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Der Bericht vergleicht verschiedene Bestrahlungstechniken und die Mikrochirurgie (chirurgische Tumorentfernung). Außer zu einzelnen Tumorlokalisationen lässt die verfügbare Literatur keine Empfehlungen für oder gegen eine Therapie zu, so die Autoren. Sie fordern weitere Studien, auch zur Kosteneffektivität.
Der Bericht gliedert Ergebnisse zur medizinischen Wirksamkeit nach der Lage der Tumoren in einzelne Unterkapitel. Primär chirurgisch zu behandeln sind lediglich klar umrissene Tumoren in Rückenmark und Großhirnrinde. Bei allen anderen Lokalisationen kommen verschiedene Therapien in Betracht. Letztlich ist die Behandlung je nach Einzelfall zu wählen, schließen die Autoren. Entscheiden sollten die strahlentherapeutischen Möglichkeiten, die Erfahrung des Neurochirurgen sowie die Beschwerden und der Wunsch des Patienten.
Hochpräzise Strahlentherapie
Eine Möglichkeit, Tumoren nicht-invasiv zu entfernen, ist die stereotaktische Radiochirurgie, bei der mehrere, geometrisch exakt festgelegte Einzelstrahlen verabreicht werden. Ihre medizinische Wirksamkeit vergleicht der Bericht mit der der Mikrochirurgie. Speziell bei den langsam wachsenden Meningeomen kann auch eine stereotaktische fraktionierte Strahlentherapie sinnvoll sein: Die erforderliche Gesamtdosis wird dabei, anders als bei der Radiochirurgie, nicht auf einmal verabreicht, sondern fraktioniert (aufgeteilt) auf mehrere Behandlungen geringerer Stärke. Die einzelnen Bestrahlungen addieren sich dann zur Gesamtdosis.
Als besonderen Vorteil der stereotaktischen Bestrahlung nennen die Autoren ihre hohe Präzision: Erreicht wird diese durch unterschiedlich angeordnete Strahlenquellen. Sie bewirken erst in ihrem räumlich exakt festgelegten Zusammenwirken im Tumorgewebe die erforderliche Strahlendosis. Am Tumorrand fällt die Dosis ab, umliegendes Gewebe wird so geschont.
Anders als das klassische chirurgische Vorgehen können stereotaktische Bestrahlungen ambulant erfolgen. Notwendig sind allerdings aufwändige und kostenintensive Geräte, die hohe Investitions- und Betriebskosten mit sich bringen.
Noch zu wenig Evidenz
Der vorhandenen Literatur fehlt die notwendige Evidenz, um eindeutige Empfehlungen für oder gegen eine Therapie abzugeben. Die Autoren betonen daher die Notwendigkeit randomisierter kontrollierter Studien. Diese sollten abhängig von der Lage der Tumoren im Schädelinneren die mikrochirurgische Therapie direkt mit der Radiotherapie vergleichen. Auch die Kosteneffektivität der beiden Verfahren ist nicht abschließend zu vergleichen. Hierzu reichen ebenfalls die Studien nicht aus, bemängeln die Autoren. Die Autoren stellen zudem die Frage, ob in Deutschland ein flächendeckendes Netz von Zentren zur ambulanten stereotaktischen Radiochirurgie notwendig ist.
Meningeome - Tumoren im Kopf
Etwa 20 Prozent aller Tumoren im Schädelinneren sind (meist gutartige) Meningeome. Die genaue Ursache für ihre Entstehung ist unbekannt. Sie wachsen langsam und können an verschiedenen Stellen vorliegen. In Deutschland erkranken jährlich etwa sechs von 100.000 Menschen an einem Meningeom, wobei der Häufigkeitsgipfel um das 45. Lebensjahr liegt.
(Stellenwert der Radiochirurgie von Meningeomen im Vergleich mit der fraktionierten stereotaktischen Bestrahlung, der konventionellen 3D-geplanten konformalen Bestrahlung und der mikrochirurgischen Operation; Kirsten Schmieder, Martin Engelhardt, Sebastian Wawrzyniak, Sandra Börger, Kurt Becker, Andreas Zimolong)
HTA-Berichte bei DAHTA
Die HTA-Berichte sind in der DAHTA-Datenbank beim DIMDI bzw. im HTA-Journal bei German Medical Science (GMS) kostenfrei als Volltext abrufbar.
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Susanne Breuer | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
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