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Siemens liefert die technische Ausrüstung und gewährleistet die Instandhaltung des Systems. Insgesamt investiert die Rhön Klinikum AG mehr als 100 Millionen Euro in das Projekt. Am 20. August ist die Grundsteinlegung. 2010 soll es fertig gestellt sein. Eine ähnliche Anlage entsteht mit Beteiligung von Siemens auch in Heidelberg für das Universitätsklinikum. Dort sollen bereits kommendes Jahr Patienten behandelt werden.
Krebspatienten werden je nach Ausprägung des Tumors chirurgisch, mit einer Chemo- oder einer Strahlentherapie behandelt. Letztere wird bei ungefähr 60 Prozent aller Krebsleiden angewandt. Dabei wird der Tumor mit Photonenstrahlen therapiert, deren Wirkung jedoch kurz nach Eindringen in das Gewebe kontinuierlich abnimmt. Der Großteil der Dosis geht somit auf dem Weg zum Tumor verloren.
Der Vorteil der Partikeltherapie liegt in der Effizienz und Zielgenauigkeit, mit der eine Dosis den Tumor erreicht. Zum einen bleibt das umliegende Gewebe größtenteils verschont, zum anderen erreicht die Strahlenwirkung das eigentliche Ziel. Denn im Gegensatz zu herkömmlichen Photonenstrahlen geben die Partikelstrahlen ihre Dosis erst direkt im Tumor ab.
Dieser Zielpunkt lässt sich präzise einstellen. In Marburg installiert Siemens Medical Solutions dafür einen Teilchenbeschleuniger, der die Partikel auf die Geschwindigkeit beschleunigt – theoretisch bis zu 60 Prozent der Lichtgeschwindigkeit – damit sie die nötige Energie erlangen. Verwendet werden Protonen und Kohlenstoffionen. Diese können bis zu 30 Zentimeter tief in den Körper eindringen. Über spezielle Strahlenführungen gelangen die Ionen in den Behandlungsraum zum Patienten. Dabei können Reichweite, Fokussierung und Intensität des Strahls einfach am Computer eingestellt werden. Eine 3D-Rekonstruktion des Tumors bildet die Grundlage des Bestrahlungsplans, mit dem der Tumor millimetergenau behandelt wird.
Weltweit wurden bisher fast 50.000 Patienten mit der Partikeltherapie behandelt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich in bestimmten Fällen die Behandlungsdauer im Vergleich zur konventionellen Strahlentherapie erheblich reduzieren lässt. Zudem steigen die Heilungschancen bei manchen Krebsleiden bis über 90 Prozent. (IN 2007.08.1)
Dr. Norbert Aschenbrenner | Quelle: Siemens InnovationNews
Weitere Informationen: www.siemens.de/innovation
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