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Wissenschaftler des Children's Hospital Boston haben ein neues Verfahren zur Heilung von Schäden am Herzen entwickelt. Sind Zellen zu voll entwickelten Zellen des Herzmuskels geworden, teilen sie sich nicht mehr und können daher durch Krankheit oder Deformierung geschädigtes Gewebe nicht mehr ersetzen.
Das Team um Bernhard Kühn hat einen Weg gefunden, die Zellen dazu zu bringen, dass sie sich wieder teilen. Damit besteht Hoffnung, dass sie für die Schaffung von neuem, gesundem Gewebe eingesetzt werden könnten. Die Ergebnisse der an Mäusen und Ratten durchgeführten Studie wurden in dem Fachmagazin Cell http://www.cell.com veröffentlicht.
Die Wissenschaftler erklärten, dass ihr Forschungsansatz eine Alternative zur Behandlung mit Stammzellen werden könnte. Theoretisch könnte er für die Behandlung von Patienten mit einem Herzversagen und bei Kindern mit angeborenen Herzfehlern eingesetzt werden. Entscheidend für diesen Ansatz ist der Wachstumsfaktor Neuregulin 1 (NRG1). Das Team sieht vor, dass die Patienten einige Wochen lang jeden Tag ins Krankenhaus kommen und dort ihre Infusionen mit NRG1 bekommen. Laut Kühn werde es aber noch einige Zeit dauern, bis die Sicherheit des Behandlungsansatzes bewiesen ist und Tests mit Menschen durchgeführt werden können.
Die Wissenschaft ist lange davon ausgegangen, dass das Herz sich nicht selbst regenerieren kann. Die Zellen des Herzmuskels, die Kardiomyozyten, vermehren sich vor der Geburt sehr stark. Es wurde jedoch angenommen, dass sie diese Fähigkeit kurz nach der Geburt wieder verlieren. Neuere Forschungsergebnisse haben laut BBC Hinweise darauf geliefert, dass auch erwachsene Zellen über eine gewisse Fähigkeit zur Erneuerung verfügen. Die aktuelle Studie scheint den klaren Beweis für die Richtigkeit dieser Annahme zu liefern - und auch, dass NRG1 diesen Vorgang entscheidend beschleunigen kann.
Die Wissenschaftler testeten die Fähigkeit verschiedener Moleküle die Zellteilung bei im Labor gezüchteten Kardiomyozyten anzuregen. Dazu gehörten auch einige, die die Zellteilung vor der Geburt steuern. NRG1 erzielte die besten Ergebnisse. Dieses Ergebnis konnte bei erwachsenen Mäusen wiederholt werden, denen der Wachstumsfaktor injiziert wurde. Wurde er Tieren verabreicht, die einen Herzanfall erlitten hatten, kam es zu einer verbesserten Regeneration des Herzmuskels und einer allgemein verbesserten Funktion des gesamten Organs. Es ist laut den Wissenschaftlern derzeit nicht klar, ob NRG1 direkt für diesen natürlichen Heilungsprozess verantwortlich ist. Er habe jedoch deutlich positive Auswirkungen. In einem nächsten Schritt sollen Tests mit Schweinen durchgeführt werden - Tieren, die dem Menschen deutlich ähnlicher sind als Nagetiere.
Michaela Monschein | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.childrenshospital.org
Weitere Berichte zu: Gewebe > Herzmuskel > Kardiomyozyten > Mäuse > neuregulin 3 gene > NRG1 > Reversion von Schädigungen > Stammzelle > Wachstumsfaktor > Zellteilung
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