Anzeige
So kann die Sterblichkeit an dieser Erkrankung deutlich gesenkt werden: Mehr als 95 Prozent der betroffenen Patienten werden durch nuklearmedizinische Behandlungen geheilt. Bei der Therapie von gutartigen Schilddrüsenerkrankungen hat sich die Nuklearmedizin ebenfalls bewährt.
Die erste Maßnahme bei der Behandlung des Schilddrüsenkrebses besteht in der operativen Entfernung des Schilddrüsentumors und der Schilddrüse. Wegen zu befürchtender Nebenwirkungen – wie einer Verletzung des Stimmbandnervs – ist es allerdings nicht möglich, die Schilddrüse komplett zu entfernen. Nach der Operation ist es vielmehr Aufgabe der risikoarmen Radioiodtherapie, das verbliebene Schilddrüsengewebe und darin möglicherweise enthaltene Tumorzellen komplett auszuschalten.
Bei diesem nuklearmedizinischen Therapieverfahren nehmen die meisten Tumorzellen radioaktives Iod auf. Die kurz reichende Strahlung dieses radioaktiven Stoffes wird so genutzt, um das Restgewebe der Tumore wirkungsvoll abzutöten. Im Vergleich zu anderen Methoden der Krebsbehandlung sind die Nebenwirkungen hier deutlich geringer. Für den Patienten ist zudem im Anschluss an eine solche nuklearmedizinische Schilddrüsenkrebstherapie wieder ein normales Leben möglich. Langzeitbeobachtungen zeigen sogar, dass die Lebenserwartung für den größten Anteil der geheilten Patienten im Vergleich zur Normalbevölkerung nicht eingeschränkt ist.
Aber auch bei der effektiven Behandlung von gutartigen Schilddrüsenerkrankungen hat sich die Nuklearmedizin bewährt. So kommen geringere Mengen des radioaktiven Iods zur Anwendung, um die Überfunktion der Schilddrüse bei Patienten mit der Basedow-Erkrankung zu beseitigen. Häufig ausgelöst durch das Rauchen bildet der Körper beim Morbus Basedow Antikörper gegen die eigene Schilddrüse, so dass diese dann von der körpereigenen Abwehr angegriffen wird. Zudem werden die nuklearmedizinischen Verfahren erfolgreich bei der Diagnose und Bekämpfung von so genannten „heißen“ Knoten in der Schilddrüse eingesetzt.
Auch bei der Heilung einer der bekanntesten, gutartigen Schilddrüsenkrankheiten, dem Kropf, werden nuklearmedizinische Therapieverfahren eingesetzt. Mit verbesserter Iodversorgung hat sich die Anzahl der Schilddrüsenerkrankungen im deutschsprachigen Raum verringert, so dass nur noch bei weniger als 5 Prozent der Kinder und Jugendlichen eine Vergrößerung der Schilddrüse zu finden ist. Trotzdem gilt der deutschsprachige Raum aber weiterhin als Iodmangelgebiet. Dabei ist dieses Spurenelement ein wichtiger Nährstoff, der für den körpereigenen Aufbau der Schilddrüsenhormone benötigt wird. Die Hormone sind Botenstoffe, die in allen Organen und nahezu allen biologischen Prozessen im Körper ihre Wirkung entfalten und dort steuern und regulieren. Durch die unzureichende Iodversorgung über die vergangenen Jahrzehnte besteht bei Erwachsenen immer noch häufig ein Knotenkropf. Der kann dazu führen, dass durch die vergrößerte Schilddrüse die Luftröhre eingeengt wird. Durch neuere Entwicklungen der nuklearmedizinischen Radioiodtherapie ist nun auch eine schonende aber sehr effektive Behandlung dieser Patienten möglich: der Kropf schrumpft um bis zu 70 Prozent.
Die bösartigen und gutartigen Schilddrüsenerkrankungen sind ein Schwerpunktthema auf der NuklearMedizin 2011, der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Nuklearmedizin. Diese findet vom 13. bis 16. April im Festspielhaus Bregenz am Bodensee statt. In bewährter Weise bietet die Kombination aus Kongress – für den international renommierte Referenten gewonnen werden konnten – und einem interaktiven Fortbildungsprogramm sowie einer großen, branchenspezifischen Industrieausstellung eine ideale Plattform für wissenschaftlichen Austausch und Weiterbildung. Damit zählt die Dreiländertagung zu den international bedeutendsten und größten Tagungen für Nuklearmedizin. In diesem Jahr werden rund 2.000 Teilnehmer – Mediziner, Naturwissenschaftler, medizinisch-technisches Personal und Pflegekräfte – erwartet.
Sämtliche Informationen zur NuklearMedizin 2011 stehen auf der Kongresshomepage http://www.nuklearmedizin2011.eu zur Verfügung. Dort ist auch die Presseakkreditierung zum Kongress möglich.
Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
Pressereferat, Stefanie Neu
Nikolaistraße 29, D-37073 Göttingen
Tel. 0551.48857-402, info@nuklearmedizin.de
Weitere Informationen:
http://www.nuklearmedizin2011.eu/
- Kongresshomepage der NuklearMedizin 2011
http://www.nuklearmedizin.de/
- Homepage der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
http://www.ogn.at/
- Homepage der Österreichischen Gesellschaft für Nuklearmedizin und Molekulare Bildgebung
http://www.nuklearmedizin.ch/
- Homepage der Schweizerischen Gesellschaft für Nuklearmedizin
Stefanie Neu | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.nuklearmedizin.de
Weitere Berichte zu: Heilungschance > Iod > Iodversorgung > Nebenwirkung > Nuklearmedizin > Radioiodtherapie > Schilddrüse > Schilddrüsenerkrankung > Schilddrüsenkrebs > Therapieverfahren > Tumorzelle
Bitterrezeptoren für Stevia-Süßstoffe entdeckt
24.05.2012 | Technische Universität München
Wie vorbeugen bei erblichem Krebs?
23.05.2012 | Goethe-Universität Frankfurt am Main
Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Anzeige
Anzeige

Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Studien Analysen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft und Öffentlichkeit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten