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Weniger Angst im MRT

30.08.2011
Forscher der Charité erleichtern klaustrophobischen Patienten die Untersuchung

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Patientinnen und Patienten, die unter Angst in engen Räumen leiden, tolerieren eine Untersuchung im offenen Magnetresonanztomographen (MRT) besser als in einem geschlossenen Gerät. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Charité – Universitätsmedizin Berlin, die in der Fachzeitschrift PLoS ONE* veröffentlicht wurde. Die Studie vergleicht zwei moderne MRT-Geräte bei Menschen mit erhöhtem Klaustrophobierisiko.


Die Klaustrophobie stellt ein großes Hindernis für die Untersuchung im MRT dar. Denn um eine gute Qualität der Aufnahmen zu ermöglichen, müssen die Patientinnen und Patienten häufig über 30 Minuten lang bewegungslos in einer engen Röhre liegen. Bis zu 15 Prozent aller MRT-Untersuchungen können aufgrund von klaustrophoben Ereignissen gar nicht oder nur mit Hilfe einer medikamentösen Beruhigung durchgeführt werden. Deswegen ist es ein wichtiges Ziel, die Bauweise der Magnetresonanztomographen weiter zu verbessern.

In der vorliegenden Studie haben Privatdozent Dr. Marc Dewey, Leitender Oberarzt des Instituts für Radiologie am Campus Charité Mitte, und sein Team zwei offenere MRT verglichen. Untersucht wurde, ob mit diesen neuen Tomographen das Auftreten klaustrophober Ereignisse reduziert werden kann. Eines der MRT verfügt über eine kürzere Röhre, das andere besitzt eine seitlich offene Konstruktion. In die Studie eingeschlossen wurden Patientinnen und Patienten mit einem erhöhten Klaustrophobierisiko gemessen mithilfe eines Fragebogens, dem „Claustrophobia Questionnaire“ (CLQ).

Bei der Untersuchung im MRT mit der kürzeren Röhre hatten 39 Prozent der Patientinnen und Patienten ein klaustrophobes Ereignis, im seitlich offenen MRT waren es nur 26 Prozent. Insgesamt waren die Ereignisraten damit höher als erwartet und im Vergleich untereinander statistisch nicht signifikant verschieden. Verglichen mit vorherigen Untersuchungen in herkömmlichen MRT konnte die Häufigkeit aber deutlich reduziert werden. Hier lagen die Ereignisraten bei 56 Prozent. Außerdem konnte das Forscherteam einen engen Zusammenhang zwischen den Ergebnissen der Patienten im CLQ und dem Auftreten von Ereignissen feststellen. „Der CLQ könnte also zur besseren Erkennung von Patienten mit möglichen klaustrophoben Reaktionen im MRT benutzt werden. Jedoch scheint eine weitere Optimierungen des Designs von MRT geboten, um allen Patienten diese wichtige diagnostische Methode in Zukunft zu ermöglichen“, erklärt Privatdozent Dr. Dewey.

*Enders et al.: Reduction of Claustrophobia with Short-Bore versus Open Magnetic Resonance Imaging: A Randomized Controlled Trial. PLoS ONE 6(8): e23494. doi:10.1371

Kontakt:
Privatdozent Dr. Marc Dewey
Institut für Radiologie
Campus Charité Mitte
t: +49 30 450 527 353
marc.dewey@charite.de

Dr. Julia Biederlack | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.charite.de/charite/

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