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Sonnenschutz ist Arbeitsschutz: Projekt untersucht Schutzkomponenten in der Praxis

27.08.2010
Rund zweieinhalb Millionen Beschäftigte in Deutschland müssen sich berufsbedingt häufig acht Stunden oder länger der Sonne aussetzen.

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Dadurch tragen sie mehr als das doppelte Risiko, bestimmte Hauttumore auszubilden, verglichen mit Beschäftigten, die nicht im Freien arbeiten. Schutzmaßnahmen für die Haut – aber auch für die Augen - sind deshalb unerlässlich. Damit Beschäftigte bei Arbeiten im Freien mit heiler Haut davon kommen, führen die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und die Klinik und Poliklinik für Dermatologie / Technische Universität Dresden ein Forschungsprojekt durch.


Dabei suchen Arbeitsschützer nach Schutzmaßnahmen vor wirksamer UV-Strahlung, die von der Praxis angenommen und angewendet werden. Dazu nehmen die Forscher vorhandene Schutzmaßnahmen unter die Lupe und überprüfen sie auf ihre Wirksamkeit. Darüber hinaus unterziehen sie eigene Entwicklungen dem Praxistest. Die Untersuchungen finden in Betrieben aus den Branchen Bau (Hoch-, Straßen- und Tiefbau), Tagebau (Steinbruch), Garten- und Landschaftsbau und Kindergärten statt.

Bei den laufenden Untersuchungen im Botanischen Garten der Technischen Universität Dresden ermitteln die Forscher Daten für die Arbeit im Freien beim Garten- und Landschaftsbau. Hier kommt unter anderem ein Pavillon zum Einsatz, der sich für räumlich begrenzte Arbeitsbereiche wie beispielsweise Pflasterarbeiten eignet. Dabei untersuchen die Forscher sowohl die praktische Anwendung, als auch die Schutzwirkung des Pavillons. Zudem erhalten die Beschäftigten UV-Funktionskleidung für die tägliche Arbeit. Hier ermittelt das Projekt neben dem Tragekomfort auch die Schutzwirkung durch Messungen unterhalb der Kleidung.

Der UV-Index, der ein Maß für die sonnenbrandwirksame ultraviolette Strahlung ist, ist eine wichtige Informationsquelle, wenn Arbeitgeber die Gefährdung durch solare UV-Strahlung ermitteln wollen. Hierzu wurde ein mobiles UVIndex-Messgerät (MUVI) mit Großdisplay entwickelt. Es zeigt über einen Abstand von 70 bis 100 m den aktuellen UV-Index an. Erläuterungen zum UV-Index, wichtige Verhaltensregeln und angemessene Schutzmaßnahmen vermittelt eine Kurz-Info im Scheckkarten-Format.

Sie kann auch bei der Unterweisung der Beschäftigten eingesetzt werden, die ein wichtiger Baustein der Prävention ist. Informationen über mögliche Schädigungen durch solare UV-Strahlung, die Beschreibung der Merkmale bei Hauterkrankungen (Anleitung zum Eigen-Screening) und die Auswahl von Schutzmaßnahmen bürden dem Arbeitgeber außer etwas Zeitaufwand keine zusätzlichen Belastungen auf.

Mit den Ergebnissen wollen die Forscher aus Dresden und Dortmund auch die zum Teil sehr emotional geführte Diskussion um den Schutz der Beschäftigten vor solarer UV-Strahlung versachlichen. Zudem bilden die Ergebnisse eine Grundlage für die Auswahl von geeigneten und handhabbaren Schutzmaßnahmen. Schließlich vergisst die Haut keinen Sonnenbrand.

Hintergrund:
Ziel des Entwicklungsprojektes F 2036 „Schutzkomponenten zur Reduzierung solarer UV-Expositionen bei Arbeitnehmern im Freien“ ist es, in ausgewählten Branchen exemplarisch Effektivität und Kosten technischer sowie organisatorischer Maßnahmen zur Reduzierung solarer UV-Strahlenexposition zu untersuchen. Weiterhin sind individuelle Komponenten zur Reduktion der UV-Expositionen von Haut und Augen als persönliche Schutzausrüstungen zu bewerten.

Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt. Sie ermöglichen Unternehmen wie auch der gesamten Volkswirtschaft einen Vorsprung im globalen Wettbewerb. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Rund 660 Beschäftigte arbeiten am Hauptsitz in Dortmund und den Standorten Berlin, Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

Jörg Feldmann | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.baua.de

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