Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf dem Weg zur lebendigen Prothese

12.05.2006


Spitzenforscher beraten in Rostock Entwicklung von Biomaterial

Früher stellte sich die Frage, ob ein Implantat vom Körper angenommen wird oder nicht. Heute entwickeln Forscher Prothesen, die den Körper anregen, nachzuproduzieren, was bei einer Operation oder durch Verschleiß verloren ging. Dafür ist interdisziplinäre Forschung notwendig: Die Tagung "Interface Biology of Implants", die vom 17. Bis zum 19. Mai 2006 in Rostock stattfindet, versammelt 200 renommierte, internationale Forscher sowohl aus den Materialwissenschaften als auch aus der Zellbiologie, um den Dialog der einzelnen Disziplinen zu fördern. Ingenieure, Biologen und Mediziner treffen aufeinander, um gemeinsam die regenerative Medizin voranzubringen.

Biomaterial und bioaktive Implantate sind längst keine Utopie mehr, sondern werden bereits in der Praxis angewandt. In Rostock wird im Rahmen des Landesschwerpunktes Regenerative Medizin interdisziplinär an neuartigen Materialien geforscht und insbesondere in Zusammenarbeit mit der Orthopädischen Universitätsklinik klinisch getestet. "Früher stellte sich die Frage, ob das Material einer Prothese gut genug ist und keine Immunreaktionen beim Patienten hervorruft", sagt Professor Dr. Joachim Rychly, Leiter des Arbeitsbereiches Zellbiologie an der Medizinischen Fakultät der Uni Rostock. "Heute haben wir sehr gute Materialien, und es stellt sich die Frage, wie wir das umgebende Gewebe anregen können, sich zu regenerieren." Implantate, die die Neubildung von Knochengewebe anregen, werden bereits verwendet. Professor Rychly und seine Mitarbeiter forschen am Biomedizinischen Forschungszentrum (BMFZ), inwieweit sich Knochendefekte z. B. auch nach Entfernung von Tumoren durch Regeneration des Knochens heilen lassen.

Prothesen, die einwachsen, Gewebe, das sich großflächig regeneriert: Das sind Themen der Tagung "Interface Biology of Implants", auf der sich renommierte Wissenschaftler aus der ganzen Welt in Rostock treffen, um Formen der Kooperation und gemeinsame Forschung zu erörtern. Bereits im Jahr 2003 fand ein erstes Treffen dieser Art in Rostock statt. "In unseren jeweiligen Forschungsgebieten treffen die verschiedenen Disziplinen aufeinander", sagt Professor Rychly. Materialwissenschaftler arbeiten mit Biologen zusammen, Stammzellforscher mit Medizinern. "Tagungen mit dieser spezialisierten Ausrichtung gibt es kaum in der Welt", so Professor Rychly. Unter den teilnehmenden Forschern befinden sich bekannte Größen wie der italienische Stammzellforscher Paolo Bianco oder der renommierte Schweizer Biomaterial-Experte Marcus Textor, der auch die einführende "Keynote Lecture" halten wird.

17. bis 19. Mai 2006, Kurhaus, Warnemünde, 2. Internationales Symposium "Interface Biology of Implants"

Ansprechpartner
Professor Dr. Joachim Rychly
Experimentelles Forschungszentrum
Medizinische Fakultät
Universität Rostock
Schillingallee 69
18057 Rostock
Tel. 0381/4945730

Dr.-Ing. Karl-Heinz Kutz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Berichte zu: Implantat Prothese

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Auf die richtige Verbindung kommt es an: Tiefe Hirnstimulation bei Parkinsonpatienten individuell anpassen
22.06.2017 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

nachricht Forschungsprojekt BabyLux: Neues Messinstrument schützt Frühgeborene vor Gehirnschädigungen
12.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive