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Über 90 Prozent der Operationen in der Gynäkologie werden heute minimalinvasiv - nur mit kleinsten Verletzungen des Gewebes - mit Hilfe eines optischen Instruments (Laparoskop) durchgeführt.
"Hierbei wird nicht mehr wie früher ein größeres Operationsfeld freigelegt, sondern der Eingriff im Bauchraum wird quasi durch ein "Schlüsselloch" mit Hilfe von sehr feinen Instrumenten vorgenommen", erklärte Neis. Diese Methode wurde von deutschen Gynäkologen entwickelt und belastet die Patientinnen nicht mehr so stark wie Operationen am offenen Bauchraum.
"Bei Blutungsstörungen und gutartige Muskeltumoren, den Myomen, konnte durch den Einsatz laparoskopischer Methoden die Rate an Bauchschnitten von 60 Prozent auf etwa 5 Prozent reduziert werden", so der Gynäkologe. Auch in der operativen Versorgung früher Stadien von Gebärmutterhalskrebs kann die Laparoskopie erfolgreich eingesetzt werden. Häufig ist es dadurch auch möglich, die Fruchtbarkeit der Frauen zu erhalten. "Und große Unterleibsoperationen bei Krebsformen in fortgeschritteneren Stadien sind heute ebenfalls schon per Laparoskop möglich - eine Entwicklung, die vor Jahren noch undenkbar war", betonte Neis. Auch auf dem 4. FOG-Kongress werden neue Techniken in der Laparoskopie vorgestellt und diskutiert.
Operationsroboter arbeiten ermüdungsfrei
Bei verschiedenen minimalinvasiven "Schlüsselloch-Operationen" können heute Operationsrobotersysteme eingesetzt werden, die zu einer weiteren Verfeinerung der minimalinvasiven Techniken beitragen. Bei den robotergestützten Operationen zum Beispiel mit dem "Da Vinci-System" sitzt der Chirurg hinter einer Steuerkonsole und bewegt mit Hilfe eines Joysticks die Roboterinstrumente. Die Roboterarme sind mit einem "Zitterfilter" ausgerüstet und wie ein menschliches Handgelenk sehr gut beweglich. Sie werden über etwa einen Zentimeter lange Hautschnitte in den Körper der Patientin eingebracht. Die Bewegungen sind präzise und fein und erlauben Eingriffe in kleinsten Operationsfeldern - auch da, wo die konventionelle invasive Technik bisher keine guten Resultate geliefert hat. Eine 3D-Kamera des Roboters liefert vergrößerte Bilder des Operationsfeldes. So kann das gesamte Operationsteam den Eingriff verfolgen und entsprechend assistieren.
"Gute Erfahrungen mit Operationsrobotern in der Gynäkologie haben wir bisher unter anderem bei der Entfernung von gutartigen Wucherungen der Gebärmutter oder bei Gebärmuttersenkungsoperationen gemacht", sagte Neis.
Einmalig: drei Arbeitsgemeinschaften, ein gemeinsames Konzept
"Wir wollen mit dem FOG-Kongress Sprachrohr für die operative Gynäkologie in Deutschland sein", sagte Neis. Repräsentiert werden mit dem Kongress die drei selbstständigen Arbeitsgemeinschaften (AGs) für operative Gynäkologie in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Die AG Endoskopie (AGE), die AG für plastische, rekonstruktive und wiederherstellende Operationsverfahren (Awogyn) und die AG für Urogynäkologie und Beckenbodenrekonstruktion (AGUB). "Jeder operativ tätige Frauenarzt wird durch das vielseitige Programm angesprochen. Nicht zuletzt deshalb sind wir mit diesem weltweit einmaligen Kongresskonzept auf dem besten Weg, einen der führenden Gynäkologen-Kongresse in Deutschland anbieten zu können", so Neis.
Gemeinsame Pressekonferenz der DAGG und des FOG: "Frauenheilkunde im Wandel der Zeit: Feminisierung und Innovationen des Fachs", 30. September 2009, Berlin, im Rahmen des 1. Kongresses der DAGG und des 4. Kongresses der FOG, beide 1.-3.Oktober 2009 in Berlin
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.dggg.de
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