Anzeige
Für die meisten Frauen endet die Fruchtbarkeit schon zu Beginn des vierten Lebensjahrzehnts - manchmal auch schon viele Jahre früher. Eine neue Diagnostik und Therapie kann diesen Frauen helfen. Hoffnungsvolle Ergebnisse stellte Professor Dr. Jürgen Kleinstein, Leiter der Magdeburger Universitätsklinik für Reproduktionsmedizin und Gynäkologische Endokrinologie, am 19. März 2011 auf der Arbeitstagung MARIE in Magdeburg vor.
Schon seit vielen Jahren ist bekannt, dass jede Frau mit einem begrenzten Vorrat an Eizellen geboren wird. Mit Beginn der Menstruation reduziert sich die Eizellreserve zunehmend. Damit sinkt auch die Chance, schwanger zu werden. „Statistisch halbiert sich die Fruchtbarkeit zwischen dem 25. und dem 37. Lebensjahr“, so Professor Kleinstein. Allerdings ist die individuelle Schwangungsbreite auch sehr groß. Mediziner schätzen, das zwischen 100.000 und 200.000 Frauen in Deutschland bereits vor dem 37. Lebensjahr Probleme haben, auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Viele suchen dann Hilfe bei Gynäkologen und Reproduktionsmedizinern.
„Den kinderlosen Frauen können wir heute viel besser helfen, als noch vor wenigen Jahren“, sagt Professor Kleinstein. Wie groß die Chance auf eine erfolgreiche Kinderwunschbehandlung für eine Frau ist, lässt sich durch die Bestimmung des so genannten „Anti-Müller-Hormons" (AMH) im Blut herausfinden. Das AMH wird im Eierstock gebildet und ist ein untrüglicher Hinweis auf die Eizellreserve.
„Zwar kann die Zahl der noch vorhandenen Eizellen nicht künstlich erhöht werden, wohl aber die Chancen, dass ein Teil der natürlich gebildeten Eizellen besser heranreift und letztlich auch befruchtet wird“, sagt Professor Kleinstein. Dazu werden männlichen Geschlechtshormonen (Androgene) eingesetzt.
Androgene greifen auf natürliche Weise in die ersten Stadien der Eizellreifung, etwa vier Monate vor dem eigentlichen Eisprung, ein. Diese Forschungsergebnisse werden neuerdings in der Kinderwunschbehandlung berücksichtigt.
Gute Ergebnisse haben die Ärzte am Magdeburger Universitätsklinikum in jüngster Zeit mit dem milden Hormon DHEA gesammelt, das eine Vorstufe für die Sexualhormone ist. „Unter dieser Therapie wurden etwa dreimal mehr Frauen Mitte der 30er Jahre schwanger als ohne“, fasst Professor Kleinstein die bisherigen Erfahrungen zusammen. Außerdem registrierten die Mediziner weniger ungewollte Schwangerschaftsverluste (Aborte) und auch keine Vermännlichung, wie etwa Bartwuchs oder eine tiefere Stimme.
„Wir sehen darin eine Erweiterung der Therapiemöglichkeiten für ungewollt kinderlose Paare“, erläuterte Professor Kleinstein.
Die Magdeburger Arbeitstagung Reproduktionsmedizin, interdisziplinäre Andrologie und Endokrinologie (MARIE) fand am 19. März 2011 statt. Die Fortbildungsveranstaltung wurde bereits zum 14. Mal alljährlich im Frühjahr durchgeführt und richtet sich an niedergelassene Frauenärzte aus Sachsen-Anhalt, Medizinisch-Technische Assistenten und Medizinstudenten.
Weitere inhaltliche Auskünfte für Redaktionen erteilt Prof. Dr. Jürgen Kleinstein, Universitätsklinik für Reproduktionsmedizin und Gynäkologische Endokrinologie Magdeburg, Telefon: (0391) 67-17390.
Text: Uwe Seidenfaden
Kornelia Suske | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.med.uni-magdeburg.de/
Weitere Berichte zu: Eizelle > Eizellreifung > Eizellreserve > Endokrinologie > Fruchtbarkeit > Gynäkologische > Hormon > Kinderwunschbehandlung > Reproduktionsmedizin
Bitterrezeptoren für Stevia-Süßstoffe entdeckt
24.05.2012 | Technische Universität München
Wie vorbeugen bei erblichem Krebs?
23.05.2012 | Goethe-Universität Frankfurt am Main
Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Anzeige
Anzeige

Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Studien Analysen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft und Öffentlichkeit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten