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Chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind hierzulande Volkskrankheit Nummer 1. Fast jeder zweite Deutsche (circa 45 Prozent) stirbt infolge einer Erkrankung des Herz-Kreislauf- Systems.1
Ein zunehmendes Problem ist die stetig wachsende Zahl chronisch herzkranker Patienten, das durch die demografische Entwicklung verschärft wird.2 Daraus resultieren für das Gesundheitssystem und die Volkswirtschaft Belastungen, die nur durch den verstärkten Einsatz von Telemedizin, das heißt die Überwindung der örtlichen Distanz zwischen Patienten und Arzt durch den Einsatz moderner Kommunikationssysteme, beherrschbar bleiben.
Mit den VDE/DGK-Anwendungsempfehlungen „TeleMonitoring-Systeme in der Kardiologie“, die gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und dem VDE verfasst wurden, liegt nun eine umfassende Analyse der Erfordernisse, Realisierungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven von TeleMonitoring vor. In der Übersichtarbeit analysieren und beschreiben die Autoren ausführlich verschiedene Anwendungsszenarien zu den sechs wichtigsten Themen der Telemedizin im Bereich Kardiologie: Herzrhythmusstörungen, Notfall- und Rettungsmedizin, chronische 1 Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems führten im Jahr 2005 in Deutschland zu 367.361 Todesfällen (STATISTISCHES BUNDESAMT 2006). 2
Derzeit leiden circa 1,8 Millionen Deutsche an chronischer Herzinsuffizienz, jährlich kommen 200.000 bis 300.000 Patienten hinzu. Herzinsuffizienz, Überwachung von Patienten mit Herzschrittmachern und implantierbaren Cardioverter/Defibrillatoren (ICD) sowie Medikamenten- und Gerinnungsmonitoring. Grundsätzlich werden bei Telemonitoring-Systemen wichtige Krankheitsdaten (beispielsweise Blutdruck, Gewicht, Blutzucker, Sauerstoffsättigung, EKG und körperliche Aktivität) im häuslichen oder mobilen Umfeld aufgenommen und per Mobilfunk oder Internet an ein qualitätsgesichertes Telemonitoring-Zentrum gesendet.
Dadurch lassen sich sowohl die Qualität als auch die Effizienz der Versorgung steigern. Im Bereich Herzrhythmusstörungen zeigen die Experten, dass sich durch telemedizinisches EKG-Monitoring die Diagnostik gegenüber konventionellen EKG-Arten verbessern lässt. Die Medikation kann durch das Telemonitoring von Parametern wie Körpergewicht, Blutdruck, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und EKG individueller an die Erfordernisse des Patienten angepasst werden. Für Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz eröffnen implantierbare Defibrillator (ICD) der jüngsten Generation neue Chancen.
Die Geräte sind mit speziell programmierbaren Herzrhythmusspeichern ausgestattet, die Rhythmusstörungen entdecken können. Die Übertragung der Parameter aus dem ICD per TeleMonitoring eröffnet die Möglichkeit einer kontinuierlichen Betreuung des Patienten durch den behandelnden Arzt und damit schnellere therapeutische Optionen. Auch die Einhaltung der Medikation seitens des Patienten ist durch die interaktive Tele- Anbindung an Dienstleistungszentren optimierbar. Weitere Chancen soll die Weiterentwicklung von Sensoren und Systemen zur Überwachung von Medikamentenspiegeln eröffnen. Ein wichtiger Anwendungsfall ist hier das Gerinnungsmanagement, das heißt die Vermeidung von Komplikationen wie Blutungen und Thromboembolien.
Künftige Geräteentwicklungen sollten nach Meinung der Autoren auf eine Miniaturisierung der Geräte, deren einfache Handhabbarkeit und eine Verbesserung der automatischen Entdeckung von physiologischen Veränderungen (wie zum Beispiel Rhythmusstörungen beim Tele-EKG) zielen. Darüber hinaus kann die Entwicklung neuer Sensoren laut Positionspapier ganz neue Anwendungsmöglichkeiten für das Telemonitoring eröffnen. Das VDE/DGK-Positionspapier ist in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) im Rahmen des Förderschwerpunkts „Präventive MikroMedizin“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entstanden.
Mit dem Projekt Präventive Mikromedizin (PMM) fördert das BMBF telemedizinische Anwendungen bei Herz-Kreislauf- Erkrankungen. Der Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik (VDE) ist mit rund 35.000 Mitgliedern - davon 1.300 Unternehmen, 8.000 Studierenden und 3.000 Berufseinsteiger einer der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas. Der VDE hat in den vergangenen Jahren in enger Kooperation mit Industrie, Wissenschaft und Medizin sowie dem Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) zahlreiche Projekte zum Innovationsmanagement in der Medizintechnologie initiiert und umgesetzt.
So stellt die VDE Initiative MikroMedizin (IMM) eine Plattform für Hersteller, Anwender und Ärzte auf dem Gebiet der Miniaturisierung und Computerisierung medizintechnischer Anwendungen. Mit dem Projekt Präventive Mikromedizin (PMM) fördert der VDE telemedizinische Anwendungen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und mit dem Projekt „Ambient Assisted Living“ (AAL) die Anwendung intelligenter Assistenzsysteme im häuslichen Bereich. Die VDE/DGK Anwendungsempfehlungen „TeleMonitoring-Systeme in der Kardiologie“ können auf www.vde-medtech.com kostenfrei heruntergeladen werden.
Pressekontakt:
Melanie Mora,
Tel. 069 6308461,
melanie.mora@vde.com
Melanie Mora | Quelle: VDE
Weitere Informationen: www.vde.com
www.vde-medtech.com
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