Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

3D-Diagnosesystem will Rückenschmerzen stoppen

01.03.2011
Rückenschmerzen gehören zur Volkskrankheit Nr. 1 und verschlingen jedes Jahr Kosten in Millionenhöhe. Versicherte und Arbeitgeber haben sie zu tragen.

Wissenschaftler des Instituts für Angewandte Photogrammetrie und Geoinformatik (IAPG) der Jade Hochschule in Oldenburg wollen dem Rückenschmerz mit moderner Technologie frühzeitig auf die Schliche kommen.

Derzeit wird ein Diagnosesystem entwickelt, das in Unternehmen die Bewegungsabläufe von Mitarbeitern auswerten soll, die schwerere Lasten tragen müssen. So sollen ungesunde Bewegungen aufgedeckt und korrigiert werden. „Simultane 3D-Objekt- und Bewegungserkennung zur

Analyse von Arbeitstätigkeiten in realen Umgebungen“ heißt das interdisziplinäre Projekt, das Prof. Dr. Thomas Luhmann in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Frauke Koppelin leitet und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung über zwei Jahre bis Mitte 2012 mit ca. 240000 Euro gefördert wird.

Überall an den Arbeitsplätzen verrichten Menschen häufig monotone Bewegungen, die für den Rücken dauerhaft auch schädlich sein können. „Eigentlich sollte ein Arbeitsplatz so gestaltet sein, dass Arbeitnehmer bis zum Arbeitsende ihre Tätigkeit ohne Rückenbeschwerden ausüben können“, sagt der Psychologe Bernd Müller-Dohm, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Jade Hochschule. „Es geht also um ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze.“

Um ein 3D-Diagnosesystem entwickeln zu können, untersucht Geoinformatikerin Anna Maria Meyer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am IAPG, im Vorfeld die simultane Verfolgung von menschlichen Bewegungen und bewegten Objekten mit Hilfe eines komplexen Kamerasystems. An den Versuchspersonen werden Marken an bestimmten Körperstellen befestigt und gemessen, so dass ein dreidimensionales Modell erstellt werden kann.

Dazu gibt es eine Kooperation mit Systemherstellern, einer Tischlerei und einem Pflegedienst. „Wir wollen sowohl Tischler als auch Pflegepersonal bei ihren Arbeitsabläufen mit Kameras begleiten und dabei sowohl ihre Bewegungen aufzeichnen als auch mit Hilfe von psychophysischen Instrumenten ihre Herz- und Muskelströme messen“, erklärt die Ingenieurin. „Weiterhin müssen neben den objektiven auch die subjektiven Belastungen der Arbeitstätigkeit erfasst werden.“, klärt Bernd Müller-Dohm auf.

Mit Hilfe der Bewegungsdaten kann eine arbeitswissenschaftliche Analyse durchgeführt werden, die z. B. zur Optimierung der Arbeitsabläufe beitragen kann. Ziel ist die Entwicklung einer Software, die alle Bewegungen an Arbeitsplätzen bestmöglich erkennt und in verschiedenen Unternehmen angewendet werden kann, um Arbeitsplätze gesundheitsgerecht und ergonomisch einzurichten. So kann die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter auch gerade angesichts des demografischen Wandels bis zum Ende des Arbeitslebens erhalten bleiben.

Wenn das Projekt erfolgreich verläuft, würden nicht nur Arbeitnehmer durch eine bessere Gesundheit und weniger Arztbesuche davon profitieren, sondern auch Arbeitgeber, die ihren Krankenstand und somit ihre Kosten minimieren könnten.

Anke Westwood | idw
Weitere Informationen:
http://iapg.jade-hs.de/projekte/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Neue Hoffnung für Leberkrebspatienten
24.03.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten
23.03.2017 | Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE