Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

3D-Bildgebung macht Krebstherapie effektiver

19.09.2008
Ein neues Behandlungsverfahren macht die Strahlentherapie bei einem Tumor genauer und schneller als bisher. Siemens hat mit der Kombination aus Linearbeschleuniger und moderner Bildgebung eine Lösung entwickelt, mit der es erstmals möglich ist, den Tumor nicht nur unmittelbar vor jeder Therapieeinheit auf Größe, Lage oder auch Deformierung zu überwachen sondern bei Abweichungen auch unmittelbar zu reagieren. Die behandelnden Ärzte können so die Strahlentherapie dem Patienten zu jedem Zeitpunkt der Behandlung optimal anpassen.

In der Strahlentherapie werden ionisierende, hochenergetische Strahlen und Teilchen zu Heilzwecken eingesetzt. Die auf den Tumor gerichtete Strahlung verändert dabei das Erbmaterial der Tumorzellen so, dass sie sich nicht mehr teilen können und absterben. Im Gegensatz zu Tumorzellen werden gesunde Zellen weit weniger geschädigt und regenerieren sich schneller, da ihr biochemisches Reparatursystem effizienter arbeitet.


Bei bisherigen Behandlungen wird der Tumor zwar bisweilen vor der Therapie mit separaten bildgebenden diagnostischen Methoden lokalisiert, der eigentliche Behandlungsplan kann so allerdings nur sehr zeitaufwendig angepasst werden Mit dem Linearbeschleuniger Artiste von Siemens können die Mediziner dank einer integrierten 3D-Bildgebung den Tumor nun unmittelbar vor jeder Einzelsitzung beobachten und so den Behandlungsstrahl genau positionieren.

Sollte sich der Auswuchs etwa während der Behandlung verschieben, kann die Patientenlagerung präzise angepasst werden. Gleichzeitig kann der Behandlungsplan unkompliziert vor jeder Sitzung an die veränderte Anatomie adaptiert werden. Verringern sich die Krebszellen im Verlauf der Therapie, können die Ärzte auch die Strahlgröße verändern. Hierfür haben die Siemens-Spezialisten eine so genannte Multilamellenblende integriert, mit der das behandelnde Personal die Strahlform mittels 160, jeweils fünf Millimeter dünnen Lamellen individuell und höchstpräzise an die Größe und Form des Tumors anpassen kann. So wurde beispielsweise am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg ein Patient mit Speiseröhrenkrebs behandelt, der eine sehr komplizierte Strahlentherapie benötigte.

Bei der Entwicklung von Artiste standen Siemens die Krebskliniken Maastro im niederländischen Maastricht, das DKFZ und das amerikanische Baton Rouge General Hospital zur Seite. Mit deren Hilfe wurden unter anderem die Benutzerfreundlichkeit als auch die Arbeitsabläufe des Systems optimiert. (IN 2008.09.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken
28.03.2017 | Technische Universität Braunschweig

nachricht Neue Hoffnung für Leberkrebspatienten
24.03.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE