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Krebswachstum lässt sich simulieren

08.08.2011
Neue Tumoranalyse soll praktische Lösungen aufzeigen

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Ein internationales Forschungsteam hat einen neuen Ansatz zur Analyse und Vorhersage von Krebswachstum vorgestellt. Um ein realistischeres Bild eines Tumors zu erhalten, untersuchen die Forscher mit mathematischen Methoden lokale Regionen der Erkrankung und rechnen die Ergebnisse auf den gesamten Organismus hoch.


"Bei krebskranken Mäusen konnten wir bereits sehr gut prognostizieren, ob und wie sich der Tumor entwickelt", erklärt Charley Sehyo Choe, Physiker an der Universität Heidelberg http://www.bioquant.uni-heidelberg.de , gegenüber pressetext.

Strategien vorab testen
"Wir versuchen einen praktischen Ansatz in der Krebsforschung zu liefern", erklärt Sehyo Choe den Anspruch des Forschungsteams. Langfristiges Ziel ist es, Ärzten eine quantitative Analyse zu liefern, nachdem unterschiedliche Strategien der Krebsbekämpfung und unterschiedliche Medikamente virtuell simuliert werden. "Es ist eine Toolbox für Ärzte, die Prognose erfolgt aber auf Basis der Patientendaten und nicht auf statistischem Material", so Sehyo Choe.

Abholzen wie bei Waldbrand
Die Anbindung an Blutgefäße ist bei der Analyse von Tumoren besonders wichtig. Sie liefern Nahrung und können Krebsmetastasen verbreiten. Bei der Bekämpfung eines Tumors müsse deshalb die Struktur der Gefäße besonders beachtet werden. "Das Prinzip ist vergleichbar mit Waldbränden - wenn man Korridore abholzt, kann das die Ausbreitung des Brandes verhindern. Mit Blutgefäßen funktioniert das ähnlich", so Sehyo Choe. Durch die Analyse der Gefäßstrukturen könne somit der Krebs besser bekämpft werden, zugleich ließe sich besser prognostizieren, ob der Krebs wieder auftritt.

Bisher konnten die Forscher gute Ergebnisse zum Tumorwachstum bei Mäusen mit Brustkrebs liefern. "Der nächste Schritt ist, die Blutgefäße im Modell zu implementieren. Daran arbeiten wir gerade." Ebenfalls müssen die Wirkungen von unterschiedlichen Medikamenten noch ins Modell aufgenommen werden, "aufgrund der vielen Faktoren ist dies ein schwieriger und langwieriger Prozess", erklärt der Heidelberger Physiker. In den nächsten fünf Jahren könnte die Prognose bei Mäusen gut funktionieren. Wann die Technik beim Menschen anwendbar ist, sei derzeit noch nicht absehbar.

Wolfgang Drucker | Quelle: pressetext.redaktion
Weitere Informationen: www.bioquant.uni-heidelberg.de

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