Anzeige
Im Juni 2011 wurde unter Beteiligung des international renommierten Frankfurter Alzheimerforschers Prof. Dr. Harald Hampel und eines europäischen Expertenteams in einem der weltweit einflussreichsten klinischen Journale Lancet Neurology [1] eine Stellungnahme zu neuen diagnostischen Kriterien der Alzheimerkrankheit (AD) veröffentlicht.
Parallel dazu veröffentlicht Prof. Hampel, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, mit führenden Experten im anerkannten internationalen Hirnforschungsjournal Trends in Neurosciences [2] herausragende Befunde zur besonderen Rolle moderner bildgebender Verfahren (Neuroimaging) bei der Alzheimerfrühdiagnostik.
Die Zahl der AD-Kranken nimmt weltweit dramatisch zu und wird zu einer der führenden Volkskrankheiten. Leider wird die AD im klinischen Alltag oft zu spät erkannt oder mit anderen, klinisch ähnlich verlaufenden Erkrankungen verwechselt. Dies führt zu unzureichender oder gar falscher Behandlung. Eine sichere Frühdiagnostik ist wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Bekämpfung der AD-Epidemie.
Seit Jahren wird daher an einer Verbesserung der AD-Diagnostik gearbeitet: Die neuen Diagnosekriterien, die vom amerikanischen National Institute of Aging und der Alzheimer Association erstellt wurden, tragen diesen jüngsten Fortschritten in der Alzheimerforschung Rechnung. Sie beziehen explizit den Gebrauch von Biomarkern als zusätzliche Methode zur Erhöhung der diagnostischen Sicherheit mit ein. Biomarker sind objektiv messbare Indikatoren (z.B. die Konzentration bestimmter Eiweißstoffe im Nervenwasser oder die Volumenminderung bestimmter Hirnbereiche in bildgebenden Verfahren), die AD-typische pathologische Veränderungen aufzeigen. Zu solchen Veränderungen gehören die Akkumulation des Aβ-Proteins im Gehirn sowie ein fortschreitender Untergang von Nervenzellen mitsamt ihren Verknüpfungen und Nervenbahnen im Gehirn.
Für diese beiden pathologischen Kardinalprozesse liegen mittlerweile zahlreiche validierte Biomarker vor, deren Beobachtung von bildgebenden Verfahren (z.B. der Magnetresonanz- oder Positronemissionstomographie) bis hin zu chemischen und molekularen Untersuchungen des Nervenwassers reichen.
Eine wesentliche Frage betrifft die Anwendung und Anwendbarkeit dieser Biomarker in Praxis und klinischem Alltag. Hier weisen Prof. Hampel und weitere Autoren auf folgende wichtige zu berücksichtigende Aspekte hin.
Der Gebrauch von Biomarkern hilft grundsätzlich, die Früh- und Differentialdiagnose der AD zu verbessern. Jedoch ist die Abnahme, Verarbeitung und Analyse dieser Biomarker noch nicht ausreichend einheitlich standardisiert, was die Ergebnisbeurteilung und die Interpretation zweideutiger oder widersprüchlicher Befunde deutlich erschweren kann.
Deshalb gibt die Expertengruppe, deren Mitglied Prof. Hampel ist, eindeutige Empfehlungen zum Umgang mit diagnostischen AD-Biomarkeruntersuchungen in der klinischen Praxis. AD-Biomarker werden für den Einsatz in der klinischen Diagnostik eindeutig empfohlen, sollen jedoch bevorzugt in klinischen Expertenzentren eingesetzt werden, die über die nötige Methodenexpertise, etablierte Standards und ausreichend Erfahrung verfügen. Denn ausschließlich solche Zentren können die notwendigen Standardprozeduren, die Analysequalität und die korrekte Interpretation der Biomarkerbefunde gewährleisten. Nur so verbessern Biomarker tatsächlich die AD-Diagnose. In der Regel erfüllen vornehmlich größere klinische Zentren mit angeschlossenen Gedächtnis- oder Demenzambulanzen, eigens ausgerüsteten Laboren und langjähriger Erfahrung in der Biomarkerentwicklung diese Anforderungen.
Die neuen Diagnosekriterien sollen baldmöglichst zum breiten klinischen Einsatz kommen. Denn Patienten und Angehörige erwarten ungeduldig, dass diese Fortschritte Wirklichkeit werden. Das Frankfurter Universitätsklinikum mit der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie bietet hierbei die neuesten Diagnose- und Therapieverfahren für Menschen für Gedächtnisstörungen an.
Referenzen:
[1] Frisoni GB, Hampel H, O'Brien JT, Ritchie K, Winblad B. Revised criteria for Alzheimer's disease: what are the lessons for clinicians? Lancet Neurology 2011 Jul;10(7):598-601
[2] Ewers M, Sperling RA, Klunk WE, Weiner MW, Hampel H. Neuroimaging markers for the prediction and early diagnosis of Alzheimer's disease dementia. Trends in Neurosciences 2011 Jun 20. [Epub ahead of print]
Ricarda Wessinghage | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.psychiatrie.uni-frankfurt.de
Weitere Berichte zu: Alzheimer > Alzheimerkrankheit > Biomarker > Diagnosekriterien > Differentialdiagnose > Gedächtnisstörung > Interpretation > Nervenwasser > Neuroimaging > Neurology > Neurosciences > Psychosomatik > Psychotherapie
Bitterrezeptoren für Stevia-Süßstoffe entdeckt
24.05.2012 | Technische Universität München
Wie vorbeugen bei erblichem Krebs?
23.05.2012 | Goethe-Universität Frankfurt am Main
Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Anzeige
Anzeige

Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Studien Analysen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft und Öffentlichkeit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten