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Hyperthermie - gezielt dem Krebs einheizen

31.08.2006
Fokussierter Einsatz von Wärme unterstützt erfolgreich die Wirkung von Strahlen- und Chemotherapien

Rund 400.000 neue Krebspatienten gibt es nach einer Studie der „Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsbezogener Krebs-register“ jedes Jahr alleine in Deutschland. Bei rund 200.000 Menschen pro Jahr ist der Krankheitsverlauf tödlich.

Die unterschiedlichen Tumorarten werden derzeit mit drei Behandlungsmethoden bekämpft: Chemotherapie, Strahlentherapie und chirurgischen Eingriffen. Häufig reichen diese Therapieformen jedoch nicht aus, um die Krebszellen endgültig zu vernichten. Eine ergänzende Behandlungsmethode, die durch Einsatz von Wärme den Erfolg der klassischen Therapien deutlich steigern kann, ist die Hyperthermie.

Wörtlich bedeutet der Begriff „Überwärmung“ oder „sehr hohes Fieber“. Mithilfe gezielter elektromagnetischer Energiestrahlung werden die vom Krebs befallenen Bereiche auf 42,5°C erhitzt. Die hohen Temperaturen begünstigen eine verstärkte Durchblutung des Tumors und damit eine signifikant verbesserte Wirkung von Strahlen- und Chemotherapie.

Je nach Krebsart werden unterschiedliche Hyperthermie-Verfahren angewandt. Neben der Ganzkörper-Hyperthermie verspricht vor allem die regionale Tiefenhyperthermie Erfolg. Klinische Studien haben gezeigt, dass durch diese Anwendung so genannter therapeutischer Wärme das krankheitsfreie Überleben verlängert und die lokale Tumorkontrolle verbessert werden. Mediziner in den Niederlanden konnten mit dieser Methode sehr gute Ergebnisse erzielen. Hier wurden 114 Frauen mit der klassischen Strahlentherapie behandelt, ein Teil der Frauen zusätzlich der regionalen Tiefenhyperthermie unterzogen. Die Überlebenschance dieser Frauen lag im Drei-Jahres-Vergleich etwa doppelt so hoch wie in der Vergleichsgruppe.

Der Studienergebnisse zeigen deutlich: Es kommt zu einer Wirkungssteigerung von Chemo- und Strahlentherapie und eine erhöhte Durchblutung durch die Wärme kann den Tumor für die Strahlentherapie empfindlicher machen. Durch die verstärkte Durchblutung in der Tumorregion kann außerdem eine höhere Konzentration von zellabtötenden Medikamenten erzielt werden. Ein zweites wichtiges Ergebnis ist die direkte zellabtötende Wirkung durch die Erhitzung, was durch verschiedene Untersuchungen untermauert wurde. Darüber hinaus wandelt sich der Immunstatus: die Temperaturerhöhung führt zur Änderung bestimmter Moleküle auf der Oberfläche der Tumorzellen, was die „Enttarnung“ dieser Zellen und somit die Aktivierung des körpereigenen Immunsystems zur Folge hat.

Dr. Sennewald Medizintechnik GmbH

Die Dr. Sennewald Medizintechnik GmbH vertreibt die fortschrittlichsten Hyperthermiesysteme, die bei der Behandlung von onkologischen Erkrankungen zum Einsatz kommen. Hyperthermie ist eine äußerst schonende, etablierte und klinisch erprobte Behandlungsform zur verstärkten Zerstörung von Tumorzellen durch selektive Überwärmung. Die stationäre Hyperthermie wird heute nur in Kombination mit Strahlen- und Chemotherapie angewandt. Mittlerweile nutzen neben elf renommierten deutschen Krankenhäusern weitere elf Hyperthermie-Therapie-Zentren im europäischen Ausland die Geräte der in München ansässigen Dr. Sennewald Medizintechnik GmbH.

Dr. Sennewald Medizintechnik GmbH
Monica Sennewald
Schatzbogen 86
D-81829 München
Tel.: +49 89 / 542143-25
Fax: +49 89 / 542143-30
E-Mail: monica.sennewald@sennewald.de

Monica Sennewald | Dr.Sennewald Medizintechnik GmbH
Weitere Informationen:
http://www.hyperthermie.org
http://www.sennewald.de

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