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Kalkablagerungen in der Aortenklappe (Stenosen) beeinträchtigen die Herzleistung. Das kann dazu führen, dass die Herzklappe ersetzt werden muss.
Bisher blieb den Patienten nur die Möglichkeit, diesen chirurgischen Eingriff am offenen Herzen unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine durchführen zu lassen. In enger Zusammenarbeit von Herzchirurgen, Kardiologen, Anästhesisten und Radiologen führt das Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen diese Eingriffe seit einigen Monaten minimal-invasiv am schlagenden Herzen durch.
Besonders älteren Menschen mit Aortenklappenstenose kommt diese neue Methode zugute, da sie oft ein erhöhtes Operationsrisiko haben. Mit dieser Methode konnten im Herzzentrum Göttingen bislang bereits 15 Patienten erfolgreich behandelt werden. Das Verfahren hat sich damit als stabil erwiesen.
Das eigene Herz schlägt weiter
Erstmals wurde einem 86-jährigen Mann im Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen im Sommer 2008 eine neue Aortenklappe per Katheter implantiert. „Vor der Implantation wird die verkalkte Aortenklappe zunächst mit einem Ballonkatheter geweitet. Anschließend wird die in einem Gitterröhrchen (Stent) aufgehängte und auf einem Ballonkatheter zusammengefaltete Bioprothese kathetergestützt im Herzen platziert“, sagt Priv. Doz. Dr. Ralf Seipelt, leitender Oberarzt der Abteilung Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie der Universitätsmedizin Göttingen.
Mit nur einem fünf Zentimeter langen Hautschnitt im Rippenbereich des linken Brustkorbs wird das Implantat über die Herzspitze an die richtige Stelle im Herzen vorgeschoben, dort wieder aufgefaltet und verankert. Sein Team-Kollege Priv. Doz. Dr. Wolfgang Schillinger, Oberarzt der Abteilung Kardiologie und Pneumologie ergänzt: „Der Eingriff des ersten Patienten wurde über die Brustwand vorgenommen. Alternativ nehmen wir die neue Methode ohne Schnitt auch über die Leistenarterie vor.“ Welche der beiden Eingriffsarten für den jeweiligen Patienten geeignet ist, klären die Experten in einer intensiven Voruntersuchung.
Für die Patienten hat diese interdisziplinäre Operationstechnik mehrere Vorteile. Sie ist wesentlich schonender und die Operationszeit ist erheblich verkürzt. Der Brustkorb muss nicht mehr eröffnet werden und auch der Einsatz der Herz-Lungen-Maschine ist jetzt nicht mehr notwendig. Die neue Herzklappe kann am schlagenden Herzen implantiert werden.
Nach einer kurzen Beobachtungszeit auf der Intensivstation können die Patienten auf die Normalstation verlegt werden und bereits nach wenigen Tagen das Krankenhaus wieder verlassen.
Option für Hochrisikopatienten
Die neue Methode ist mittlerweile an der Universitätsmedizin Göttingen erfolgreich in die Routine gegangen. Vorerst werden ausschließlich Patienten behandelt, für die der konventionelle Aortenklappenersatz aufgrund ihres Alters ein hohes Risiko darstellt.
Bleiben die Langzeitresultate dieser neuen Behandlungsmethode auch in den nächsten Jahren positiv, könnte das Verfahren künftig ebenfalls bei Nicht-Risiko-Patienten angewendet werden.
WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Abt. Kardiologie und Pneumologie - Herzzentrum Göttingen
Priv. Doz. Dr. Wolfgang Schillinger, Telefon 0551 / 39-8892
wolfgang.schillinger@medizin.uni-goettingen.de
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Abteilung Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie - Herzzentrum Göttingen
Priv. Doz. Dr. Ralf Seipelt, Telefon 0551 / 39-6005
rseipelt@med.uni-goettingen.de
Stefan Weller | Quelle: Uni Göttingen
Weitere Informationen: www.universitaetsmedizin-goettingen.de
Weitere Berichte zu: Aortenklappe > Aortenklappenstenose > Ballonkatheter > Bioprothese > Brustkorb > Gefäßchirurgie > Gitterröhrchen > Herz-Lungen-Maschine > Herzklappe > Herzspitze > Herzzentrum > Kalkablagerungen > Kardiologie > Kathetereingriff > Pneumologie > Stenosen > Stent
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