Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit dem Magneten direkt ans Ziel

07.03.2007
Neueste Behandlungsmethode am Herzen im Uniklinikum Göttingen

Neueste Kathetertechnik behandelt Herz-Rhythmusstörungen an der Universitätsmedizin Göttingen. Herzzentrum Göttingen setzt als erste Klinik in Niedersachsen die Magnetnavigation ein.

(umg) Die Abteilung Kardiologie und Pneumologie der Universitätsmedizin Göttingen hat seit März ein neues, hochmodernes Herzkatheterlabor zur Behandlung von Patienten mit Herz-Rhythmusstörungen. Neu ist hier die Magnetnavigation. Mit zwei großen Magneten können die Katheter präzise gesteuert werden, um dann die Entstehungsorte von Herz-Rhythmusstörungen im Herzen gezielt und sicher zu veröden. Göttingen ist die vierte Klinik in Deutschland und die erste Klinik in Niedersachsen, die über ein solches hochmodernes System verfügt.

"Das Magnetnavigationssystem erlaubt uns eine sehr genaue Katheterverödung von Herzrhythmusstörungen. Mit dem neuen Verfahren vermindern wir die Untersuchungsdauer und die Strahlenbelastung. Große Vorteile sehen wir für die Verödung von Vorhofflimmern", so Prof. Dr. Markus Zabel, Leiter des Schwerpunktes Klinische Elektrophysiologie in der Abteilung Kardiologie und Pneumologie (Direktor: Prof. Dr. Gerd Hasenfuß).

Ursache für schnelle Herzrhythmusstörungen können neue Impulsgeber oder zusätzliche Leitungsbahnen sein, die zusätzlich zu dem natürlichen Impulsgeber des Herzens, dem Sinusknoten, entstehen. Diese zusätzlichen Bahnen oder Impulsgeber können durch entsprechende Katheterverfahren identifiziert werden. Anschließend ist eine Verödung über spezielle Katheter unter Verwendung von Wärme oder Kälte möglich.

Vorhofflimmern stellt die häufigste Rhythmusstörung dar. Nahezu ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland ist davon betroffen, mit zunehmender Häufung in höherem Lebensalter. Die Ablationsbehandlung von Vorhofflimmern wird am Herzzentrum Göttingen seit März 2006 erfolgreich durchgeführt. Dies geschieht, indem durch das Anlegen elektrischer Barrieren zusätzliche Impulsgeber abgekoppelt und so die Beschwerden der Patienten in vielen Fällen beseitigt werden.

Die neue Magnet-Navigationstechnik bringt weitere entscheidende Vorteile für die betroffenen Patienten. Prof. Hasenfuß stellt in Aussicht, dass mit dem neuen Verfahren auch Vorhofflimmern bei komplexeren Herzerkrankungen therapiert werden kann: „Wir gehen davon aus, mit der Magnetnavigation in Zukunft auch Vorhofflimmern bei Patienten mit Herzschwäche behandeln zu können. Bei diesen Patienten ist die Behandlung durch Vergrößerung der Herzkammer erschwert. Daher konnte sie mit dem bisherigen Ablationsverfahren nur in Einzelfällen durchgeführt werden“, so Hasenfuß.

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Herzzentrum Göttingen, Abteilung Kardiologie und Pneumologie
Prof. Dr. Markus Zabel, Telefon 0551/39-10264
Robert-Koch-Straße 42, 37075 Göttingen
E-Mail: markus.zabel@med.uni-goettingen.de

Stefan Weller | Universitätsmedizin Göttingen
Weitere Informationen:
http://www.universitaetsmedizin-goettingen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Filterschutz fürs Gehirn: Weniger Schlaganfälle bei Herzklappenersatz-OP
17.08.2017 | Universitätsklinikum Ulm

nachricht Cochlea-Implantat: Viele Formen funktionieren
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten