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Winziges Loch für besseres Hören

13.12.2012
Der Schweizerische Nationalfonds unterstützt ein vom Inselspital und der Universität Bern gemeinsam geleitetes Forschungsprojekt zur minimalinvasiven Hörgerät-Implantation mit 2.6 Mio. Franken. Ziel ist, Hörgeräte besonders bei Kindern in ambulanten OPs einsetzen zu können.

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Ein Viertel der Menschheit über 45 Jahren leidet an substantiellen Hörverlusten und kann Flüstern oder leises Sprechen (<26dB) gar nicht oder nur sehr schlecht verstehen. Daneben werden 2 - 6 ‰ aller Babies schwerhörig oder taub geboren.


Eine Elektrode, welche die Hörschnecke (Cochlea) durch elektrische Impulse anregt, kann diese hochgradigen Hörverluste beheben. Allerdings muss diese Elektrode derzeit durch grossflächiges Ausfräsen des Schädelknochens hinter dem Ohr implantiert werden – ein komplizierter Eingriff mit kosmetischen Konsequenzen und Schmerzen für den Patienten.

Prof. Marco Caversaccio (Universitätsklinik für HNO, Inselspital) und Prof. Dr. Stefan Weber (ARTORG Center, Universität Bern) wollen daher neue Methoden entwickeln und verfeinern, um ein Cochlea-Implantat nur mittels kleiner Bohrung über dem Ohr einzuführen. Dies wäre für den Patienten (zunehmend Kinder und Jugendliche) viel weniger belastend und sogar als ambulanter Eingriff unter leichter Narkose und Spitalaustritt am gleichen Tag möglich. Diese innovative Idee mit hohem Nutzen für die Betroffenen wird von der Nano-Tera Initiative des Bundes mit 2.6 Millionen Franken unterstützt.

Roboterbasierte Mikrochirurgie am Ohr

Das Projekt «Image-guided micro surgery for hearing aid implantation» will die neue minimalinvasive Implantationsmethode via eines winzigen Loches im Schädel mit Hilfe einer präzisen roboterbasierten Chirurgie erreichen. Besondere Herausforderungen sind die computerbasierte Operationsplanung und das präzise Einmessen des Patienten, sowie die laufende Überprüfung der räumlichen Position von Roboter und Patient und das Operieren in sicherem Abstand zum Gesichtsnerv.

Während die erforderliche Gesamtgenauigkeit bereits experimentell bestätigt wurde, werden die integrierten Sicherheitssysteme derzeit zusätzlich am Modell validiert. Eine weltweit erste klinische Studie zur neuen Implantationsmethode wird das Projektteam bei der Ethikkommission und der Swissmedic beantragen.

Am Projekt beteiligt sind die Universitätsklinik für HNO des Inselspitals, das ARTORG Center for Biomedical Engineering Research, das Institut für chirurgische Technologien und Biomechanik der Universität Bern, das Centre Suisse d’Electronique et de Microtechnique und die Fachhochschule Biel.

Das Nano-Tera Programm

Die Forschungsinitiative Nano-Tera.ch soll die Schweiz durch Einsatz von Ingenieur- und Informationstechnologien in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit, Energie und Umwelt zu einem der Vorreiter einer technologischen Revolution machen. Im Auftrag des Bundesrats ist der SNF als unabhängiges Organ für die Qualitätssicherung zuständig.

Nathalie Matter | Quelle: Universität Bern
Weitere Informationen: www.unibe.ch

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