Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Amputation: Virtueller Arm lindert Phantomschmerz

26.02.2014

Patient steuert computergenerierte Gliedmaßen über Augmented Reality

Wissenschaftler der Chalmers University of Technology http://chalmers.se haben einen neuen Behandlungsansatz für Amputierte mit Phantomschmerzen in den Gliedmaßen entwickelt. Über rechnergenerierte Augmented Reality kann der Patient einen virtuellen Arm sehen und bewegen, der durch den verbleibenden Arm kontrolliert wird. Elektrische Signale der Muskeln der amputierten Gliedmaße "kommunizieren" mit dem Computer und erlauben so eine Bewegung in Echtzeit.

AR-Technologie im Einsatz

AR-Technologie im Einsatz: Arm wird virtuell angefügt (Foto: youtube.com)

Schmerzen deutlich reduziert

Der Patient Ture Johanson konnte seine Schmerzen durch das neue Computerprogramm deutlich verringern. Er setzt es jetzt regelmäßig zu Hause ein. Johanson erlebt jetzt Perioden ohne Schmerzen und wacht nicht mehr in der Nacht durch Schmerzen auf. Der 73 Jahre alte Schwede hat die Hälfte seines rechten Armes bei einem Autounfall vor 48 Jahren verloren.

In den vergangenen Jahrzehnten hat er viele Behandlungsansätze und auch Hypnose ausprobiert, allerdings ohne Erfolg. Innerhalb einiger Wochen nach dem Beginn der Behandlung mit der Augmented-Reality-Lösung haben sich seine Schmerzen verringert. "Ich habe zwar immer noch Schmerzen. Sie dauern aber oft statt Minuten nur noch Sekunden. Ich spüre sie jetzt nur noch im kleinen Finger und an der Spitze des Ringfingers. Zuvor reichten die Schmerzen von meinem Handgelenk bis zum kleinen Finger."

Einsatz auch bei Rehabilitation

Auch die Wahrnehmung der Phantomhand hat sich verändert. Sie befindet sich jetzt in einer ruhenden und entspannten Position und ist nicht mehr zur Faust geballt. Johanson hat auch gelernt, die Bewegungen seiner Phantomhand ohne Verbindung zum Computer oder Beobachten der virtuellen Hand zu kontrollieren. Der leitende Wissenschaftler Max Ortiz Catalan geht davon aus, dass das Bewegen der Muskeln und die Möglichkeit, ihre Aktivitäten zu beobachten, der Schlüssel für den Erfolg dieses Behandlungsansatzes sein dürften.

"Die motorischen Areale im Gehirn, die für die Bewegung des amputierten Armes erforderlich sind, werden reaktiviert. Das visuelle Feedback bringt das Gehirn dazu zu glauben, dass es einen Arm gibt, der diese motorischen Befehle ausführt. Der Patient hat das Gefühl, dass der amputierte Arm wieder vorhanden ist." Einsatzgebiete des neuen Behandlungsansatzes könnten auch die Rehabilitation nach einem Schlaganfall mit Verletzungen des Rückenmarks sein. Details wurden in Frontiers of Neuroscience http://bit.ly/1fSXnVu veröffentlicht.

Video: http://www.youtube.com/watch?v=qDE8edN_Cs8

Michaela Monschein | pressetext.redaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken
28.03.2017 | Technische Universität Braunschweig

nachricht Neue Hoffnung für Leberkrebspatienten
24.03.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten