Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Auf kürzestem Weg ins Herz - Deutschlandweit erste Herzklappe durch die Hauptschlagader eingesetzt

29.11.2011
Zum ersten Mal haben in Deutschland Mediziner eine künstliche Herzklappe direkt durch die Hauptschlagader ins Herz eingesetzt. Die Herzspezialisten des Westdeutschen Herzzentrums Essen haben die neue und revolutionäre Technik erfolgreich bei Hochrisiko-Patienten angewandt.

Anzeige

Patienten mit einer Erkrankung an einer Herzklappe benötigen oft einen Klappenersatz. Insbesondere für ältere Menschen birgt ein offener, chirurgischer Eingriff aber auch viele Risiken. Diesen Patienten konnte bislang nur mit einer Klappe über die Beinarterie oder über die Herzspitze geholfen werden.


Den Ärzten am Herzzentrum steht nun neben diesen beiden bisherigen Optionen ein völlig neuer schonender Zugangsweg zur Verfügung.

Das jetzt erfolgreich eingesetzte Verfahren wählt als Weg zum Herzen einen direkten und sehr kurzen Zugang über die große Hauptschlagader, die Aorta. Der minimal-invasive Eingriff wurde in Essen gemeinsam von Herzchirurgen und Kardiologen durchgeführt. Die Operationsmethode hinterlässt bei den Patienten nur eine extrem kleine Narbe von zwei bis drei Zentimetern. Für die Herzchirurgen gehört dieser Zugangsweg über die Hauptschlagader zum Standardrepertoire, was die Sicherheit für die Patienten deutlich erhöht.

„Die Aorta benutzen wir schließlich bei konventionellen Eingriffen täglich zum Anschluss der Herz-Lungen-Maschine“, so PD Dr. Matthias Thielmann, leitender Oberarzt am Westdeutschen Herzzentrum in Essen. Gemeinsam mit Dr. Philipp Kahlert, Oberarzt der Klinik für Kardiologie, hat er die Operationen vorgenommen.

„Je älter die Patienten sind, desto häufiger verhindern Kalkablagerungen in den Beingefäßen den Zugang über die Leiste“, erläutert Dr. Kahlert. Oft bleibe daher nur noch der chirurgische Zugang über die Herzspitze. Die neue Alternative betrachten die Herzexperten zunächst einmal als Chance: „Jetzt gilt es zu untersuchen, ob das neue Verfahren über die Aorta für diese Patienten vorteilhafter ist“, betont Thielmann.

Zur Unterstützung der Essener Herzchirurgen ist extra ein Spezialist aus London eingeflogen worden. Dr. Vinayak Bapat vom Londoner King’s College hat diesen Zugangsweg entwickelt und schon dutzende Male erfolgreich bei seinen Patienten angewandt. Auch die Patienten am Essener Herzzentrum haben von dieser Expertise profitiert und konnten die Klinik schon nach wenigen Tagen mit ihrer neuen Herzklappe wieder verlassen.

Nähere Informationen:
Dr. med. Daniel Wendt
Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie
Westdeutsches Herzzentrum Essen
Universitätsklinikum Essen
t +49 201 723 84912 /-4929
e-mail: daniel.wendt@uk-essen.de

Kristina Gronwald | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.wdhze.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bitterrezeptoren für Stevia-Süßstoffe entdeckt
24.05.2012 | Technische Universität München

nachricht Wie vorbeugen bei erblichem Krebs?
23.05.2012 | Goethe-Universität Frankfurt am Main

Alle Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Im Focus: Widerspenstiges Quasiteilchen erzeugt


Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.

Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Energieversorger vor dem Umbruch

24.05.2012 | Studien Analysen

Stem-cell-growing surface enables bone repair

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft und Öffentlichkeit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp