de
Technologie-Entwicklungsgruppe Stuttgart TEG
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart

Dr. Janine Drexler | idw
Weitere Informationen:
http://www.teg.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2007/10/Presseinformation22102007.jsp

Weitere Berichte zu: TEG

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht UKR setzt auf roboterassistierte Wirbelsäulenchirurgie
02.12.2016 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neu entwickeltes Plasmaskalpell ermöglicht schonende Operationen
22.11.2016 | FH Aachen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie