Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Rechenpower vereinfacht Resistenztest für mutierte HIV-Viren

25.01.2008
Siemens Healthcare Diagnostics hat die Performance seines Gen- Sequenzierungssystems zur Erkennung mutierter, therapieresistenter HIV-Viren erheblich erhöht.

Das System, das aus dem Analysesystem Trugene HIV-1 Genotyping und der Bediensoftware OpenGene-DNA besteht, wird ab sofort vom iMac-OSX-Betriebssystem von Apple unterstützt. Damit können Labors ihre Durchsatzraten steigern und flexibler bei der Untersuchung und Überwachung des Virustyps HIV-1 verfahren. Außerdem vereinfacht das neue Betriebssystem das Datenmanagement, die Systemkonfiguration und die Netzwerkadministration.

Die Ergebnisse aus Trugene-HIV-1-Genotyping-Tests geben dem Arzt Hinweise auf diejenigen antiretroviralen Medikamente, die die wahrscheinlich größte Wirkung für die Behandlung der HIV-Infektionen des jeweiligen Patienten erzielen können. HIV hat eine der höchsten bisher bekannten Mutationsraten. Die Folge: Medikamente verlieren ihre Wirksamkeit. Der Trugene-HIV-1-Genotyping-Test von Siemens Healthcare Diagnostics entschlüsselt das Erbgut des Virus und macht Resistenzen sichtbar. So schafft er die Basis für eine individuelle HIV-Therapie.

Um die Resistenz oder Sensitivität von HIV gegenüber antiretroviralen Substanzen zu ermitteln, verwendet der Test die etablierte Methode der genotypischen Resistenzbestimmung. Labormitarbeiter isolieren dazu aus der Plasmaprobe das Genmaterial des HI-Virus und entschlüsseln Teile davon. Die DNA-Sequenz, die die beiden Schlüsselenzyme des Virus – Protease und Reverse Transkriptase – codiert, liegt dann Baustein für Baustein entziffert vor. Diese Sequenzen werden mit einem Abschnitt des Virenerbguts ohne Mutationen, dem „Goldstandard“, verglichen. Abweichungen in der Reihenfolge der molekularen Buchstaben des Gencodes werden aufgelistet. Eine spezielle Software überprüft dann, ob diese Mutationen bekannt sind und ob sie bereits mit Resistenzen gegen Medikamente in Verbindung gebracht werden können. Das Ergebnis dieser Auswertung ist detailliert im Resistenzreport dargestellt, den der Arzt erhält. Neben den wichtigsten Mutationen sind darauf auch alle HIV-Medikamente genannt.

... mehr zu:
»HIV-Vire »Mutation »Resistenz

Dieses Dokument liefert dem behandelnden Arzt Anhaltspunkte für den Beginn oder den weiteren Verlauf der Behandlung. Das Trugene-HIV-1-Genotyping-System mit neuer Oberfläche unter iMac OSX macht dem Anwender die Gen-Sequenzierung leichter als zuvor. Außerdem kann die Datenspeicherung nun flexibel auf CD und USB-Stick erfolgen und Daten demnächst direkt über Internet oder Netzwerkanbindung transferiert werden. Zusätzlich lassen sich Berichtformate und deren Ausdruck an individuelle Bedürfnisse anpassen. Das OSXbasierte System ermöglicht Labors, statt wie bisher höchstens sechs Long-Read-Tower, ab sofort bis zu acht dieser automatischen DNA-Sequenzierer pro Computerstation zu betreiben.

Die Bediensoftware OpenGene-DNA wurde grundlegend erneuert. Sie bietet nun integrierte Hilfefunktionen sowie intuitive Menüsteuerung und lässt sich einfacher bedienen als vorher. Zu den wichtigsten Funktionen von OpenGene gehören eine vollautomatisierte Datenanalyse mittels bidirektionaler Sequenzbestätigung, die Erkennung von primären und sekundären Mutationen und der Vergleich von Sequenzen mit bekannten Mutationen in einer Datenbank.

Siemens Healthcare Diagnostics ist eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich der in-vitro Diagnostik. Siemens Healthcare Diagnostics bietet wesentliche Informationen, die für eine präzise Diagnosestellung, wirksame Therapie und Therapiekontrolle von Patienten notwendig sind. Ein breites Spektrum an leistungsorientierten Systemen mit umfangreichen Parametermenüs in Verbindung mit vielfältigen IT-Lösungen und einem reaktionsschnellen Service unterstützt unsere Kunden bei der Optimierung von Arbeitsabläufen mit dem Ziel, die individuelle Patientenversorgung zu verbessern.

Siemens Healthcare ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Das Unternehmen versteht sich als medizinischer Lösungsanbieter mit Kernkompetenzen und Innovationsstärke in diagnostischen und therapeutischen Technologien sowie in der Wissensverarbeitung einschließlich Informationstechnologie und Systemintegration. Mit seinen Akquisitionen in der Labordiagnostik wird Siemens Healthcare das erste voll integrierte Diagnostik-Unternehmen, das Bildgebung und Labordiagnostik, Therapielösungen und medizinische Informationstechnologie miteinander verbindet und um Beratungs- und Service-leistungen ergänzt. Siemens Healthcare bietet Lösungen für die gesamte Versorgungskette unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 49.000 Mitarbeiter und ist in über 130 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2007 (bis 30. September) erzielte Siemens Healthcare einen Umsatz von 9,85 Mrd. € (Umsatz auf pro forma Basis inkl. Dade Behring etwa 11 Mrd. EUR) sowie einen Auftragseingang von 10,27 Mrd. €. Das Ergebnis betrug 1,32 Mrd. €.

Marion Bludszuweit | Siemens Medical Solutions
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com
http://www.siemens.com/healthcare
http://www.siemens.com/diagnostics

Weitere Berichte zu: HIV-Vire Mutation Resistenz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Fraunhofer IGB wirkt bei Gestaltung des europäischen Fahrplans für Organ-on-a-Chip-Technologie mit
14.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

nachricht Entwicklung modernster Navigationssysteme für die Gefäßchirurgie
06.11.2017 | Universität zu Lübeck

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie