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Suche nach der besten Demenzpflege in Europa

15.03.2010
EU fördert mit 3 Mio. Euro ein Forschungsprojekt in acht Ländern, damit Gesundheitsforscher herausfinden, wie Demenzpatienten möglichst lang zu Hause gepflegt werden können

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Pflegewissenschaftler und Gesundheitsökonomen der Universität Witten/Herdecke mit Kollegen aus Universitäten und Forschungseinrichtungen sieben weiterer Länder untersuchen, wo in Europa gute Ansätze für die Betreuung und Pflege von Patienten mit Demenzerkrankungen zu finden sind.


Die EU fördert das Projekt, das über dreieinhalb Jahre läuft, mit drei Millionen Euro. Die Studie wird in Deutschland, Spanien, Frankreich, England, Schweden, Finnland, Estland und den Niederlanden durchgeführt.
Die Koordination der Studie liegt in Witten.

"Jedes Land in Europa hat ein eigenes Gesundheitssystem und darin auch eigene Verfahren entwickelt, wie man möglichst gut mit Demenzpatienten umgeht. Aber alle haben eigentlich das gleiche Problem: Die Menschen werden älter und damit steigt überall die Zahl der von Demenz Betroffenen", erklärt die Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Gabriele Meyer, wissenschaftliche Koordinatorin des Projekts, das grundsätzliche Problem. Daher fördert die EU die Forschung in diesem Gebiet: Wenn alle Länder das gleiche Problem haben und es in unterschiedlichen Systemen zu lösen versuchen, dann kann man voneinander möglicherweise viel lernen.

Um zu möglichst konkreten Ergebnissen zu kommen, haben die Wissenschaftler ein einzelnes Problem auf den Prüfstand gehoben: Wann ist der beste Zeitpunkt, von der häuslichen Pflege in eine stationäre Pflege überzugehen? "Das hat viel mit den Angehörigen zu tun, denn diese tragen zu Hause die Pflege, meist sind es die Frauen", führt Meyer aus. In allen Ländern werden Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen und professionell Pflegende befragt z.B. zu Fragen wie: Wie ist der Übergang organisiert? Wie zufrieden sind die Personen damit? Was wirkt belastend, was erleichtert die Betreuung?

Die eingehenden Daten analysieren die Wittener Biometriker und Gesundheitsökonomen. Prof. Dr. Dirk Sauerland: "Für uns steht natürlich der Nutzen, den die verschiedenen Pflegeformen für die Betroffen haben, im Vordergrund. Aber wir dürfen auch nicht die Kosten vergessen, die damit verbunden sind. Sowohl für das Gesundheitssystem als Ganzes als auch für die betroffenen Angehörigen."

Das Forschungsprojekt arbeitet auch mit der größten europäischen Betroffenen-Organisation, Alzheimer Europe, zusammen. Für die Universität Witten/Herdecke bedeutet das Projekt eine weitere Stärkung des Schwerpunktes Demenzforschung: Auf nationaler Ebene sind die Wittener Pflegewissenschaftler Mitglied im Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). "Wir können nun unser Wissen und unsere Kompetenz auch in die Forschung auf europäischer Ebene einbringen und von den Kollegen lernen", freut sich Prof. Dr. Sabine Bartholomeyczik. Die Vergabe des Projektes nach Witten hat sicher auch etwas damit zu tun, dass hier die Kooperation über die Fächergrenzen von Medizin und Wirtschaftswissenschaft hinweg seit jeher gepflegt wird.

Weitere Informationen bei Prof. Dr. Dirk Sauerland, Telefon 02302-926574, dirk.sauerland@uni-wh.de

Kay Gropp | Quelle: Uni Witten/Herdecke
Weitere Informationen: www.uni-wh.de

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