Anzeige
Wenn Kinder unter Husten leiden, greifen Eltern gerne zu bewährten natürlichen Arzneimitteln wie Fencheltee oder Fenchelhonig. Letzterer ist Honig, der mit bitterem Fenchelöl versetzt ist.
Das in den Fenchelsamen enthaltene ätherische Öl steigert die Bewegung der Flimmerhärchen in der Lunge und in den Atemwegen, so dass Schleim leichter abgehustet werden kann. Der Wilde Fenchel, auch Bitterfenchel genannt, der heute in Deutschland angebaut wird, hat einen langen Zuchtprozess hinter sich, den die Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts in Quedlinburg über Jahrzehnte begleitet haben. Dabei haben sie nicht nur dafür gesorgt, dass einjährige Pflanzen mit hohen Ölgehalten auf deutschen Feldern wachsen, sondern auch neue zerstörungsfreie Analysemethoden entwickelt, um die Qualität und Zusammensetzung des Öls rasch prüfen zu können.
"Um den Zuchtprozess zu beschleunigen, mussten wir effektive Schnellmethoden entwickeln, um mit möglichst minimalem Aufwand tausende Einzelpflanzen zu analysieren", berichtet Dr. Hans Krüger vom JKI-Institut für Ökologische Chemie, Pflanzenanalytik und Vorratsschutz. Der Chemiker, der am Quedlinburger Hauptsitz forscht, weiß um die Bedürfnisse der Züchter und die Komponenten, die ein gutes Arzneifenchelöl ausmachen.
Die Nah-Infrarotspektroskopie (NIRS) erwies sich als besonders leistungsfähig, denn sie erlaubt die zerstörungsfreie Analyse der Fenchelfrüchte. "Das ist wichtig, denn so können die ausgewählten Zuchtformen, die die gewünschten Kriterien am besten erfüllen, wieder ausgesät werden", erläutert Dr. Krüger die Spezialität des Quedlinburger Analytiklabors. Sein Ziel ist eine zerstörungsfreie Methode, mit der sich die Qualität des ätherischen Öls in den Pflanzenproben rasch einschätzen lässt. Die Hauptkomponenten des Fenchelöls sind Anethol und Fenchon. Sie müssen in einem bestimmten Verhältnis enthalten sein, damit sie ihre medizinische Wirkung (schleimlösend) im Bereich der Atemwege entfalten können.
Um Bitterfenchelöl (z.B. für Fenchelhonig) zu gewinnen, wollten die Züchter Fenchelpflanzen, die bereits nach einem Jahr Früchte bilden. Die Ölgehalte sollten möglichst hoch und die Früchte möglichst groß sein. Für Fencheltee sind hingegen kleine Früchte mit niedrigerem Ölgehalt gefragt. "Wenn man auf so viele verschiedene Eigenschaften selektiert, dann geht dies nur, wenn die chemische Analytik rasch verlässliche Ergebnisse liefert", so Krüger. Wechselt die Arzneipflanze oder das Zuchtziel, müssen auch die Analyse-Methoden wieder neu angepasst werden. In Quedlinburg werden für zahlreiche Arznei- und Gewürzdrogen leistungsfähige NIRS-Kalibrationen entwickelt. Neben Fenchel gelang dies unter anderem auch für Kümmel, Koriander, Dill, Pfefferminze, Schafgarbe und Pfeffer.
Hintergrundinformation:
Vom Echten Fenchel oder Garten-Fenchel gibt es drei Varietäten, die sich in ihrer Verwendung und Wuchs unterscheiden:
-Gemüsefenchel auch Knollen- oder Zwiebelfenchel genannt (Foeniculum vulgare var. azoricum)
-Gewürzfenchel oder Süßfenchel (Foeniculum vulgare var. dulce)
-Wilder Fenchel oder Bitterfenchel (Foeniculum vulgare var. vulgare)
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Forschungsarbeiten der Pflanzenanalytik am JKI besteht in der Entwicklung und praktischen Nutzung neuer NIR-spektroskopischer Schnellmethoden zur Bestimmung wertgebender Inhaltsstoffe in diversen Wild- und Kulturpflanzenarten. Da es sich bei diesen Messungen um indirekte Analyseverfahren handelt, müssen zunächst geeignete Kalibriermodelle auf der Basis von Referenzdaten (zum Beispiel von chromatographischen Analysen, gravimetrischen Analysen, Festigkeitsmessungen und anderen) entwickelt werden. Hierfür werden leistungsfähige, multivariate statistische Verfahren eingesetzt, die sowohl für qualitative Interpretationen als auch für quantitative Vorhersagen einzelner Inhaltsstoffe heran gezogen werden können.
Ihr wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Dr. Hans Krüger
Institut für ökologische Chemie, Pflanzenanalytik und Vorratsschutz
am Julius Kühn-Institut - Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI)
Erwin-Baur-Str. 27, 06484 Quedlinburg
Tel.: 03946 / 47-351
E-Mail: hans.krueger@jki.bund.de
Stefanie Hahn | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.jki.bund.de
Bitterrezeptoren für Stevia-Süßstoffe entdeckt
24.05.2012 | Technische Universität München
Wie vorbeugen bei erblichem Krebs?
23.05.2012 | Goethe-Universität Frankfurt am Main
Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Anzeige
Anzeige

Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Studien Analysen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft und Öffentlichkeit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten