Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Amputation: Drucksensoren verhindern Schmerzen

16.04.2014

Verfahren reagiert wie zweite Haut - Reibung und Druck werden erkannt

Forscher der University of Southampton http://southampton.ac.uk haben eine neue Art Drucksensor entwickelt, der wie eine zweite Haut gefährliche Wunden verhindern soll. Das Verfahren war ursprünglich für Patienten mit Amputationen gedacht, die am Reiben der künstlichen Gliedmaßen leiden.


Im Rollstuhl: Drucksensor verhindert Schmerzen

(Foto: pixelio.de, A. E. Arnold)

Ist das Verfahren erfolgreich, könnten die Sensoren auch in anderen Bereichen wie zum Beispiel bei Rollstühlen oder bettlägerigen Menschen eingesetzt werden.

Wunde Stellen früher entdecken

Das gemeinsam mit dem Unternehmen Blatchford http://blatchford.co.uk entwickelte Verfahren unterscheidet sich jedoch von anderen dadurch, dass es Reibung und Druck nach unten erkennt. Damit können wunde Stellen früher entdeckt werden. Schätzungen gehen davon aus, dass allein in Großbritannien bei rund 50.000 Menschen Amputationen der unteren Gliedmaßen durchgeführt wurden.

Eine Untersuchung der Audit Commission http://www.audit-commission.gov.uk ist bereits im Jahr 2000 zu dem Ergebnis gekommen, dass fast einer von vier Betroffenen künstliche Gliedmaßen seltener nutzt, als er oder sie es eigentlich will. Schmerzen und Unannehmlichkeiten sind dafür verantwortlich.

Der für das neue Verfahren eingesetzte Sensor ist dünn und beweglich wie eine kleine goldene Briefmarke. Er wird an einem gepolsterten Überzug angebracht, der dann zwischen dem verbleibenden Körperteil und der künstlichen Gliedmaße platziert wird.

Bessere Überwachung von Patienten

Das System sendet Informationen an Wissenschaftler und Ärzte, die dann die Bewegungen des Patienten überwachen und so feststellen können, ob Veränderungen erforderlich sind. Das Team um Liudi Jiang plant für Smartphones Alarme mit einer Ampelfunktion zu entwickeln, die vor möglichen Problemen warnen.

Das kann bedeuten, dass die Polsterung angepasst wird, da sich ein Beinstumpf während des Tages verändert. Auch kann ermittelt werden, ob ein Krankenhausbesuch für eine weitere Untersuchung notwendig ist.

"Zahlreiche Patienten leiden unter Nervenschädigungen und einer verringerten Empfindlichkeit der Haut. Das bedeutet, dass sie den Schmerz oder eine Verletzung des Gewebes nicht so genau spüren wie wir.

Das kann sehr rasch zu Problemen führen. Ist das weiche Gewebe einmal verletzt, können auch gefährliche Infektionen entstehen", so Jiang abschließend.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Virtual Reality in der Medizin: Neue Chancen für Diagnostik und Operationsplanung
07.12.2016 | Universität Basel

nachricht Patienten-Monitoring in der eigenen Wohnung − Sensorenanzug für Schlaganfallpatienten
06.12.2016 | University of Twente

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

ICTM Conference 2017: Production technology for turbomachine manufacturing of the future

16.11.2016 | Event News

Innovation Day Laser Technology – Laser Additive Manufacturing

01.11.2016 | Event News

#IC2S2: When Social Science meets Computer Science - GESIS will host the IC2S2 conference 2017

14.10.2016 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie