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Beim Kampf gegen so genannte „Krankenhauskeime“ stehen aktuell zwei Ziele besonders im Vordergrund: Eine noch bessere Händehygiene in den Krankenhäusern und der kontrollierte und zielgerichtete Einsatz von Antibiotika, um die Ausbreitung antibiotikaresistenter Bakterien, wie Methicillin-resistenter Staphylokokken (MRSA), einzudämmen.
Das Universitätsklinikum Münster (UKM) intensiviert diese Bemühungen und beteiligt sich im Rahmen des EUREGIO MRSA-net in den kommenden Wochen mit zahlreichen Informationsveranstaltungen und Aktionen an der bundesweiten Initiative zur Verbesserung der Händehygiene und der europaweiten Initiative zur Kontrolle des Antibiotikaverbrauchs im Gesundheitswesen.
„Der Patientenschutz genießt am UKM höchste Priorität. Durch eine strenge und gute Händehygiene lassen sich bis zu 30 und 50 Prozent der Infektionen im Krankenhaus vermeiden. Schon jetzt besteht am UKM ein Infektionsschutz auf höchstem Niveau. Neben der Messung des Verbrauchs hat das Institut für Hygiene am UKM vor zwölf Monaten eine Studie begonnen, um zu überprüfen, wie häufig eine Händedesinfektion durchgeführt werden sollte. Diese unterscheiden sich zwischen Arztpraxis, Altenheim und Krankenhaus. Dauerhafte Prävention ist dabei der beste Schutz für die Patienten - und für das Personal. Mit unserem Programm wollen wir in besonderer Form erneut auf die Bedeutung der Händehygiene hinweisen, Mitarbeiter sensibilisieren sowie Patienten und Angehörige informieren und aufklären“, betont Prof. Dr. Norbert Roeder, Ärztlicher Direktor des UKM.
Koordiniert wird das Programm unter der Leitung der UKM-Institute für Hygiene und für Medizinische Mikrobiologie. Privat-Dozent Dr. Alexander Friedrich, Oberarzt am Institut für Hygiene, erklärt: „Wir möchten alle Berufsgruppen erreichen und haben der Händehygiene deswegen auch in der Medizinerausbildung eine zentrale Rolle gegeben. Im Studienhospital der Medizinischen Fakultät erlernen die angehenden Ärztinnen und Ärzte praktische Hygienemaßnahmen für den Klinikalltag. Ein Teil der Infektionen in Krankenhäusern wird aber auch in Zukunft unvermeidbar bleiben. Es gibt dennoch effektive Möglichkeiten zur erfolgreichen Eindämmung. Dazu zählt neben der Händehygiene auch der sinnvoll reduzierte Einsatz von Antibiotika. Gerade dadurch können wir dazu beitragen, dass resistente Erreger gar nicht erst entstehen.
Die erste Frage darf nicht heißen: Welches Antibiotikum einsetzen? Sondern: Überhaupt ein Antibiotikum einsetzen?“ Je geringer die Anzahl resistenter Erreger, umso höher sei die Chance, dann auch unvermeidbare Infektionen mit Antibiotika behandeln zu können. Friedrich: „In der Vergangenheit wurde der „Joker Antibiotika“ leider zu häufig gezogen.“ Aus diesem Grund wird dieses Jahr am 18. November erstmals in der Europäischen Union der „Europäische Antibiotikatag" abgehalten, um die Bedeutung der Antibiotika und den bewussten Umgang mit Ihnen hervorzuheben. Auch am UKM wird an diesem Tag eine Veranstaltung hierzu stattfinden.
MRSA-Screening gibt Schutz
Zum Schutz der Patienten werden am UKM alle stationär aufgenommenen Patienten auf MRSA getestet. Das ist nur ein Kriterium von vielen, die nötig sind, um das „EUREGIO MRSA-net“ Qualitäts- und Transparenzsiegel zu erreichen. In diesem Jahr wurden diese Siegel erstmals, u.a. an das UKM, verliehen. Eine Übersicht über die Krankenhäuser, die das Siegel erhalten haben, gibt es im Internet unter www.mrsa-net.org. UKM-Hygiene-Experte Friedrich, zugleich Leiter des EUREGIO-Projektes auf deutscher Seite, betont: „Die Bekämpfung von Krankenhauskeimen wie MRSA ist eine Gemeinschaftsaufgabe aller Akteure im Gesundheitswesen. MRSA wird bald nicht mehr nur ein Problem in Krankenhäusern ist. MRSA werden sich mehr und mehr auch außerhalb des Krankenhauses verbreiten.“
Umso wichtiger sei es allerdings, dass gerade der Schutz in den Krankenhäusern weiter intensiviert wird. Prof. Roeder: „Die aktuelle Kampagne ist wichtig und kommt zu einem richtigen Zeitpunkt. Fest steht aber auch: Der Kampf gegen Krankenhauskeime ist eine Daueraufgabe, bei der alle an einem Strang ziehen müssen.“
Weitere Informationen und Veranstaltungshinweise:
www.mrsa-net.org
Zum Hintergrund der Aktion:
Deutschland hat die Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) „World Alliance for Patient Safety“ aufgegriffen und startet 2008 mit der „Aktion Saubere Hände“ eine Initiative zur Verbesserung der Händehygiene im Gesundheitswesen. Zeitgleich wird am 18. November 2008 zum ersten Mal in der gesamten EU der „Europäische Antibiotikatag“ abgehalten.
Stefan Dreising | Quelle: Universitätsklinikum Münster (UK
Weitere Informationen: www.mrsa-net.org
Weitere Berichte zu: antibiotikaresistente Bakterien > Antibiotikum > Gesundheitswesen > Hygiene > Hygienemaßnahmen > Händedesinfektion > Händehygiene > Krankenhauskeime > Methicillin-resistente Staphylokokken > MRSA > Personalsicherheit > UKM
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