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Mit Laserendomikroskop den Krebs aufspüren

27.04.2006


Innovative Diagnose verbessert Behandlung des Verdauungstraktes

Ein konfokales Laserendomikroskop soll jetzt im Centrum für Magen-, Darm- und Stoffwechselerkrankungen in der Medizinischen Klinik I am Campus Benjamin Franklin der Charité die Behandlung von Patienten mit chronischen Darmerkrankungen verbessern. Langjährige Erkrankungen dieser Art können das Gewebe für Darmkrebs anfällig machen. Regelmäßige Kontrollspiegelungen sind für die Betroffenen unter Umständen lebenswichtig. Mit dem Gerät, das es in Deutschland nur an zwei Universitätskliniken gibt, erkennt der behandelnde Arzt bereits bei der Endoskopie, ob eventuelle Veränderungen bösartig sind. Bisher war es notwendig, zahlreiche Stichproben des Gewebes zu entnehmen und dem Pathologen zur Diagnostik vorzulegen. Die direkte Mikroskopie ermöglicht es während einer Untersuchung zukünftig auch Frühformen bösartiger Veränderungen zu identifzieren und gezielter Gewebeproben zu entnehmen. Mit dem neuen Gerät kann man auch die Speiseröhre untersuchen, in der ähnlich wie im Darm aus einer Entzündung ein Tumor entstehen kann.

Rund 300.000 Menschen leiden an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa. Während Morbus Crohn den gesamten Darm betreffen kann, ist bei den Colitis Ulcerosa Patienten die Dickdarmschleimhaut entzündet. Die Folgen: Bauchschmerzen, Durchfall und Fieber. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen begleiten die Betroffenen ein Leben lang. Mit Hilfe des konfokalen Laserendomikroskops ist das nun besonders schonend möglich. Fällt während einer Darmspiegelung eine Veränderung auf, wird das Laserendomikroskop sanft auf die Schleimhautoberfläche gesetzt. Über das integrierte Mikroskop wird dieses Areal begutachtet und vergrößert auf einem Videoschirm dargestellt. Liegt eine chronische Darmerkrankung oder eine Speiseröhrenentzündung vor? Ist das entzündete Gewebe inzwischen bösartig geworden? Muss es durch eine Operation entfernt werden? Diese Fragen kann der geschulte Endoskopiker bereits während der Untersuchung mit dem neuen Gerät angehen und bei Verdacht auf bösartige Veränderungen ganz gezielt Gewebeproben entnehmen. Zeigt sich in der Mikroskopie normale Schleimhaut, so kann dem Patienten zukünftig eine unnötige Gewebeentnahme erspart bleiben. "Das Laserendomikroskop wird die Behandlung unserer Patienten entscheidend verbessern", erklärt Prof. Martin Zeitz, "wir können so auffällige Veränderungen früher erkennen und gezielter darstellen, was bösartig ist." Das 150.000 Euro teure Gerät wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Sonnenfeldstiftung und der Charité finanziert. Die Sonnenfeldstiftung, die 1974 vom Herausgeber der Zeitung "Der Abend", Hans Sonnenfeld, gegründet wurde, fördert die medizinische Forschung in Berlin.

Kerstin Endele | idw
Weitere Informationen:
http://www.charite.de/mediamed

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