Anzeige
Am Universitätsklinikum Münster (UKM) gibt es nun eine neue Therapieform für Schlaganfall-Patienten. Blutgerinnsel, die im Gehirn ein besonders großes Gefäß verschließen, können jetzt mit speziellen, sehr kleinen Kathetern entweder direkt mechanisch entfernt oder auch abgesaugt werden.
Der Fachbegriff für dieses Verfahren lautet „intravaskuläre Thrombektomie“. Eingeführt wurde das minimal-invasive Behandlungsverfahren im Institut für Klinische Radiologie in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Neurologie des UKM. Bislang wird dieses hoch spezialisierte Verfahren nur in wenigen Kliniken in Deutschland angeboten.
Damit erweitert das UKM die Behandlungsmöglichkeiten für Schlaganfall-Patienten. Der Schlaganfall ist eine der häufigsten Ursachen für Tod oder Pflegebedürftigkeit mit bleibender Behinderung in Deutschland. 350.000 Menschen erleiden jedes Jahr einen Schlaganfall, der in der überwiegenden Mehrzahl durch ein verstopftes Blutgefäß im Gehirn verursacht wird. Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Zuckerkrankheit, Rauchen und Herzrhythmusstörungen. Die Minderdurchblutung des Gehirns ist mit 85 Prozent die häufigste Ursache eines Schlaganfalls, oft ist hier ein verschlepptes Blutgerinnsel die Ursache. Die Symptome sind vielfältig, je nach betroffenem Hirngefäß können Lähmungen von Gesicht, Arm oder Bein, Sprachstörungen, Sehstörungen, Doppelbilder oder Bewusstlosigkeit auftreten.
Ein entscheidender Fortschritt in der Versorgung der Schlaganfallpatienten wurde mit der Errichtung von spezialisierten Zentren, den „Stroke Units“, erreicht. Diese konnten die Sterblichkeit und schwere Behinderungen deutlich reduzieren. Weiterhin schwierig zu behandeln sind vor allem diejenigen Patienten, bei denen ein Blutgerinnsel ein großes Gefäß des Gehirns verschließt – hier ist die intravenöse Therapie nicht so wirkungsvoll wie bei den kleinen Gefäßen. „In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, das Blutgerinnsel direkt, also mechanisch, aus dem Gehirn zu entfernen“, erklärt Prof. Dr. Walter Heindel, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie (IKR) am UKM. Das neue, als „intravaskuläre Thrombektomie“, bezeichnete Verfahren ist ein Schwerpunkt der neuroradiologischen Arbeitsgruppe um Prof. Heindel am Institut für Klinische Radiologie in enger Zusammenarbeit mit der Klinik und Poliklinik für Neurologie des UKM von Prof. Dr. Dr. Erich Ringelstein.
Nach sorgfältiger Untersuchung durch neueste Computertomographie-Technologie werden die Patienten am UKM hierbei durch spezialisierte Neurologen und Radiologen behandelt. Bei der intravaskulären Thrombektomie kann mit speziellen sehr kleinen Kathetern mit Durchmessern von weniger als 0,9 Millimeter das Gerinnsel im Hirn unter Röntgenkontrolle erreicht werden. Das weitere Vorgehen richtet sich dann nach der Art des Gerinnsels: Entweder kann das Gerinnsel mit einer bürstenartig gestalteten Einfangvorichtung aus dem verschlossenen Gefäß entfernt werden, es kann abgesaugt oder das verschlossene Gefäß mit einem Stent wieder durchgängig gemacht werden. „Heute ist vieles möglich, was wir vor ein paar Jahren noch für illusorisch hielten“, betont Dr. Thomas Niederstadt, Leiter der Funktionseinheit Neuroradiologie am IKR, der zusammen mit Privat-Dozent Dr. Volker Hesselmann dieses Verfahren jetzt am UKM eingeführt hat. Bislang wird dieses innovative Verfahren nur an wenigen Zentren Deutschlands angeboten. Dabei ist vor allem eins wichtig, betont Prof. Heindel: „Time is brain – Zeit ist Hirn. Je früher der Patient nach Beginn der Symptome zu uns kommt, umso größer ist die Aussicht auf eine Wiedereröffnung der Gefäße.“
Stefan Dreising | Quelle: Universitätsklinikum Münster (UK
Weitere Informationen: www.klinikum.uni-muenster.de
Weitere Berichte zu: Behinderung > Blutgerinnsel > Gefäß > Gerinnsel > Hirn > intravaskuläre Thrombektomie > Katheter > Kathetertechnik > Neurologie > Pflegebedürftigkeit > Radiologie > Schlaganfall > Schlaganfall-Patient > Thrombektomie > UKM
Bitterrezeptoren für Stevia-Süßstoffe entdeckt
24.05.2012 | Technische Universität München
Wie vorbeugen bei erblichem Krebs?
23.05.2012 | Goethe-Universität Frankfurt am Main
Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Anzeige
Anzeige

Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Studien Analysen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft und Öffentlichkeit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten