Anzeige

In diesem Spezialtruck – eine Entwicklung des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik IBMT in St. Ingbert – werden Patienten auf AIDS und Tuberkulose getestet und beraten. Das mobile Labor kann für Patienten in entlegenen Gebieten lebensrettend sein, weil es die Zeitspanne zwischen Diagnose und Therapiebeginn auf einen Tag verkürzt.
Vor 30 Jahren – im Juni 1981 beschreiben die Ärzte Michael Gottlieb und Wayne Sandera von der Universität von Kalifornien in Los Angeles die ersten Fälle von AIDS – ohne absehen zu können, wie sich das Virus verbreiten und welche Auswirkungen es haben wird. Nach Schätzung von UNAIDS (Joint United Nations Programme on HIV/AIDS) zum Jahresende 2010 leben weltweit etwa 34 Millionen Menschen mit HIV, in Südafrika sind es etwa 5,6 Millionen (2009). Damit ist Südafrika das Land mit der höchsten Ausbreitungsrate.
Da mutet ein mobiles Labor an, wie ein Tropfen auf den heißen Stein, aber tatsächlich schließt es eine entscheidende Lücke bei der Versorgung von Patienten. Denn in Afrika sind die Wege meist lang und beschwerlich und die Armut ist so groß, dass es sich die Menschen schlicht nicht leisten können, zwei Tage Arbeit für einen HIV-Test zu verlieren. Bislang war es so, dass ein Patient Blut im nächsten Krankenhaus abgab. Von dort wurde die Probe in ein zentrales Labor transportiert. Um 14 Tage später das Ergebnis zu erfahren, musste der Kranke dann erneut ins Hospital kommen.
»Das ist für viele rein organisatorisch kaum zu schaffen«, erklärt Professor Doktor Hagen von Briesen, der wissenschaftliche Leiter des Projekts Mobile-Lab. »Die Menschen verlieren zudem wertvolle Zeit, in der die Therapie bereits beginnen könnte. Eine steigende Viruslast bedeutet akuten Handlungsbedarf.«
Fünf Jahre arbeitete das Team vom IBMT am AIDS-Truck. Zusammen mit einer Firma für Spezialfahrzeugbau gelang es, eine Zulassung für das rollende Sicherheitslabor zu bekommen und es schließlich in die Westkap-Region in Südafrika zu bringen.
Im hinteren Teil des mobilen Labors werden die Proben untersucht, daher die Notwendigkeit der biologischen Sicherheitsstufe S3 im Fahrzeug. Um dorthin zu kommen, muss man durch eine Schleuse treten. Die Luft, die hier verbraucht wird, gelangt durch Filter hinein und heraus, um Mitarbeiter, Patienten und Umwelt zu schützen. Auch für den Fall, dass Zellkulturen gezüchtet werden müssen – ein Prozess, der bis zu drei Wochen dauern kann –, hat das Team vorgesorgt. Die entsprechenden Gefäße mit Flüssigkeit kommen in eine Apparatur, die an der Labordecke befestigt ist. So ist sichergestellt, dass sie auch bei Kurven und Steigungen, beim Bremsen und Anfahren immer in einer waagrechten Position bleibt. Selbst ein Autoklav mit eigenem Wasserkreislauf wurde eingebaut, um Gegenstände sterilisieren zu können.
Ein Audio-Interview mit Projektleiter Hagen von Briesen sowie eine Bildergalerie zur ersten Fahrt des AIDS-Trucks finden Sie hier:
http://www.fraunhofer.de/de/fraunhofer-forschungsthemen/gesundheit-ernaehrung-umwelt/Diagnostik/mobiles-diagnostik-labor.html
Stefanie Heyduck | Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen: www.ibmt.fraunhofer.de
Weitere Berichte zu: Aids > AIDS-Truck > Aidskranke > Biomedizinische Technik > HIV-Test > IBMT > Labor > Sicherheitslabor > Tuberkulose
Bitterrezeptoren für Stevia-Süßstoffe entdeckt
24.05.2012 | Technische Universität München
Wie vorbeugen bei erblichem Krebs?
23.05.2012 | Goethe-Universität Frankfurt am Main
Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Anzeige
Anzeige

Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Studien Analysen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft und Öffentlichkeit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten