Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Teleradiologie plus elektronische Patientenakte

05.06.2008
Region Chemnitz setzt deutschlandweit Maßstäbe bei der integrierten Versorgung Gemeinsame Presseinformation Erlangen/Chemnitz

Als eines der ersten Krankenhäuser in Deutschland hat das Klinikum Chemnitz gGmbH seinen Teleradiologie-Dienst mit der elektronischen Patientenakte (ePA) verbunden. Damit können ab sofort Daten aus einer Fernbefundung, wie zum Beispiel Computertomographie-Aufnahmen und dazugehörige Befunde, in einer Patientenakte abgelegt und für den Informationsaustausch zwischen den verschiedenen, an der Behandlung beteiligten Einrichtungen genutzt werden.

Das Klinikum Chemnitz übernimmt dadurch gemeinsam mit den Kreiskrankenhäusern der Region sowie mehreren niedergelassenen Ärzten und Ärztehäusern eine Vorreiterrolle bei der integrierten Versorgung in Deutschland. Siemens Healthcare lieferte und implementierte die technische Gesamtlösung: Sie umfasst sowohl die Software für die radiologische Bildkommunikation als auch die E-Health-Lösung Soarian Integrated Care (Soarian IC) für die elektronische Patientenakte. Bei der Teleradiologie übermittelt ein Krankenhaus elektronisch Aufnahmen aus bildgebenden Verfahren an einen Spezialisten, der sich nicht am Ort der Untersuchung befindet. Der Spezialist sendet die Befundung ebenfalls per Datenübertragung zurück.

Das Klinikum Chemnitz stellt unter anderem mit dieser radiologischen Bildkommunikation diagnostische Ressourcen und medizinisches Expertenwissen für Kreiskrankenhäuser, Ärztehäuser und niedergelassene Ärzte zur Verfügung. Insbesondere in den Fachrichtungen Neurochirurgie, Traumatologie, Angiologie und Radiologie besteht seit langem eine enge Zusammenarbeit in der Region. Wird ein Patient zum Beispiel nach einem Notfall in ein Kreiskrankenhaus eingeliefert, kann eine Diagnose mittels Computertomografie erfolgen, ohne dass immer ein fachkundiger Spezialist vor Ort sein muss. Der verantwortliche Experte im Klinikum Chemnitz erhält den Bilddatensatz elektronisch und sendet seinen Befund an die Anforderungsstelle zurück. Allein im Jahr 2007 wurden so über 1600 Datensätze übermittelt. Mit Hilfe von Soarian IC können diese Daten nun auch langfristig in einer Patientenakte gespeichert werden. Die Vorteile: eine hohe Versorgungs- und Behandlungsqualität kann auch über Schwerpunktzentren hinaus angeboten werden, die Wirtschaftlichkeit der Kliniken wird aufgrund gemeinsamer Ressourcenauslastung erhöht und die Patientenzufriedenheit steigt, weil sich Wartezeiten verkürzen und viele Patiententransporte unnötig werden.

... mehr zu:
»Teleradiologie

„Als eines der größten Krankenhäuser in Deutschland ist das Klinikum Chemnitz mit seinem umfangreichen Leistungsspektrum und seinen Fachärzten ein wichtiger Partner für Krankenhäuser in der Region. Durch die Telemedizin können wir dieses Wissen auch außerhalb des Klinikums, also über Institutionsgrenzen hinweg zugänglich machen. Dies bringt dem Gesamtverbund Kostensenkungspotenziale und dem Patienten eine wohnortnahe Versorgung bei weniger Verlegungen.“, sagte Prof. Dr.-Ing. Olaf Schlimpert, Leiter Medizinische Informatik im Klinikum Chemnitz. „Zukünftig werden sich dann nicht nur die Institutions-, sondern auch die Sektorengrenzen zwischen ambulanter und stationärer sowie Reha-Behandlung auflösen. Siemens ist der Partner, der diese neuen Tendenzen auch langfristig mit E-Health-Lösungen unterstützen kann.“

„Für reibungslose Arbeitsabläufe bei der Kooperation der Leistungserbringer ist eine optimale Kommunikation zwischen allen Beteiligten eine grundlegende Voraussetzung“, sagte Volker Wetekam, Chief Executive Officer Global Solutions, Siemens Healthcare.

„Mit Soarian Integrated Care konnten wir dem Klinikum Chemnitz eine Lösung für eine Kommunikations- und IT-Plattform für die sektorenübergreifende Zusammenarbeit anbieten.“ In der elektronischen Patientenakte (ePA) werden demographische und administrative Daten eines Patienten, der in mehreren Einrichtungen behandelt wird, verwaltet. Seine medizinischen Daten werden mit oder ohne Fallbezug gespeichert. Mussten bisher Bilder und Ergebnisse aus der Fernbefundung ausgedruckt und in Papierakten angelegt werden, fließen nun alle Daten aus der Telediagnostik automatisch in eine ePA – unter der Voraussetzung, der Patient stimmt diesem Vorgang zu. Ein spezielles Sicherheitskonzept sorgt dafür, dass die Daten nur Berechtigten zugänglich sind.

Die Klinikum Chemnitz gGmbH verfügt als Krankenhaus der Schwerpunktversorgung über 22 Kliniken mit einer Kapazität von ca. 1.800 Planbetten und beschäftigt rund 4.000 Mitarbeiter. Jährlich werden etwa 70.000 Patienten stationär und über 100.000 Patienten ambulant behandelt. Mit ihren spezialisierten Fachdisziplinen, der Ausstattung an Bild gebenden Großgeräten, dem bereits vorhandenen Grad der Digitalisierung und seiner IT-Infrastruktur stellt die Klinikum Chemnitz gGmbH sowohl konzentrierte, diagnostische Ressourcen als auch medizinisches Expertenwissen für Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte in der Region zur Verfügung. Insbesondere in den Fachrichtungen Neurochirurgie, Traumatologie und Radiologie besteht seit jeher eine enge Zusammenarbeit zwischen der Klinikum Chemnitz gGmbH und den Krankenhäusern und ambulanten Versorgungseinrichtungen in der Region.

Siemens Healthcare ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Das Unternehmen versteht sich als medizinischer Lösungsanbieter mit Kernkompetenzen und Innovationsstärke in diagnostischen und therapeutischen Technologien sowie in der Wissensverarbeitung einschließlich Informationstechnologie und Systemintegration. Mit seinen Akquisitionen in der Labordiagnostik ist Siemens Healthcare das erste voll integrierte Diagnostik-Unternehmen, das Bildgebung und Labordiagnostik, Therapielösungen und medizinische Informationstechnologie miteinander verbindet und um Beratungs- und Serviceleistungen ergänzt. Siemens Healthcare bietet Lösungen für die gesamte Versorgungskette unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Zusätzlich ist Siemens der Weltmarktführer bei innovativen Hörgeräten. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 49.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist in über 130 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2007 (bis 30. September) erzielte Siemens Healthcare einen Umsatz von 9,85 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 10,27 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,32 Mrd. €.

Marion Bludszuweit | Siemens Healthcare
Weitere Informationen:
http://www.klinikum-chemnitz.de
http://www.siemens.com/healthcare

Weitere Berichte zu: Teleradiologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Positron trifft Kernspin
19.09.2017 | Universitätsklinikum Ulm

nachricht Aktive Prothese verändert Hirnfunktionen von Schlaganfall-Patienten
15.09.2017 | Leibniz-Institut für Neurobiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik