Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues 3 Tesla-MRT im DKFZ: präzisere Krebsdiagnosen durch schnellere Messungen und brillantere Bilder

20.04.2007
Die Anforderungen der Krebsmedizin an die Leistungsfähigkeit bildgebender Diagnoseverfahren steigen kontinuierlich - längst geht es nicht mehr nur um die Abbildung anatomischer Details: Gerade in der Tumordiagnostik benötigen Ärzte neben der Darstellung kleinster, versteckter Krebsherde auch einen Einblick in Physiologie und Stoffwechsel der Gewebe.

Um mit den wachsenden Anforderungen an eine moderne Diagnostik Schritt zu halten, hat das Deutsche Krebsforschungszentrum seine Geräteausstattung um einen leistungsfähigen Magnetresonanztomographen (MRT) mit der Magnetfeldstärke 3 Tesla ergänzt. Das neue MAGNETOM TIM Trio wurde gemeinsam mit seinem Hersteller Siemens im Rahmen der Strategischen Allianz mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum installiert.

Der Tomograph ist mit besonders leistungsfähigen "Antennen" ausgestattet, die die Mess-Signale aus dem Körper auffangen: Neben einer präziseren Bildauflösung, die auch feinste anatomische Strukturen sichtbar macht, arbeitet das neue Gerät dadurch auch schneller. So werden Darstellungen aus dem Körperinneren erreicht, die nicht durch die Bewegung der Atmung oder des Herzschlags "verwackeln". Auch Untersuchungen, die die Hirnaktivität in Abhängigkeit von bestimmten Bewegungen oder Reizen erfassen, erbringen mit dem neuen Gerät aussagekräftigere Resultate. Darüber hinaus nimmt die Messung großer Körperbereiche oder gar ein "Ganzkörper-Scan" deutlich weniger Zeit in Anspruch - und erspart so dem Patienten stundenlanges Stillliegen in der lauten Röhre. Bei der Untersuchung von Kindern, die keiner Strahlenbelastung ausgesetzt werden sollen, ist das MRT ein bedeutendes Diagnoseinstrument.

Gerade für die ganz Kleinen, denen das Stillhalten besonders schwer fällt, sind die verkürzten Untersuchungszeiten des 3Tesla-MRTs eine echte Erleichterung.

... mehr zu:
»3Tesla-MRT »MRT »Tomograph

Im Deutschen Krebsforschungszentrum ist bereits eine Vielzahl von Forschungsprojekten mit dem neuen Tomographen geplant: Eine genauere Beurteilung der Gewebestruktur von Hirntumoren soll die Einschätzung der Aggressivität des Krebses erleichtern. Darüber hinaus wollen die Radiologen prüfen, ob sich in der MRT-Darstellung gesundes Drüsengewebe und Prostatakrebs sicher von einander abgrenzen lassen. Demenzerkrankungen wie etwa Alzheimer sind in der Frühphase oft schwer zu diagnostizieren. Eine gezielte Prüfung der Leistungsfähigkeit des Gehirns durch Aktivitätsmessung im MR-Tomographen soll bereits frühzeitig eine präzisere Einschätzung des Risikos erlauben.

Der Schwerpunkt der Arbeit mit dem 3Tesla-MRT wird jedoch in der Planung von hochpräzisen Strahlentherapien liegen. Die detaillierten Informationen über physiologische Parameter, die das neue Gerät liefert, sollen beitragen, Tumoren und ihre aggressiven Anteile noch besser zu treffen, ohne umgebendes, gesundes Gewebe zu schädigen.

Zur Einweihung des Geräts mit einer kleinen Feier am Montag, dem 23. April 2007, von 14 bis 16 Uhr, im Deutschen Krebsforschungszentrum sind Journalisten herzlich eingeladen.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und Krebsrisikofaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen zu neuen Ansätzen in Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen führen. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.

Dr. Sibylle Kohlstädt | idw
Weitere Informationen:
http://www.dkfz.de

Weitere Berichte zu: 3Tesla-MRT MRT Tomograph

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Präzisionsbestrahlung bei Prostatakrebs: HYPOSTAT-Studie wird ausgeweitet
11.12.2017 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

nachricht Neues Verfahren für die Erkennung von Brustkrebs etabliert
06.12.2017 | Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten