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Aufspüren und zerstören - Neuer Linearbeschleuniger ermöglicht punktgenaue Bestrahlung von Tumoren

23.11.2010
Nach mehrmonatiger Umbauphase wurde an der Klinik für Strahlentherapie und Onkologie des Klinikums der J.W. Goethe-Universität ein neuer Linearbeschleuniger in Betrieb genommen. Das Gerät vom Typ „Synergy“ der Firma Elekta ermöglicht eine effektivere Strahlentherapie bei geringerer Belastung des Patienten.

Hauptmerkmal des Beschleunigers ist ein integrierter Computertomograph, der eine hochauflösende 3D-Bildgebung ermöglicht. So können Bewegungen und Veränderungen des Tumors und des gesunden Gewebes während der Bestrahlung exakt dargestellt werden.

Die bildgestützte Strahlentherapie (image-guided radiotherapy, IGRT) hilft dabei, den Erfolg der Therapie zu optimieren. Die Präzision und Effektivität des Linearbeschleunigers wird durch einen hochmodernen Behandlungstisch aus Carbonfasern unterstützt.

Eventuelle Lagerungskorrekturen werden durch Hydraulik und eine Infrarotkamera automatisch ausgeführt und der Patient somit millimetergenau ausgerichtet. Vakuumlagerungssysteme sorgen für eine sichere und bequeme Positionierung des Patienten auf dem Behandlungstisch.

Eine weitere neue Zusatzausstattung ist ein Mikro-Multileafkollimator (micro-MLC), bei dem schmale Bleilamellen nach computergestützter Planung die erforderlichen Therapiestrahlen zur zielgenauen Bestrahlung bündeln. Zusätzlich wird die Behandlungszeit der bereits an der Strahlenklinik etablierten Intensitätsmodulierten Strahlentherapie (IMRT) zur schonenden Behandlung komplexer Zielgebiete durch ein neues Verfahren deutlich verkürzt werden. Bei der Volumetric Modulated Arc Therapie (VMAT) handelt es sich um eine Weiterentwicklung der IMRT, bei der die Behandlung als Rotationsbestrahlung durchgeführt wird. Während der Bestrahlung dreht sich der Linearbeschleuniger um den Patienten, während fortlaufend durch den MLC Feldgröße und -form dem Zielvolumen adaptiert werden.

„Mit dieser innovativen Aufrüstung sind die Voraussetzungen für den klinischen Einsatz und die wissenschaftliche Weiterentwicklung der Hochpräzisionsbestrahlungen nun optimal“, freut sich der Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Onkologie, Prof. Dr. Claus Rödel. „Gezielte stereotaktische und radiochirurgische Anwendungen werden die Ergebnisse vor allem in der Behandlung von Tumoren des Gehirns, der Kopf-Hals-Region, Lunge, Leber und Prostata verbessern - unter gleichzeitiger weitgehender Schonung des umgebenden gesunden Gewebes.“

Die Einbindung dieser Technologie in die an der Klinik ebenfalls etablierten Behandlungsformen der Kurzdistanztherapie mit umschlossenen Strahlenquellen (Brachytherapie) sowie der Kombination der Bestrahlung mit Chemotherapie und molekular-zielgerichteten Substanzen sind einzigartig im Rhein-Main-Gebiet. Die Klinik leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur patientennahen Forschung im Rahmen des von der Deutschen Krebshilfe geförderten Universitären Centrums für Tumorerkrankungen (UCT).

Über das Klinikum der J.W. Goethe-Universität
Das Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main, gegründet im Jahr 1914, zählt zu den führenden Hochschulkliniken Deutschlands. Es bietet seinen Patientinnen und Patienten eine bestmögliche medizinische Versorgung in 25 Fachkliniken. Der enge Bezug zur Wissenschaft – Klinikum und Fachbereich Medizin betreiben zusammen 25 Forschungsinstitute – sichert den Patientinnen und Patienten eine zeitnahe Umsetzung neuer Erkenntnisse in die therapeutische Praxis. 1.169 Betten stehen zur Verfügung. Zahlreiche Institute widmen sich medizinisch-wissenschaftlichen Spezialleistungen. Jährlich werden 47.200 stationäre und 220.000 ambulante Patienten betreut. Besondere interdisziplinäre Kompetenz besitzt das Universitätsklinikum unter anderem auf den Gebieten der Neurowissenschaften, Onkologie und kardiovaskulären Medizin. Auch als Standort für Organ- und Knochenmarktransplantationen, Dialyse sowie der Herzchirurgie nimmt es besondere Aufgaben der überregionalen medizinischen Versorgung wahr. Neben der Herzchirurgie besteht beim Versorgungsauftrag nach dem Hessischen Krankenhausgesetz auch in der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, der Dermatologie und der Kinder- und Jugendpsychiatrie ein Alleinstellungsmerkmal für die Region Frankfurt-Offenbach. 4.055 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich rund um die Uhr um die Patientinnen und Patienten. Weitere Informationen über das Klinikum der J.W. Goethe-Universität finden Sie unter http://www.kgu.de.

Für weitere Informationen:

Prof. Dr. Claus Rödel
Klinik für Strahlentherapie und Onkologie
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon: (069) 63 01 – 51 30
Fax: (069) 63 01 – 50 91
E-Mail: claus.roedel@kgu.de
Ricarda Wessinghage
Recht/Öffentlichkeitsarbeit/Presse
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon: (0 69) 63 01 – 77 64
Fax: (0 69) 63 01 – 8 32 22
E-Mail: ricarda.wessinghage@kgu.de

Johannes Eisenberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.kgu.de

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