Dank Industrierobotertechnik können die behandelnden Ärzte erstmals den C-Arm eines Angiographie-Systems mit vergrößerter Präzision um den Patienten drehen und positionieren. Damit lassen sich Gefäße und Erkrankungen deutlicher als bisher betrachten, was die Entscheidungsfindung bei interventionellen Eingriffe verbessert.
In der Angiographie bilden Röntgentechnologie und Kontrastmittel die Blutgefäße des Patienten ab und ermöglichen so erst einen Kathetereingriff. Um die Gefäße und Organe des Patienten während der Katheterführung auch von der Seite erfassen zu können, verfügen viele Systeme statt einer festen Röntgenröhre über einen so genannten C-Bogen: ein bewegliches, halbkreisförmiges Röntgengerät, in dessen Mitte der Patient liegt.
Die Flexibilität des C-Bogens hat Siemens Healthcare in seinem neuen Angiographie-System Artis zeego nun durch die Kombination mit einem Industrieroboter deutlich erhöht. Mit den multiplen Bewegungsachsen des Geräts kann der Arzt komplexe Bewegungen ausführen lassen, die bisher unmöglich waren – beispielsweise das Verfolgen des Tisches für Aufnahmen bei geneigter Patientenliege. Integriert ist eine intelligente Sicherheitsfunktion: Sensoren erfassen die Umgebung und stoppen den roboterbetriebenen Arm, sodass Patient oder Arzt nicht berührt werden.
Zusätzlich kann der Flachdetektor des neuen C-Bogens so schnell und präzise um den Patienten rotieren, dass 3D Bilder mit einer bisher ungekannten Detailtiefe entstehen. Mit syngo DynaCT kann der Arzt Weichteilgewebe dreidimensional erfassen und bei einem Eingriff zugleich große Volumina einsehen, etwa den gesamten Bauchraum oder die Leber. Das erhöht vor allem bei komplexen Eingriffen die Sicherheit – etwa bei der so genannten Selektiven Internen Radio-Therapie, die gesundes Gewebe verschont und Tumoren schrumpfen lässt. Dabei platziert der behandelnde Arzt über einen Katheter kleine mit radioaktivem Material gefüllte Kügelchen in die Gefäße, die den Tumor versorgen, mit dem Ziel ihn auszuhungern. (IN 2008.03.4)




