Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RUB-Augenklinik behandelt Grauen Star durch Mini-Schnitt: Europaweit erstes "Stellaris"-Gerät

20.08.2007
Den Grauen Star mit Kleinstschnitten behandeln
Bochumer Uniklinik erhält europaweit erstes Hightech-Gerät
"Stellaris" braucht nur 1,8 mm kleine Schnitte
Als erste Klinik in Europa hat die Universitätsaugenklinik des Knappschaftskrankenhauses Bochum-Langendreer (Direktor: Prof. Dr. Burkhard Dick) ein neuartiges Gerät zur Behandlung des Grauen Stars (Trübung der Augenlinse, med. Katarakt) bekommen. Mit "Stellaris" ist die Katarakt-Operation mit Kleinstschnitten von maximal 1,8 mm behandelbar. Die erste Einsatzphase ist sehr gut angelaufen, alle bisher behandelten Patienten sind zufrieden und beurteilten die Operation als angenehm und unbelastend. Jedes Jahr werden im Knappschaftskrankenhaus rund 3000 Katarakt-Operationen durchgeführt, bei denen die getrübte Linse durch ein künstliches Linsenimplantat ersetzt wird.

Patienten profitieren: Bessere OP-Ergebnisse

Mit "Stellaris" sind Kleinstschnitte von 1,8 mm coaxial und biaxial möglich. Lag die Schnittgröße bei Staroperationen noch vor zehn Jahren bei etwa 6 Millimetern, so hat sie nun innerhalb kürzester Zeit eine Entwicklung über 3,5 und 2,8 mm bis hin zu dieser Kleinstinzision gemacht. Die Patienten profitieren davon durch verbesserte postoperative Ergebnisse. Kleinste Schnitte bedeuten eine schnelle Wundheilung, raschere Rehabilitation, geringere Hornhautverkrümmung und ein geringeres Risiko für das Eindringen von Bakterien.

Operateure äußerten ihre Wünsche

Das Gerät des Herstellers Bausch & Lomb, das erst kürzlich in den USA eingeführt wurde, findet in Bochum erstmals seine Anwendung außerhalb Amerikas. In seine Entwicklung sind viele Ideen und Erfahrungen aus Europa eingeflossen. 200 Operateure wurden befragt, welche Kriterien ihnen wichtig und wünschenswert sind. Der Einsatz des Geräts erfordert einige Voraussetzungen: Es sind spezielle Instrumente notwendig, es muss eine Linse verwendet werden, die durch den Kleinstschnitt hindurchpasst, ein hochsensibles Ultraschallgerät ist notwendig und der Druck im Auge muss auch während der Operation immer stabil gehalten werden. Dies ist über einen Vakuumlevel von 600 mmHg möglich, bisher lag er bei etwa 160 bis 260 mmHg. Bausch & Lomb bietet dazu eine Komplettlösung an. Darüber hinaus ist die Stellaris online mit der Herstellerfirma verlinkt, so dass eine mögliche Fehlerortung über das Internet erfolgen kann. Der Techniker kann im Bedarfsfall mit dem erforderlichen Ersatzteil anreisen und den Fehler sofort beheben. Für die Augenklinik bedeutet der Einsatz des Gerätes "Stellaris" eine weitere Verfeinerung ihrer ohnehin sehr gut ausgestatteten Medizintechnik.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Burkhard Dick, Augenklinik der Ruhr-Universität Bochum im Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer, In der Schornau 23-25, 44892 Bochum, Tel. 0234/299-3101, E-Mail: augenklinik@kk-bochum.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Auf die richtige Verbindung kommt es an: Tiefe Hirnstimulation bei Parkinsonpatienten individuell anpassen
22.06.2017 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

nachricht Forschungsprojekt BabyLux: Neues Messinstrument schützt Frühgeborene vor Gehirnschädigungen
12.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften