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Nabelschnurblut-Stammzellen verbessern Herzleistung bei angeborenem Herzfehler

20.07.2009
Weltweit erster Großtierversuch bestätigt Machbarkeit und Sicherheit des Verfahrens

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Bei der Fallot’schen Tetralogie, einem schweren angeborenen Herzfehler, kann die Transplantation eigener Nabelschnurblut-Stammzellen die Herzfunktion günstig beeinflussen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie an der Universität Rostock.


Die Ergebnisse wurden jetzt im Fachjournal „Cell Transplantation“ veröffentlicht. Es handelt sich um die weltweit erste Studie zu dieser Erkrankungsgruppe, die in einem Großtierversuch mit Schafen durchgeführt wurde.

Die Fallot’sche Tetralogie macht etwa zehn Prozent der angeborenen Herzfehler aus. Sie besteht aus vier Komponenten: einer Verengung der Ausflussbahn der rechten Herzkammer, einem Loch der Kammerscheidewand, einer darüber „reitenden“ Körperschlagader und einer Verdickung der Muskulatur der rechten Herzkammer. Das Blut der betroffenen Kinder ist nur mangelhaft mit Sauerstoff versorgt, oft müssen die kleinen Patienten schon im ersten Lebensjahr am Herzen operiert werden. Diese Operation kann aber nicht das Problem beheben, dass die rechte Herzkammer wegen des Klappenfehlers schlechter arbeitet als bei gesunden Kindern. Diese Beeinträchtigung könnte die Stammzellbehandlung lindern und somit die Lebensqualität der Patienten erhöhen.

„Nabelschnurblut ist reich an sehr jungen, unbelasteten und entwicklungsfähigen Stammzellen“, erläutert Dr. med. Can Yerebakan, der Leiter der Rostocker Forschungsgruppe. „Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung mit Stammzellen haben wir vermutet, dass diese die Folgen der Fallot’schen Tetralogie mildern könnten.“ In dem Experiment wurden Stammzellen aus dem Nabelschnurblut im Forschungslabor der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie isoliert und den Schafen direkt in den Herzmuskel verabreicht. 3 Monate später hatten die mit Stammzellen behandelten Versuchstiere eine um mehr als 20% bessere Funktion der rechten Herzkammer als die Kontrolltiere ohne Stammzellinjektion.

„Die Ergebnisse dieser Studie zeigen ein großes Potenzial von Nabelschnurblut-Stammzellen für die Behandlung angeborener Herzfehler“, sagt Yerebakan. „Da wir im Tierversuch keinerlei Nebenwirkungen der Therapie beobachtet haben, könnte man jetzt eine klinische Studie zu diesem Thema konzipieren.“ Auch wenn es sicher noch einige Jahre dauern werde, bis die Stammzelltherapie bei Kindern mit Herzfehlern angewandt werden könne, sei es schon jetzt ratsam, das Nabelschnurblut einzulagern, wenn bei einem Ungeborenen der Verdacht auf einen Herzfehler bestehe.

Die Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie, Universitätsklinikum Rostock, die von Prof Dr. Gustav Steinhoff geleitet wird, gehört zu den führenden Forschungszentren auf dem Gebiet der Stammzelltherapien für Herz- und Gefäßkrankheiten. Im letzten Jahr wurde an der Klinik das Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie gegründet, das die Rostocker Forschungsaktivitäten auf diesem Gebiet bündelt und den Weg von der Forschung bis zur Zulassung als standardisierte und qualitätsgesicherte Therapie begleitet.

Kontakt für Rückfragen:
Dr. med. Can Yerebakan
Telefon: 0381 - 494 6123 oder
0381 – 494 6115

Prof. Dr. Gustav Steinhoff (Leitung)
Tel. 0381 / 494-6101
Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie
Universitätsklinikum Rostock (AöR)
Schillingallee 35, 18057 Rostock

Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie Universität Rostock (RTC) Translationsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit
Phone: +49-(0)381 494 3905
Fax: +49-(0)381 494 3909
anke.wagner@med.uni-rostock.de

www.uni-rostock.de | Quelle: Universität Rostock
Weitere Informationen: www.cardiac-stemcell-therapy.com
www.uni-rostock.de

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