Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Göttinger Kardiologen setzen selbst auflösendes Doppel-schirm-System weltweit erstmals bei einem Kind ein.

19.07.2007
Kinderkardiologen am Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen haben am Dienstag, 17. Juli 2007, weltweit erstmals ein Kind mit einem resorbierbaren Implantat für Herzscheidewanddefekte erfolgreich behandelt.

Die Kinderkardiologen des Herzzentrums der Universitätsmedizin Göttingen haben weltweit erstmals einem Kind ein biologisch abbaubares Implantat für die Behandlung von Defekten in der Herzscheidewand eingesetzt. Durch das neue, sich selbst auflösende Implantat gibt es langfristig deutlich weniger Fremdkörperreaktionen. „Das ist ein großer Fortschritt bei der Behandlung von Herzscheidewanddefekten“, erläutert Priv. Doz. Dr. Christian Jux, projektverantwortlicher Oberarzt an der Abteilung Pädiatrie III mit Schwerpunkten Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin im Herzzentrum Göttingen. Das neue Verschlusssystem wird durch körpereigene Enzyme und Fresszellen des Patienten abgebaut – vergleichbar mit einem auflösbaren Faden beim Wundverschluss. Wenn das Verschlusssystem in der Herzscheidewand eingeheilt und von körpereigenem Gewebe überdeckt ist, löst es sich innerhalb von zwei Jahren zu etwa 90 Prozent auf. Die Göttinger Kinderkardiologen haben das neue System („Schirm-System“) BioSTAR® gemeinsam mit der Firma NMT Medical (Boston, USA) in einer Forschungskooperation entwickelt und erprobt. Es hat jetzt die CE-Zulassung erhalten.

Am Herzzentrum Göttingen kam das Implantat am Dienstag, 17. Juli 2007, weltweit erstmals bei einem Kind zum Einsatz. Zusätzlich wurde das System deutschlandweit am gleichen Tag erstmals bei zwei Erwachsenen verwendet.

Insgesamt drei Patienten wurde das Schirmsystem erfolgreich eingesetzt. Zuvor war das neue Implantat in einer klinischen Multizenterstudie mit 57 erwachsenen Patienten erfolgreich erprobt worden. Seit Ende Juni 2007 ist es offiziell für den Einsatz in der Praxis zugelassen.

... mehr zu:
»Herzzentrum »Implantat »Kardiologie

Großer Vorteil für kleine Patienten

Löcher in den Scheidewänden der Vorhöfe und in den Herzkammern zählen zu den häufigsten angeborenen Herzfehlern. „Besonders für Kinder bietet das Verschlusssystem eine sehr gute Behandlungsmöglichkeit. Kinder müssen lange mit ihrem Implantat leben“, erläutert Jux. „Bei den bisher verfügbaren Systemen finden wir häufig auch nach Jahren noch lokale Entzündungs- und Fremdkörperreaktionen oder sogar Verkalkungen und Gewebewucherungen. Diese Risiken können mit dem neuen Implantat gesenkt werden.“

Positionierung mit dem Herzkatheter

Durch einen dünnen Katheter führen die Ärzte das Doppelschirm-System zum Loch in der Vorhofscheidewand. Da ein solcher Defekt bis zu mehreren Zentimetern groß sein kann, muss auch das Verschlusssystem eine entsprechende Größe haben. „Das Implantat wird gefaltet, bevor es durch den Katheter geschoben wird. Am Herzen angekommen spannt es sich dann auf – ähnlich wie ein Schirm, so dass es den Defekt vollständig verschließt“, erklärt Dr. Jux.

Kinder und Erwachsene mit Herzscheidewanddefekten können sich ab sofort für diese neue Behandlung mit den auflösbaren Implantaten am Herzzentrum Göttingen anmelden. Terminvereinbarungen unter Telefon 0551-39 6203.

PRESSEGESPRÄCH: EINLADUNG DES HERZZENTRUMS GÖTTINGEN
Freitag, 27. Juli 2007, 15:00 Uhr
Multimediaraum der Universitätsmedizin Göttingen
Robert-Koch-Straße 40
37075 Göttingen
Am Freitag, den 27. Juli 2007, stellt Ihnen das Herzzentrum Göttingen das neue Doppelschirm-System in der Praxis vor. Sie sehen die Funktionsweise des Implantats und einen Film der ersten Implantation. Sie können mit einem behandelten Patienten und den Experten am Herzzentrum Göttingen sprechen.

Bitte geben Sie mit beiliegender Fax-Antwort eine kurze Rückinfo, ob Sie am Pressegespräch teilnehmen werden. Vielen Dank!

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Herzzentrum Göttingen, Öffentlichkeitsarbeit Mann beißt Hund – Agentur für Kommunikation Esther Beck Dagmar Schramm
Robert-Koch-Str. 40, D-37099 Göttingen Stresemannstraße 374 b, D-22761 Hamburg
Telefon: 0551/39-10198, Fax: 0551/39-14142 Telefon 040/890 696-25, Fax 040/890 696-20
E-Mail: ebeck@med.uni-goettingen.de E-Mail: ds@mann-beisst-hund.de
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Stefan Weller, Telefon: 0551/39-9959, Fax: 0551/39-9957
Robert-Koch-Str. 42, D-37099 Göttingen
E-Mail: presse.medizin@med.uni-goettingen.de

Stefan Weller | Uni Göttingen
Weitere Informationen:
http://www.universitaetsmedizin-goettingen.de
http://www.med.uni-goettingen.de/presseinformationen/presseinformationen_6762.asp

Weitere Berichte zu: Herzzentrum Implantat Kardiologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Mikroskopie der Zukunft
22.05.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Markerfreies Verfahren zur Schnelldiagnose von Krebs
22.05.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics