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So griff die aktuelle Titelgeschichte des Focus (Nr. 39/2011 vom 26.09.2011) zu Recht ein Thema auf, das die Nephrologie (Nierenheilkunde) schon immer stark beschäftigt, da die Nieren und der Blutdruck eng zusammenhängen, sich wechselseitig dramatisch beeinflussen und die jeweilige Erkrankung verstärken, worauf nicht häufig genug hingewiesen werden kann.
Ein zu hoher Blutdruck schädigt auf Dauer die feinen Blutgefäße der Nieren, was bis zum terminalen Nierenversagen mit Dialysepflicht führen kann. 20 Prozent aller Hochdruckpatienten versterben an Nierenerkrankungen. Nierenschäden sind somit die dritthäufigste Todesursache bei Menschen mit Bluthochdruck! Umgekehrt führen Nierenerkrankungen, vor allem die chronischen Formen meistens zu Bluthochdruck, wodurch sich die Verschlimmerung einer Nierenerkrankung von selbst beschleunigt.
In der Bevölkerung ist nur unzureichend bekannt, dass die Niere auch den Blutdruck regelt. Sie ist nicht nur Entgiftungsorgan und Produktionsstätte von Hormonen, sie regelt auch die „Pegelstände“ des Körpers für Salze, pH-Wert, Wasser und für die Höhe des Blutdrucks. Von der Niere aus erfolgt die Steuerung des Blutdruckes nicht nur über die reine Flüssigkeitsmenge, die sich im Blutkreislauf befindet, sondern auch über das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System. Dieses kaskadenartig ablaufende Enzym- und Hormon-System steuert den Blutdruck vor allem durch die Eng- oder Weitstellung der Gefäße.
Eine beeinträchtigte Fähigkeit der Nieren zur Steuerung des Mineral- und Flüssigkeitshaushaltes kann sich unter anderem in einer verminderten Urinausscheidung und in einem erhöhten Flüssigkeitsvolumen des Körpers äußern – es kommt oft zur Wassereinlagerung an den Beinen (schlimmer noch in der Lunge), aber eben auch lange unbemerkt den Druck in den Blutgefäßen gefährlich erhöhen.
Es gibt Formen des Bluthochdrucks, die – wie der Focus titelte „jetzt heilbar“ sind, oftmals ist jedoch eine dauerhafte, medikamentöse Drucksenkung (lebens)notwendig für Patienten, um das Fortschreiten der (Nieren-)Erkrankung und der Hochdruck-Folgeschäden (Schlaganfall, Herztod, Erblindung) zu verhindern oder zu verzögern. Die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten müssen für den jeweiligen Patienten optimal gewählt werden, was unter anderem des Nierenfacharztes (Nephrologen) „täglich Brot“ darstellt. Dies wird in der Focus-Ärzteliste deutlich, da die ganz überwiegende Mehrzahl der vom Focus empfohlenen Spezialisten Nephrologen sind.
Bis heute verwechseln viele Patienten noch die Fachgruppe der Nephrologen mit den Urologen, deren Fachgebiet sich zwar stellenweise mit der Nephrologie überschneidet, die sich jedoch in erster Linie mit den ableitenden Harnwegen, den männlichen Geschlechtsorganen und speziell auch - als operatives Fach - mit chirurgischen Therapiemöglichkeiten beschäftigen.
Hochdruckspezialisten unter den Nephrologen („Hypertensiologen“) sind nicht nur an Unikliniken, sondern auch außerhalb, in fast allen nephrologischen Kliniken und Praxen zu finden und stehen somit flächendeckend zur Behandlung der allgegenwärtigen Volkskrankheit zur Verfügung. Dies ist besonders dann wichtig, wenn eine der Hypertonie zu Grunde liegende Nierenerkrankung ausgeschlossen werden soll oder wenn sich die Einstellung eines Patienten in der hausärztlichen Betreuung als schwierig herausstellt.
Dr. Bettina Albers | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.dgfn.eu/
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