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Nebenwirkung Sterberisiko: Medikament zur Blutbildung in der Kritik

11.05.2009
Veröffentlichung neuer Studienergebnisse unter Beteiligung von Forschern der Uniklinik Köln in The Lancet bestätigen den Verdacht eines erhöhten Sterberisikos künstlicher Erythropoetinen, die vor allem in der Krebstherapie begleitend eingesetzt werden.

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Erythropoetin wird in der Therapie von Tumorpatienten, aber auch bei Nierenkranken, eingesetzt, um die Bildung von roten Blutkörperchen anzuregen. Sind diese nicht ausreichend vorhanden, liegt also eine Blutarmut vor, müssen die Patienten häufiger Bluttransfusionen erhalten und sind häufiger geschwächt. Dies betrifft insbesondere Tumorpatienten nach einer Chemotherapie.


Erythropoetin ist ein körpereigenes Hormon, das die Bildung roter Blutkörperchen unterstützt. Seit 15 Jahren werden künstliche Erythropoetine therapeutisch eingesetzt, um die Anzahl roter Blutkörperchen zu erhöhen.
Schon früher aber erhärteten Studien den Verdacht einer erhöhten Thromboseneigung unter der Behandlung mit diesen Medikamenten.

Unter der Federführung von Prof. Andreas Engert, Innere Klinik I der Uniklinik Köln, haben Forscherinnen und Forscher verschiedener Universitäten in einer Analyse basierend auf individuellen Patientendaten (einer so genannten Metaanalyse) eine eindeutige erhöhte Sterbensrate (Mortalität) bei Patienten festgestellt, die den Wirkstoff bekamen. Ausgangspunkt waren die Daten von 13.933 Patienten aus 53 klinischen Studien.

Untersucht wurde der Gesundheitszustand der Patienten unter Gabe von Erythropoienen und darüber hinaus bis 28 Tage danach.

Die Sterblichkeit während der Behandlung war unter Behandlung mit Erythropoetinen um den Faktor1,17 erhöht gegenüber Patienten, die nicht mit dem Wirkstoff therapiert wurden.

Bei Patienten, die gleichzeitig eine Chemotherapie erhielten, war das Risiko um den Faktor 1,10 erhöht. Damit muss die Gabe von Erythropoetinen in Zukunft weiterhin sorgfältig abgewogen werden.

Welche Risikofaktoren einen Einfluss auf die erhöhte Mortalität haben, bleibt noch unklar und wird Gegenstand künftiger Forschung sein, in der die zellulären Wirkmechanismen aufgeklärt werden sollen.

Diese Ergebnisse der Studie von Engert und Kollegen wurden in der aktuellen Ausgabe der renommierten Zeitschrift The Lancet veröffentlicht und damit Wissenschaftlern und Ärzten weltweit zur Kenntnis gebracht.

Die US-Gesundheitsbehörte hat bereits im Juli 2008 auf den vermuteten Zusammenhang reagiert und die Behandlung mit Erythropoetinen mit strikteren Auflagen belegt. Es soll nur an Patienten in fortgeschrittenem Krankheitsstadium gegeben werden die gleichzeitig eine Chemotherapie erhalten.

Andreas Engert et.al: Recombinant human erythropoiesis-stimulating agents and mortality in patients with cancer: a meta-analysis of randomised trials. Lancet, Vol 373, 2009, pages 1532-1542

Für Rückfragen:
Prof. Dr. Andreas Engert
Innere Medizin I, Uniklinik Köln
E-Mail: andreas.engert@uk-koeln.de

Sina Vogt
Leiterin Stabsabteilung Kommunikation Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478- 5548
E-Mail: pressestelle@uk-koeln.de

Sina Vogt | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uk-koeln.de

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