Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die erste bionische Hand der Welt findet Anklang bei Amputierten

17.07.2007
  • Touch Bionics und US-amerikanische Grosskliniken statten Patienten mit bahnbrechender neuer Prothese aus
  • Veteranen des Irakkriegs gehören zu den ersten Empfängern der i-LIMB Hand

Touch Bionics, das die erste auf dem Markt erhältliche Bionik-Hand entwickelte, verkündete heute, dass seine i-LIMB Hand und ProDigits-Teilhandprothesen nun allgemein erhältlich sind und eine bedeutende Anzahl von Patienten aus den USA und Europa erfolgreich damit ausgestattet wurden.

Die i-LIMB Hand von Touch Bionics ist die erste weithin erhältliche Prothese mit fünf individuell angetriebenen Fingern, die wie eine echte menschliche Hand aussieht und sich wie eine solche verhält. In einer weiteren Pionierleistung der Branche passte TouchBionics sein ProDigits-Produkt an Patienten an, denen entweder infolge eines Erbfehlers oder eines Unfalls Finger fehlen. In der Vergangenheit waren keine geeigneten angetriebenen Teilhandprothesen erhältlich.

Die i-LIMB Hand und ProDigits werden später in diesem Monat auf dem 12. Weltkongress der International Society for Prosthetics and Orthotics in Vancouver, Kanada, offiziell vorgestellt. Aber die Technologie von Touch Bionics verändert bereits jetzt das Leben von Prothesenempfängern durch die Zusammenarbeit mit führenden US-Kliniken wie Advanced Arm Dynamics, Benchmark Orthotics and Prosthetics, Hanger Prosthetics and Orthotics, LIVINGSKIN und Scott Sabolich Prosthetics and Research.

... mehr zu:
»Prothese

US-Army Sergeant (a.D.) Juan Arredondo aus Universal City, Texas, der seine Hand verlor, als sein Fahrzeug von einem improvisierten Sprengsatz getroffen wurde, ist einer der Patienten, die nun ein anderes Leben führen, seitdem sie mit der i-LIMB Hand versorgt wurden.

"Seitdem ich sie habe, überrascht mich die Hand jeden Tag", sagte Sgt. Arredondo, der der 2nd Infantry Division, 1/506th Destroyer Company angehörte. "Ich kann jetzt einen Styroporbecher aufheben, ohne ihn zu zerbrechen. Mit meiner anderen myoelektrischen Hand hätte ich mich wirklich darauf konzentrieren müssen, wie viel Druck ich auf den Becher ausübe. Die i-LIMB Hand tut die Dinge auf eine natürliche Weise. Ich kann einfach normal nach dem Becher greifen."

Der 40-jährige Medizinvertreter und Labortechniker John German aus Altoona, Pennsylvania, der seine Hand im Jahr 1987 verlor, hat die i-LIMB Hand vor Kurzem erhalten. Er ist von den "umfangreichen, praxisbezogenen Fähigkeiten" der i-LIMB Hand im Vergleich zu anderen Prothesen, die er im Lauf der vergangenen 20 Jahre verwendet hatte, begeistert.

"Die Hand, die ich vorher hatte war nicht besser als ein kabelloser mechanischer Haken, während die i-LIMB Hand eine dynamische Hand ist", sagte Herr German. "Anstatt eines c-förmigen Greifers habe ich mit der i-LIMB Hand ein volles Griffspektrum, das mich all das tun lässt, was ich will."

Lindsay Block aus Oklahoma City, Oklahoma, hat lebenslange Erfahrung mit Prothesen. Da ihr infolge eines Geburtsfehlers der untere Teil ihres linken Arms fehlte, hat die jetzt 26-jährige Frau Block fast jede Generation von Prothesentechnologie verwendet, seitdem sie ihre erste im Alter von sechs Monaten erhielt. Sie ist insbesondere von dem lebensechten Aussehen der i-LIMB sowie ihrem umfangreichen Bewegungsspielraum beeindruckt.

"Wenn ich die i-LIMB Hand trage, bin ich ziemlich sicher, dass niemand, der mich nicht kennt, darauf käme, dass es nicht meine eigene Hand ist", sagte sie. "Es ist grossartig, wie sie sich an alles anpassen kann, was sie anfasst. Mit dieser neuen Hand muss man nicht mehr so strategisch denken, wie man sie einsetzten könnte, denn es wird einem klar, dass sie nicht beschränkt ist und sich an das, was sie festhält, anpassen wird."

Die Technologie, auf der die i-LIMB Hand aufgebaut ist, ist das Ergebnis jahrelanger Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen von Touch Bionics.

"Wir sind begeistert, das Unternehmen zu sein, das die bionische Handtechnologie aus der Forschungs- und Entwicklungsphase in die Alltagswelt bringt und einen Generationssprung in der Bionik und der Patientenpflege anführt", sagte Touch Bionics CEO Stuart Mead. "Wir sind seit unserer Gründung bestrebt, die Lebensqualität von Patienten mit schweren Verletzungen und Behinderungen zu verbessern und es ist ein wunderbares Gefühl, nun in der Lage zu sein, dieses Ziel zu erreichen."

Die i-LIMB Hand bietet ein einzigartiges, hochgradig intuitives Steuersystem, das einen herkömmlichen myoelektrischen Signaleingang zum Öffnen und Schliessen der lebensechten Finger der Hand verwendet.

Die myoelektrische Steuerung nutzt die elektrischen Impulse, die von den Muskeln des verbleibenden Teils des betreffenden Körperteils erzeugt werden. Diese Signale werden von an der Hautoberfläche angebrachten Elektroden aufgenommen. Für Benutzer von herkömmlichen, einfachen myoelektrischen Händen ist die Umstellung auf das neue System kein Problem, und sie können die neuen Funktionen des Gerätes innerhalb von Minuten beherrschen. Neuen Patienten bietet die i-LIMB Hand eine nie zuvor dagewesene Multi-Funktions-Prothesenlösung.

"Ich war erstaunt, wie schnell ich lernen konnte, Dinge mit der i-LIMB Hand zu tun, obwohl ich sie erst eine Stunde zuvor erhalten hatte", sagte Donald McKillop aus Kilmarnock, Schottland, einer der ersten Patienten, die mit der i-LIMB Hand ausgestattet wurden. "Am wichtigsten ist die Fingerbeweglichkeit, denn dort liegt der entscheidende Unterschied. Es ist wirklich unglaublich, zu sehen, wie sich die Finger bewegen und Dinge greifen, die ich vorher nicht aufheben konnte. Die Hand fühlt sich wie ein echter Ersatz für meine fehlende Hand an und es ist jetzt sehr natürlich für mich, alle möglichen Arten von Dingen aufzuheben. Es macht alltägliche Aktivitäten viel einfacher."

Touch Bionics hat einen individuellen Überzug für seine Produkte entwickelt. Die i-LIMB Skin ist eine dünne Schicht von halbtransparentem Material, dass mit Hilfe von Computern passgenau modelliert wurde, um jede Kontur der Hand abzudecken.

"Der Überzug ist in der Prosthetik ein Bereich von enormer Bedeutung, sowohl aus kosmetischen Gründen als auch im Hinblick auf Beständigkeit. Er ist ein zentraler Bestandteil unserer Lösung und bringt eine weitere Dimension von persönlichem Komfort und Zufriedenheit für unsere Kunden", sagte Mead. "Manchen Patienten, insbesondere Soldaten, gefällt das roboterartige Aussehen der i-LIMB Skin, aber andere wünschen sich, dass das Gerät anatomisch zum Rest ihres Körpers passt und bevorzugen einen lebensechten Überzug für die i-LIMB Hand und ProDigits."

Für die Patienten, die ein möglichst lebensechtes Aussehen der Hand wünschen, hat sich Touch Bionics zur Entwicklung von Überzügen für seine Produkte mit einigen führenden Unternehmen der Branche zusammengetan. ARTech Laboratories und LIVINGSKIN leisten Pionierarbeit in der detaillierten Kosmese - diese Unternehmen arbeiten mit Touch Bionics zusammen, um die lebensähnlichen Bewegungen und Leistungsstärke der Hand mit einem lebensgetreuen Hautüberzug zu ergänzen.

Die i-LIMB Hand und die ProDigits-Produkte werden ab heute ausgeliefert und Patienten werden in allen oben erwähnten Kliniken sowie weiteren US-Krankenhäusern und der modernen Einrichtung von Touch Bionics in Livingston, Schottland, mit diesen Produkten versorgt.

Linda Forrest | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.touchbionics.com

Weitere Berichte zu: Prothese

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Wachkoma: System soll Patienten helfen, sich zu verständigen
24.05.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Premiere einer verblüffenden Technik
23.05.2017 | Deutsches Herzzentrum Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften