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Unsichtbares Hörgerät steigert Lebensqualität

03.09.2007
Implantat bleibt fünf Jahre lang im Körper - Funksender lädt Batterie

Eine neue Art von Hörgeräten soll schwerhörigen Menschen in Zukunft das Leben erleichtern. Das Unternehmen Otologics testet im Moment eine neue Technik, bei der sämtliche Komponenten des Geräts implantiert werden. Somit soll Menschen mit mittleren bis schweren Hörschäden ein völlig normales Leben ermöglicht werden.

Gewöhnliche, externe Hörgeräte würden Millionen von Menschen helfen, aber viele weigerten sich die Hilfsmittel zu verwenden, weil sie soziale Ausgrenzung befürchteten, so ein Sprecher des Unternehmens. Manche Patienten hätten diese Möglichkeit erst gar nicht, erklärt Rolf Erdmann vom Deutschen Schwerhörigenbund im Gespräch mit pressetext: "Es handelt sich dabei um Menschen, die Ohrpassstücke nicht tragen können, zum Beispiel wegen Unverträglichkeiten des Materials, Missgestaltungen der Ohres oder der Gehörgänge oder rezidivierender Gehörgangs- und Mittelohrentzündungen."

Die neue Technik soll unsichtbar bleiben und für äußerliche Einwirkungen unempfindlich sein, die bei externen Hörgeräten Störungen verursachen. "Wer in Kontakt mit Wasser kommt oder stark schwitzt, hat Probleme mit gewöhnlichen Hörhilfen", so Erdmann. Das Gerät von Otologics fängt den Ton mit einem Mikrofon, das unter der Haut liegt, auf und wandelt ihn in Vibrationen um, die auf die Gehörknochen übertragen werden. "Man kann eher ein normales Leben führen", so José Bedoya von Otologics. "Patienten, denen das System implantiert wurde, sagen, dass es ein Teil von ihnen geworden ist und ein größeres Gefühl von Sicherheit bietet."

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Die Batterie des Geräts kann durch einen Funksender geladen werden, der mittels Magnet am Kopf angebracht wird. Das System kann dadurch für mindestens fünf Jahre im Körper bleiben, bevor alle Teile, bis auf die Verbindung zu den Gehörknochen, ausgewechselt werden müssen. Das neue Gerät wird in Europa etwa 14.000 Euro kosten. "Nach meiner Kenntnis werden solche Operationen nur aus gesundheitlichen Gründen in besonderen Bedarfsfällen durchgeführt und von der Krankenkasse bezahlt. Bisher werden derartige Hörgeräteversorgungen als Sonderversorgungen bezeichnet. Wer solch ein System ohne Indikation durch den HNO-Arzt bekommen möchte, muss die Kosten selbst tragen", so Erdmann.

Eine erste Studie an 20 Patienten zeigt zwiespältige Ergebnisse. Den schwerhörigen Menschen wurde das System auf jeweils einem Ohr implantiert. Bei anschließenden Tests hatten sich die Werte im Vergleich zu herkömmlichen Geräten verschlechtert. Nach der subjektiven Empfindung der Patienten hatte sich die Hörleistung jedoch verbessert und Töne wurden als natürlicher wahrgenommen. In einer weiteren Studie mit 90 Teilnehmern sollen die Ergebnisse nun verbessert werden.

Georg Eckelsberger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.otologics.com
http://www.schwerhoerigen-netz.de

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